21:27 Uhr  //  KW 43  //  Dienstag, 23. Oktober 2018  //  14 Kollegen online

(v.l.r): Nicole Prop, GF Green Care Österreich, Walter Leiss, Generalsekretär Österreichischer Gemeindebund, Alois Hochedlinger, Bezirkshauptmann und Obmann Sozialhilfeverband Freistadt, Karlheinz Dommer, landimpuls GmbH, Renate Pointner, Alpakapoint Pointner, Urte Meves, Bäuerin Schleswig-Holstein; Heiderose Schiller, LK Schleswig-Holstein; Robert Fitzthum, Obmann Green Care Österreich ©Green Care Österreich

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Green Care Tagung

Mehr Zusammenarbeit mit Gemeinden erwünscht

Wie Bauernhöfe zu neuem Nutzen kommen und dabei gleichzeitig die Gemeinschaft profitieren kann, steht im Zentrum von Green Care. Bei einer Tagung wurde ausgelotet, wie die Zusammenarbeit mit den Gemeinden noch besser werden kann.

Unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft hat es schwer gegenüber der großen Konkurrenz zu bestehen. Nur 36 Prozent der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe werden im Haupterwerb geführt. Ein Weg, hier trotzdem überleben zu können, ist, auf mehr Qualität zu setzen. Ein weiterer, auf noch ein zweites Standbein zu setzen. Dabei hilft Green Care. Die Organisation unterstützt land- und forstwirtschaftliche Betriebe dabei, zu Partnern der Sozial-, Gesundheits-, Bildungs- und Wirtschaftssysteme zu werden. Bei einer Tagung am 26. April 2018, die in der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Schönbrunn in Wien stattfand, wurden Anknüpfungspunkte zu den Gemeinden gesucht.

Wichtige Rolle für den ländlichen Raum

Bauernhöfe können die Lücken im derzeitigen Sozialsystem durch ihr Angebot schließen. "Derzeit werden unter anderem flexible Betreuungsangebote für Kinder und pflegebedürftige Personen benötigt, um Frauenbeschäftigung und Lebensqualität in den Gemeinden sicherzustellen", betonte Green Care-Obmann Robert Fitzhum. Das eröffne "Bauernhöfen mit Potenzial" zusätzliche Einkommensmöglichkeiten.

Gemeindebund-Generalsekretär Dr. Walter Leiss zeigte in seinem Vortrag weitere Herausforderungen der ländlichen Räume auf: "Die Nahversorgung wird eingeschränkt, die medizinische Versorgung steht vor einem Umbruch und es wird immer aufwendiger, optimale Bedingungen in der Kinderbetreuung zu bieten. Auch in der Pflege warten nicht zuletzt durch die Abschaffung des Pflegeregresses große Herausforderungen."

"Marktplatz der Generationen" in Bayern

Wie passende Lösungen in der Praxis aussehen können, wurde anhand dreier Beispiel aufgezeigt. Bei dem bayrischen Projekt "Marktplatz der Generationen" werden im Auftrag des Bayerischen Sozialministeriums in enger Zusammenarbeit mit kleineren Gemeinden Maßnahmenkonzepte entwickelt, damit ältere Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Kooperationsmöglichkeiten sieht Karlheinz Dommer, Mitinhaber des ausführenden Regionalentwicklungsbüros "landimpuls", unter anderem in der Nahversorgung, dem Gesundheits- und Pflegebereich oder bei neuen Wohnformen. "Bauernhöfe sind als Lebensumfeld extrem attraktiv", so Dommer. Anders als bei Green Care, wo die Landwirtschaft aktiv auf die Gemeinden zugeht, ist es bei diesem Projekt genau umgekehrt.

Bauernhöfe für Tagesbetreuung und für Aufenthalte von Demenzkranken

In Schleswig-Holstein gibt es ein Kooperationsprojekt zwischen der Landwirtschaftskammer und dem Kompetenzzentrum Demenz. Im Zentrum steht laut Bäuerin und Bauernhof-Pädagogin Urte Meves, den Demenzkranken sinnerfüllte Aufenthalte auf Bauernhöfen zu ermöglichen. Außerdem ist es ihr gelungen, auf ihrem Hof ein buntes Besucherprogramm zusammenzustellen, das Jung wie Alt gleichermaßen begeistert.

Aber auch in Österreich lassen sich Vorzeigeprojekte finden: Diplomkrankenpflegerin Renate Pointner hat es gemeinsam mit ihrem Mann und der Unterstützung von Green Care geschafft, auf ihrem Bauernhof in Freistadt (OÖ) eine Tagesbetreuung für Senior/innen sowie Menschen mit besonderen Bedürfnissen einzurichten. Wesentliche "Helfer" dabei sind Alpakas, die zur tiergeschützten Intervention eingesetzt werden. Alois Hochedlinger, Bezirkshauptmann und Obmann des Freistädter Sozialhilfeverbandes, betonte, dass derzeit noch 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt werden. Dabei sind Tageszentren, wie jenes von Familie Pointner ein besonderer Gewinn. Hochedlinger forderte außerdem ein besseres Branding für Pflegeberufe, um diese attraktiver zu machen. 

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