09:39 Uhr  //  KW 51  //  Mittwoch, 19. Dezember 2018  //  2685 Kollegen online

Torraum Feld ©Natur im Garten

VIDEO

LINKS

DOWNLOADS

Mehr zum Thema

Drucken   EMail

"Natur im Garten" Tipp

Ökologische Sportplätze – das geht?

Lange wurden Sportrasenflächen als Sorgenkind in der ökologisch gepflegten Gemeinde wahrgenommen. Die besonderen Bedingungen – quasi Monokultur, starke Belastung und trotzdem Vorzeigefläche- verlangten geradezu nach einer intensiv-chemischen Pflege mit Kunstdünger und Pestiziden. Das es auch anders gehen kann zeigt ein Forschungsprojekt, das „Natur im Garten“ in den letzten Jahren durchführte.

Sportrasen und Chemie

Chlorierte Phenoxyfettsäuren, 3,4-Dimethylpyrazolphosphat oder Methylenurea. Das klingt nicht nach Naturrasen, aber so werden Sportplätze mit Rasengräsern in Fachkreisen bezeichnet. Die ständige Belastung durch Tritt, für Gräser nicht optimaler Boden und hin und wieder eine Dusche aus salzigen Nährstoffen lassen eher Spezialisten als Gras wachsen; und diese Spezialisten kennt man als Rasenunkräuter. Klee, Wegerich, Löwenzahn und Co nutzen die geschwächten Gräser und nehmen ihren Raum ein. In der Konsequenz werden dann Rasenunkrautvernichter eingesetzt, die wiederum ebenfalls die Gräser schwächen. Das Ende ist ein abgemagerter, lückiger Sportrasen, verdichteter Boden sowie belastete Menschheit und Umwelt.

Sportrasen ohne Chemie

Dass es auch anders geht zeigen „sports fields“ in den USA. Hier sind Unkrautvernichter und synthetische Dünger seit 20 Jahren bereits verboten, wenn sich auch Kinder auf den Plätzen aufhalten. Adaptiert an das österreichische Klima hat die Fa. GARTENleben gemeinsam mit „Natur im Garten“ ein 3-jähriges Projekt zur naturnahen Sportplatzpflege durchgeführt. Nicht dem Unkraut etwas Böses, sondern dem Rasen etwas Gutes tun war die Grundlage des Forschungsprojekts. Höhere Humusgehalte, Belebung durch Mikroorganismen sowie vollwertige Naturkost in Form natürlicher Düngemittel wurden zur Pflege eingesetzt. Die Ergebnisse wurden durch wissenschaftliche Methoden erfasst, wobei nicht nur die Verdichtung, die Versickerungsfähigkeit oder die Scherfestigkeit untersucht wurden, sondern auch Deckungsgrad der Gräser sowie der Unkrautbesatz wurde penibel registriert. Um die Ergebnisse auch nutzen zu können wurden mehrere Sportplätze, vom Stadion bis hin zum „Feld- und Wiesenplatz“ in die Untersuchungen genommen.

Und funktioniert das?

Die Ergebnisse waren vielversprechend. Nicht nur der Deckungsgrad der Gräser wurde erhöht, auch die Versickerungsfähigkeit verbesserte sich und die Spieler der Plätze berichteten von griffigeren Platzverhältnissen, was die Verletzungsgefahren minimiere. Durch höhere Humusgehalte musste auch weniger bewässert werden. Wegerich- und Kleebesatz reduzierten sich, lediglich der Löwenzahn, der auf einem Platz beim empfohlenen Mulchmähen seine Blüten fast schon provokant über die Grasfläche erhob, profitierte ebenfalls von den Maßnahmen, konnte aber durch Nachsaaten von Rasensaatgut dann ebenfalls reduziert werden. Alles in allem also gute Ergebnisse.

Mehr Informationen erhalten Sie beim Grünraumservice von „Natur im Garten“: Telefon 02742/74333 oder https://www.naturimgarten.at/gemeinde

LOGIN / NEUANMELDUNG >

 

Benutzername:

Passwort:

 

Neuanmeldung als:

Einzelperson

Gemeinde/Verband