08:44 Uhr  //  KW 50  //  Montag, 10. Dezember 2018  //  2937 Kollegen online

Harald Preuner erreichte bei der Stichwahl das knappste Ergebnis in der Geschichte der Mozartstadt, aber er ist damit der zweite ÖVP-Stadtchef in der Geschichte. (Quelle: APA, Grafik: Kommunalnet/Gemeindebund, Bildrecht: ©salzburg.info)

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Salzburg

ÖVP erobert Bürgermeistersessel in Salzburg

Salzburg erlebte das knappste Rennen um das Bürgermeisteramt in der Geschichte: Harald Preuner ist mit 50, 32 Prozent der Stimmen der neue Bürgermeister in Salzburg. Er übt das Amt aber nicht einmal eineinhalb Jahre bis zur nächsten turnusmäßigen Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl aus.

Bei frostigen Temperaturen wurden die Salzburger am 10. Dezember 2017 aufgerufen, den Bürgermeister in der Stadt Salzburg zu wählen. In der Stichwahl standen sich der interimistische Stadtchef Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) und der SPÖ-Klubvorsitzende Bernhard Auinger, die beim ersten Urnengang vor zwei Wochen die meisten Stimmen erreicht haben, gegenüber.

Knappes Ergebnis für Preuner

Preuner erhielt am 26. November 2017 noch 35,01 Prozent der Stimmen, Auinger kam auf 31,88 Prozent. Der Wahlsonntag am 10. Dezember brachte Spannung bis zum Schluss: Zwischen 16.15 und 16.30 Uhr, als die Ergebnisse aus den 167 Wahlsprengeln der Stadt eintrudelten, wechselte die Führung mehrmals - einmal lag Preuner vorne, einmal Auinger. Kurz nach 16.30 Uhr waren dann alle Sprengel ausgezählt - und Preuner lag knapp vorne. Bei dieser Führung blieb es auch nach Auszählung der 8.066 Wahlkarten. Preuner liegt nun mit 294 Stimmen bzw. 50,32 Prozent vor Bernhard Auinger. Es ist das knappste Ergebnis einer Bürgermeisterwahl in der Stadt. Damit ist Preuner erst der zweite gewählte ÖVP-Bürgermeister in der Mozartstadt.

Die Wahlbeteiligung war mit 41,4 Prozent zwar noch niedriger als im ersten Wahlgang (43,8 Prozent), aber zumindest höher als bei der Stichwahl 2014 mit nur 31,2 Prozent.

Preuner: "Historisches Ergebnis"

Der künftige Bürgermeister sprach gegenüber der APA in einer ersten Reaktion von einem "historischen Ergebnis". Sein Team habe in den zwei Wochen seit dem ersten Wahlgang noch den Turbo gezündet und sei gerannt, was nur möglich war. "Da sieht man, was eine Partei erreichen kann, wenn sie geschlossen ist und auch den notwendigen Siegeswillen hat."

Er habe immer gehofft, dass noch ein Fenster für ihn aufgehe, und dabei mit einer Pensionierung von Ex-Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) spekuliert. "Dass es jetzt anders ausgegangen ist, tut mir für ihn persönlich sehr leid. Aber wenn eine Person stimmig ist, gibt es Möglichkeiten." Er habe auch nie verstanden, dass eine Handelsstadt wie Salzburg immer rot sei. "Das heute war ein klares Signal für das bürgerliche Lager." Er wolle nun noch wichtige Dinge abarbeiten und dann das Ergebnis bei der nächsten regulären Wahl für die ÖVP noch entsprechend ausbauen.

Verlierer nimmt nächste Wahlen ins Visier

"Ich bin sehr enttäuscht, wir haben so viel investiert", sagte der gescheiterte SPÖ-Kandidat Auinger. Leider habe am Ende die Zeit nicht gereicht. Aber die SPÖ sei weiterhin die stärkste Partei im Gemeinderat, stelle beide Vizebürgermeister und verfüge mit der Bürgerliste (Grüne) über eine Mehrheit. "Ohne uns wird es nicht gehen." Ab nun gelte es, bis zur nächsten Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl den knappen Rückstand von heute noch aufzuholen und das Ergebnis zu drehen.

Nächste Bürgermeisterwahl schon im Frühling 2019

Der neue Bürgermeister wird am 14. Dezember 2017 im Gemeinderat angelobt. Seine Amtszeit beträgt zunächst aber nicht einmal eineinhalb Jahre, weil im Frühjahr 2019 die nächste turnusmäßige Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl ansteht. Der vorgezogene Urnengang wurde notwendig, weil der langjährige Stadtchef Heinz Schaden am 20. September 2017 sein Amt niedergelegt hat - nach dem nicht rechtskräftigen Schuldspruch im Untreue-Prozess. Er war wegen der Übertragung von Zinsaustauschgeschäften im Jahr 2007 wegen Beihilfe zur Untreue zu drei Jahren Haft, einem davon unbedingt, verurteilt worden.

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