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Der neue Bürgermeister bringt zwei Berufe unter einen Hut und blickt motiviert in die Zukunft: "Geht net, gibt's net - Ein Weg findet sich immer." (Bild:ZVG)

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Neuer Bürgermeister in Berg

Nachdem Georg Hartl am 11. Juli 2017 gesundheitsbedingt sein Amt als Bürgermeisters der niederösterreichischen Gemeinde Berg im Bezirk Bruck an der Leitha niedergelegt hat, trat Andreas Hammer mit der offiziellen Angelobung am 21. Juli 2017 in seine Fußstapfen. Dieser möchte die 840-Einwohner-Gemeinde Berg im Sinn seines Vorgängers weiterführen, nämlich "bürgernah und zukunftsorientiert."

Von der Technik zum Bundesheer

Andreas Hammer wurde am 28. Dezember 1970 als Sohn eines Werkmeisters der Elektrizitäts und Metallwaren Industrie (EUMIG) in der steirischen Gemeinde Fürstenfeld geboren. Auch die Mutter arbeitete bei selbiger Firma als Assistentin. Mit der Schließung des Werkes zog die Familie nach Wien, wo die Eltern einen Betrieb gründeten. So besuchte Hammer das Bundesgymnasium/Bundesrealgymnasium (BG/BRG) der Franklinstraße und machte später einen kurzen Zwischenstopp im Technologischen Gewerbemuseum (TGM), der Schule der Technik. Bis 1992 übte er anschließend den Beruf des Radio- und Fernsehtechnikers aus, bevor es ihn zum Österreichischen Bundesheer verschlug.

Nach der Absolvierung des Wehrdienstes vollzog der gebürtige Steirer die Ausbildung zum Zugskommandanten, Scharfschützenausbildner, Hochalpinisten und Sprengbefugten. "Als Exerziermeister der ersten Gardekompanie hatte ich die Ehre, die Ausbildung der Ehrenkompanie für die Republik Österreich zu leiten", so Hammer.

Berufswechsel in den staatspolizeilichen Bereich

Er heiratete 1997 und im selben Jahr wurde auch sein Sohn Julius geboren. Nach dem Bundesheer kam im März 1999 ein erneuter Berufswechsel, nämlich der Eintritt in die österreichische Bundesgendarmerie. Ende 2000 wurde der 46-Jährige zur Landesverkehrsabteilung Niederösterreich ausgemustert, wechselte aber dann in das Bundesministerium in den staatspolizeilichen Bereich. Auch heute ist er neben seiner Aufgabe als Bürgermeister bei der Landesverkehrsabteilung Niederösterreich als Kriminalbeamter tätig.

2007 zog die Familie nach Berg, wo Hammer laut eigenen Angaben seinen Lebensmittelpunkt begründet. Hatte er damals schon politische Ambitionen? Da muss Hammer lachen: "Hätte man mich damals gefragt, ob ich jemals Bürgermeister von Berg werden will, hätte ich mit 'Ja, das ist eine schöne Fantasie' geantwortet. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ambitionen für die Politik."

Koordinator in der Flüchtlingszeit

Nichtsdestotrotz übernahm der 46-Jährige auf Vorschlag Georg Hartls 2010 das Amt des Vizebürgermeisters von Berg und bezeichnet sich deswegen selbst als "politischen Quereinsteiger". Im Laufe der Jahre arbeitete er für die SPÖ auf Bezirksebene mit und war 2013 Spitzenkandidat für die Nationalratswahl. Außerdem wurde er zusätzlich im Gemeinderat als Bildungs-, Energie- und Zivilschutzbeauftragter bestellt.

Eine Aufgabe, die ihn ebenso prägte, erfolgte im Jahr 2015, als Hammer in der Flüchtlingskrise als Koordinator für 60 Flüchtlinge und eine Menge an freiwilligen Helfern bestimmt wurde. Sein Fazit aus dieser Erfahrung ist: "Man muss den Menschen die Augen öffnen, dass bestimmte Dinge so nicht durchgehen. Gleichzeitig ist es aber ebenso wichtig, ihnen Freiheit zuzugestehen, um sie überhaupt integrieren zu können."

"Geht net, gibt's net"

Nach all den politischen Engagements der letzten Jahre ist Andreas Hammer glücklich, am 20. Juli 2017 zum Bürgermeister von Berg gewählt worden zu sein. "Meine Familie ist über die Wahl zum Bürgermeister erfreut und unterstützt mich vollstens", freut sich Hammer.

Auf die Frage, wie sich zwei Berufe unter einen Hut bringen lassen, reagiert er mit Motivation und macht seinem Motto "Geht net, gibt's net - Ein Weg findet sich immer" alle Ehre. Der 46-Jährige konnte seinen Dienst bei der Landesverkehrsabteilung auf 30 Stunden pro Woche reduzieren und geht nun beiden Tätigkeiten gleichzeitig nach. Wenn neben Beruf und Familie Zeit für seine Hobbies bleibt, nutzt er das von ihm beschriebene Wanderparadies, um zwei- bis dreimal pro Woche die Königswarte bei einem Laufausflug zu erklimmen. Auch das Motorradfahren kommt hin und wieder nicht zu kurz. 

"Heimat ist dort, wo das Herz ist"

Hammer fühlt sich durch sein neues Amt geehrt und blickt mit voller Tatendrang in die Zukunft. Seine nächsten Ziele als Bürgermeister sind der Neubau eines Feuerwehrhauses, die Errichtung von Betreubarem Wohnen, sowie die Sicherung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Im Gesamten nimmt er sich vor, die Lebensqualität der Bürger in Zukunft weiter zu heben. Fragt man ihn, was er mit einem Lottogewinn machen würde, so sagt er, dass ein Anteil der St. Anna Kinderkrebsforschung zustünde.

"Das Amt erfüllt und ehrt mich mit besonderem Stolz, da ich mir bewusst bin, dass es für einen Zuagroasten nicht so einfach und selbstverständlich ist, die Geschicke eines Ortes zu lenken. Aber Heimat ist dort, wo das Herz ist! Mein Herz ist eben in Berg", so der neue Bürgermeister.

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