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© www.pixabay.com/Natur im Garten

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"Natur im Garten" Tipp

Mistelbefall an Laubbäumen

Im kahlen, winterlichen Erscheinungsbild der Bäume stechen dem Naturbeobachter die belaubten Kugeln der weißbeerigen Mistel (Viscum album) besonders ins Auge. Sind mehrere Mistelkugeln im Baum, scheint auf den ersten Blick Handlungsbedarf gegeben.

Zur Verteidigung der Mistel sei aber gesagt, dass sie lediglich ein Halbparasit ist. Sie zapft mit ihren Senkern „nur“ die Wasserleitung des Baumes im Splintholz an. Da sie selber grüne Blätter hat, kann sie sich durch Photosynthese selber mit Energie versorgen. Da die Mistel mit dem Wirtsbaum auf Gedeih und Verderben verbunden ist, hat sie kein Interesse daran ihn abzutöten, weil sie dann selbst absterben würde. An Wassermangel stirbt der Baum also nicht.

Durch die Traglast mehrerer Mistelkugeln im Baum inklusive deren Früchte kommt es jedoch zu starken mechanischen Belastungen. Im kommunalen Bereich stellt sich daher die Haftungsfrage bei Schäden durch das Herabfallen stark belasteter Äste.

Die Entfernung von Misteln hat auch einen hygienischen Aspekt, weil eine weibliche Pflanze mit einem Kugeldurchmesser von 50cm tausende Scheinbeeren tragen kann. Diese werden durch Vogelfraß verbreitet und sorgen für die Infektion neuer Wirtsbäume. Diese sind hauptsächlich Apfel, Pappel, Bruchweide, Linde und Ahorn.

Das rindenglatte Herunterschneiden, wie es zur Gewinnung von Weihnachtsschmuck passiert, nimmt zwar den Vermehrungsdruck weil keine Früchte mehr verbreitet werden. Sogenannte „Rindenwurzeln“ im Bast- und Rindengewebe sorgen jedoch für zahlreichen Neuaustrieb und tragen zur Vermehrung am gleichen Wirtsbaum bei. Man kann das mit der Schösslingsbildung bei frisch gefällten Robinien vergleichen.

Eine vollständige Entfernung von Misteln erreicht man nur durch das Abschneiden des Tragastes. Um alle „Rindenwurzeln“ zu erwischen muss die Schnittstelle dort sein, wo die Mistelkugel endet. Also bei den entferntesten Mistelzweigen. Die beste Zeit für diesen Winterschnitt ist an frostfreien Tagen im Februar.

Als Alternative kann man den Lichtabschluss durch Einwickeln der Tragäste mit Dachpappe oder schwarzen Folien ins Auge fassen, nachdem man die Mistel zuvor rindenglatt abgeschnitten hat. Da die Mistel als grüne Pflanze vom Licht abhängig ist, stirbt sie nach ein bis zwei Jahren ab. Danach ist der „Verband“ zu entfernen. Diese Maßnahme ist nur dort zu empfehlen, wo wichtige Äste oder Stammteile nicht durch Schnittmaßnahmen behandelt werden können.

Mehr Tipps bei der Grünraum-Servicestelle am „Natur im Garten“ Telefon unter 02742 – 74 333 gartentelefon(at)naturimgarten.at und www.naturimgarten.at

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