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Im neu gewählten Nationalrat sind mehr Frauen als je zuvor. ©Parlamentsdirektion/HBF/Pusch Gunter

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Parlament

Neuer Frauenrekord im Nationalrat

Der niedrige Frauenanteil in der österreichischen Politik wird immer wieder kritisiert. Der Trend nach oben, der sich langsam aber stetig bemerkbar macht, hat nach den letzten Nationalratswahlen seinen bisher höchsten Punkt erreicht: 72 Mandatarinnen sind in Österreich ein Rekord.

Noch nie hatte ein neu gewählter Nationalrat so viele weibliche Abgeordnete. Zum vierten Mal in Folge ist der Frauenanteil im Nationalrat gestiegen. Den kleinsten Anteil an Mandatarinnen stellt die FPÖ.

Besser als Bundestag

Lag der Frauenanteil im österreichischen Nationalrat nach den Wahlen 2017 noch bei 34,4 Prozent, wird er sich mit dem neuen Nationalrat, der am Mittwoch, 23. Oktober 2019, angelobt wird, auf ganze 39,3 Prozent erhöhen. Aktuell liegt der Anteil bei 37,2 Prozent, was darauf zurückzuführen ist, dass viele im 2017 gewählten Nationalrat vertretene und meist männliche Mandatare nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen in die Regierung weitergezogen sind. Durch das Reißverschlusssystem rückten dann in vielen Fällen weibliche Abgeordnete nach.

Obwohl ein Frauenanteil von 39 Prozent noch weit davon entfernt ist, mehr als die Hälfte der Bevölkerung repräsentativ zu vertreten, zählt Österreich damit zu den Spitzenreitern in der EU. Einen höheren Anteil  an weiblichen Abgeordneten haben nur Schweden, Finnland, Spanien und Belgien. Auch im Vergleich mit den deutschsprachigen Ländern liegt Österreich im oberen Mittelfeld: Das frisch gewählte Schweizer Parlament hat einen neuen Frauenanteil von 42,5 Prozent, im Deutschen Bundestag sind 31,2 Prozent Frauen vertreten.

"Frauenbonus" für SPÖ und Grüne

Den niedrigsten Frauenanteil hat die FPÖ mit 16,7 Prozent, bei der ÖVP ist die Anzahl an Mandatarinnen leicht gestiegen. Dennoch verpasst sie mit 36,6 Prozent die über-40-Prozent-Marke, ab der seit diesem Jahr eine Erhöhung der Klubförderung winkt. Die neue Regelung dient als Anreiz für einen höheren Frauenanteil und soll damit den Männerüberschuss in den parlamentarischen Klubs eindämmen. Selbst die NEOS, die bis zuletzt den höchsten Frauenanteil gestellt haben, verfehlen das Ziel knapp mit exakt 40 Prozent.

Die meisten weiblichen Abgeordneten ziehen für die Grünen mit 57,7 Prozent in den Nationalrat ein, dahinter folgt die SPÖ mit einem Frauenanteil von 47,5 Prozent.

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