10:40 Uhr  //  KW 09  //  Freitag, 28. Februar 2020  //  2276 Kollegen online

Die syrischen Asylwerber Inal Qat und Odai Abu Shehab engagierten sich für das Projekt "Sonnenschaukel". © Kärnten Solar

Die Photovoltaikschaukel produziert 500 Watt etwa zum Aufladen von E-Bikes oder Smartphones. © Kärnten Solar

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Best Practice

Photovoltaik-Schaukel: Schaukelnd Strom erzeugen

Im Schatten schaukeln und gleichzeitig das Handy aufladen: Ein Projekt aus Kärnten macht es möglich. In Ruden haben zwei syrische Asylwerber gemeinsam mit Kärnten Solar eine Photovoltaik-Schaukel errichtet, die Strom aus Sonnenenergie erzeugt. Ein Projekt, das einfach nachgemacht werden kann.

Global denken, lokal umsetzen: Das war das Motto, unter der der Kärntner Klimabündnis-Betrieb Kärnten Solar gemeinsam mit dem beiden Flüchlingen Inal Quat und Odai Abu Shehab aus Syrien das Projekt  "Photovoltaik-Schaukel" startete. Mit regionaler Technik und Lärchenholz aus Kärnten stellte die syrisch-österreichische Truppe einen Prototypen für das außergewöhnliche Möbelstück her, mit dem man im Schatten schaukelnd Handy oder E-Bike umweltfreundlich aufladen kann.

Messedeko als Denkanstoß

Die Idee zur Photovoltaik-Schaukel entstand auf einem Messestand des Sonnenenergie-Unternehmens Kärnten Solar. Im Gespräch mit Klimabündnis Kärnten Koordinator Christian Salmhofer scherzte Geschäftsführer Michael Jaindl über eine Schaukel, die als Dekoration am Messestand stand. "Wir haben uns gedacht, damit könnte man etwas machen", erzählt Jaindl, "Der Herr Salmhofer meinte plötzlich, er habe da Kontakt mit Flüchtlingen, die bei so einem Projekt dabei wären." Die Idee gefiel und so machte Jaindl aus dem ursprünglichen Spaß schließlich Ernst.

Ein Unternehmen, zwei Flüchtlinge, vier Wochen Arbeit

Nachdem der Unternehmensleiter den Plan für einen Prototypen der Photovoltaik-Schaukel erstellt hatte, wandte er sich an die beiden jungen Syrer. "Als ich den Burschen den Plan gezeigt habe, haben sie sich sofort ausgekannt und wussten, was zu tun war", erzählt der Kärntner Unternehmer begeistert. Die darauffolgende Zusammenarbeit zwischen den motivierten Flüchtlingen und dem Geschäftsmann funktionierte wunderbar. "Die beiden waren wirklich sympathisch, gingen mit Ehrgeiz an die Sache und zeigten sich sehr, sehr engagiert", so Jaindl.

Nach etwa einem Monat Arbeit von der Entwicklung des Konzepts bis zum Festziehen der letzten Schraube, konnten Jaindl und die beiden Asylwerbern aus der syrischen Hauptstadt Damaskus das Projekt Sonnenschaukel erfolgreich fertigstellen. "Das Zusammensetzen der Schaukel dauerte eigentlich nur zwei Tage. Der Plan am Papier und die Technik hinter der Schaukel waren mit je zwei Wochen Arbeitszeit die aufwendigeren Schritte", erklärt Jaindl

Sonnenschaukel breitet sich in österreichischen Gemeinden aus

Der Prototyp der Sonnenschaukel ist nun im Museum am Bach in Roden ausgestellt. "Wir wollten dem Projekt ein wenig Bekanntheit verschaffen. Dass wir die Schaukel als Kunstprojekt zur Verfügung stellen, war dabei wieder eine Idee von Christian Salmhofer vom Klimabündnis", erzählt Jaindl, der die Erkenntnisse aus der Erstellung des Prototyps nutzte, um eine verbesserte, zweite Version der Sonnenschaukel herzustellen. Diese sind vor allem in Gemeinden und Naturgegenden sehr beliebte Elemente. "Mittlerweile stehen unsere Photovoltaik-Schaukeln von Kärnten bis Tirol", so Jaindl, der sein Produkt sowohl als fertige Schaukel, als auch zum Selbstbau um rund 400 Euro anbietet. Das empfiehlt er allerdings nur Personen, die sich technisch auch gut auskennen: "Die Sonnenschaukel ist zwar keine Rakententechnik, aber IKEA-Niveau ist es auch nicht gerade."

Falls Sie auch in Ihrer Gemeinde eine Sonnenschaukel aufstellen möchten, können Sie sich über den Link in der Infobox informieren.

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