13:21 Uhr  //  KW 42  //  Dienstag, 17. Oktober 2017  //  1209 Kollegen online

Rund 50 Prozent der Landärzte gehen in den nächsten Jahren in Pension. ©Robert Kneschke/Fotolia.com

Die meisten Patientenkontakten in Salzburg haben immer noch die Allgemeinmediziner. ©Ärztekammer Salzburg

Starker Abwärtstrend bei den Bewerbungen. ©Ärztekammer Salzburg

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Landärztemangel

Nachfolger gesucht

Der Gemeindearzt geht in Pension, und es kann kein Nachfolger gefunden werden. Dieses Szenario wird in immer mehr Gemeinden Realität. Bei einer Bürgermeisterenquete diskutierten erstmals Kommunal- und Landespolitiker mit Ärzten über Auswege.

In den nächsten zehn Jahren gehen mehr als 50 Prozent der Landärzte in Pension. Bei der Nachbesetzung der Stellen stoßen Gemeinden auf immer größere Hürden. Tatsache ist, dass die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum durch Allgemeinmediziner/innen zunehmend schwieriger wird. Die Gründe dafür sind vielfältig: Es gibt Defizite in der Ausbildung der Jungärzte, es sind die schwierigen Arbeitsumstände und punktuell auch die wirtschaftlichen Bedingungen.

Gerade Bürgermeister/innen sind mit den Problemen, Ansprüchen und Sorgen der Bevölkerung eng verbunden. Es ist daher naheliegend, die bereits bestehende und zukünftig drohende Verschlechterung der Versorgungssituation zu diskutieren und Lösungsansätze zu suchen. Aus diesem Grund veranstaltete der Salzburger Gemeindeverband gemeinsam mit der Ärztekammer Salzburg eine Fachtagung mit dem Titel "Die ärztliche Versorgung von Landgemeinden".

"Nicht nur schöne Worte, sondern Taten sind gefragt"

Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer findet die Situation bereits dramatisch. Es sei ein besonderes Anliegen der Gemeinden, die ärztliche Versorgung am Land sicherzustellen. "Nicht nur schöne Worte, sondern Taten sind gefragt. Bund, Länder und Gemeinden sind gefordert. Es bedarf einer gemeinsamen Kraftanstrengung. Partnerschaftlich müssen strukturierte Hilfestellungen entwickelt werden", so Mödlhammer bei der Fachtagung und meint vorausblickend: "Die neue Bundesregierung wird auch daran zu messen sein, wie es ihr gelingt, Verbesserungen in diesem Bereich rasch umzusetzen."

Realisierte Maßnahmen reichen nicht aus

Die niedergelassenen Allgemeinmediziner stehen bei den Patientenkontakten unangefochten an erster Stelle. Auf die zunehmende Problematik weist die Ärztekammer seit Jahren hin und eine Reihe von Besserungsschritten, wie etwa neue Organisationsformen, wurden im Zusammenwirken mit der Salzburger Gebietskrankenkasse bereits umgesetzt.

"Diese Maßnahmen werden allerdings nicht ausreichen, die ärztliche Versorgung insbesonders am Land sicherzustellen. Wir brauchen Lösungsansätze auf Gemeindeebene, auf Ebene des Landes sowie der Sozialversicherung. Zwingend erforderlich sind jedoch auch flankierende Maßnahmen der Bundespolitik", so Ärztekammer-Präsident Dr. Karl Forstner. Er fordert: "Die Bundespolitik soll endlich - so wie in nahezu allen europäischen Staaten - die Voraussetzungen für eine praxisnahe Ausbildung der Jungärzte in Lehrpraxen ermöglichen. Entscheidend wird es aber auch sein, dass in den Gemeinden selbst infrastrukturelle Verbesserungen stattfinden. So sollen Ordinationsräumlichkeiten in Anbindung an Pensionistenheime oder Gemeindezentren möglich sein."

Breiter Konsens stellte sich bei Themen wie der Flexibilisierung der Zusammenarbeitsformen von Ärzten, der Attraktivierung des Berufsbildes der Allgemeinmedizin, der Unterstützung der Niederlassung von Kassenärzten und vor allem bei der Forderung nach einer modernen und praxisnahen Ausbildung für Jungärzte ein.

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