19:52 Uhr  //  KW 08  //  Donnerstag, 20. Februar 2020  //  123 Kollegen online

Walter Koch, Geschäftsführer KSV1870 Forderungsmanagement GmbH: „2018 haben wir als Inkassobüro 42,5 Millionen Euro für Firmen eingetrieben.“

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Zahlungsmoral

Österreicher zahlen nicht immer pünktlich. Was tun?

In Österreich werden pro Jahr 1,9 Millionen Rechnungen nicht bezahlt. Für Unternehmen bedeutet das nicht nur kurzfristige Zahlungsausfälle, sondern schwächt auch ihre Liquidität. Davon sind auch Gemeinden betroffen, die gleichzeitig aber auch heuer die Musterschüler der Öffentlichen Hand bleiben.

Der typische Österreicher ist humorvoll, gemütlich und er gilt gemeinhin als braver Zahler. Doch das ist nicht immer der Fall, wie aktuelle Zahlen des KSV1870 belegen. Denn nach wie vor werden 1,9 Mio. Rechnungen in der Höhe von 1,35 Mrd. Euro trotz Zahlungserinnerungen und Mahnungen nicht bezahlt – pro Jahr. Diese Forderungsverluste stellen insbesondere für kleine und mittlere Betriebe eine echte Herausforderung dar. Laut Austrian-Business-Check-Umfrage des KSV1870 zur Zahlungsmoral in Österreich sind es vor allem Rechnungen von bis zu 50.000 Euro, die zu spät oder gar nicht bezahlt werden – für KMU bereits ein existenzbedrohender Betrag. Diesen Trend sieht auch Peter Grundmann, Geschäftsführer von Hearonymus und KSV1870 Mitglied: „Wenn Rechnungen nicht bezahlt werden, sind es in unserem Fall meist jene bis 1.000 Euro. Umso größer der Rechnungsbetrag, desto weniger Probleme gibt es mit der Bezahlung.“

Unbezahlte Rechnung nicht liegen lassen
Laut Umfrage-Ergebnissen müssen rund 60 Prozent der Befragten bei bis zu fünf Prozent ihrer Rechnungen Maßnahmen ergreifen, um ihre Liquidität langfristig nicht zu gefährden. In so einem Fall ist Schnelligkeit gefragt. Denn um einen Zahlungsausfall zu vermeiden, sollte der Mahnprozess unverzüglich nach Ende der Zahlungsfrist gestartet werden. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Zahlungsfristen heutzutage leider kaum noch ernst genommen werden. Das ist in der jüngeren Vergangenheit wieder etwas schlechter geworden“, so Grundmann. „In einigen Fällen genügt es, auf eine offene Rechnung zeitnah und höflich hinzuweisen. Hilft das nicht, lassen wir allerdings keine Zeit verstreichen und setzen den Mahnprozess, auch mithilfe des KSV1870, zumeist schriftlich in Gang.“ Verbesserungspotenzial erkennt der Hearonymus-Gründer vor allem bei ganz kleinen Betrieben und den großen Unternehmen.

Gemeinden sind vorbildliche Zahler
Während Bund und Länder trotz verringerten Zahlungsverzuges nach wie vor zu spät zahlen, liegen die Gemeinden mit ihrem Zahlungsziel von 26 Tagen vorbildlich unter der gesetzlichen Vorgabe von 30 Tagen und weisen mit einem Zahlungsverzug von drei Tagen den niedrigsten Wert auf. Dabei weisen die burgenländischen Gemeinden sowie die Gemeinde Wien mit fünf Tagen den größten Zahlungsverzug auf.

Vorsätzliche Gründe dominieren
Die Gründe, warum nicht oder verspätet bezahlt wird, sind vielfältig. Insgesamt dominieren allerdings vorsätzliche Motive und das Ausnützen einer etwaigen Machtposition – insbesondere von Firmen und der Öffentlichen Hand. Aber auch die Vergesslichkeit spielt vor allem bei Privaten eine gewisse Rolle. KSV1870 Inkasso übernimmt Für Unternehmen bedeuten offene Rechnungen nicht nur ein finanzielles Ungleichgewicht, sondern auch einen deutlich höheren administrativen Aufwand. Das kostet Zeit. Zeit, die die Unternehmen idealerweise in ihr Kerngeschäft investieren könnten. Es macht daher Sinn, den gesamten Mahnprozess an ein Inkassobüro wie den KSV1870 zu übergeben, sobald Zahlungsfristen überschritten werden und Rechnungen offen bleiben. Der Gläubigerschutzverband hat alleine im vergangenen Jahr 1,2 Mio. Maßnahmen zur Forderungseinbringung gesetzt: „2018 haben wir als Inkassobüro 42,5 Millionen Euro für Firmen eingetrieben“, so Walter Koch, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH.

Den aktuellen Austrian Business Check zur Zahlungsmoral in Österreich jetzt downloaden.

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