03:41 Uhr  //  KW 50  //  Sonntag, 16. Dezember 2018  //  2 Kollegen online

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Mit einem positiveren Klima wäre jedoch nicht nur die Motivation höher, sondern auch Krankenstandstage könnten verringert werden. ©Marco2811 - Fotolia.com

Die Zahl der diagnostizierten psychischen Erkrankungen steigt rasant an. (Quelle: Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse)

Mag. Armin Schwartz-Just arbeitet für die Firma Pentaplus und unterstützt Gemeinden oder Unternehmen dabei, ein gesundes, motivierendes und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen. (Bild: ZVG)

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Gesundheit

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz evaluieren

Streit unter Kollegen, eine Arbeitsbelastung, die zuviel wird - psychische Belastungen am Arbeitsplatz können viele Ursachen haben. Gemeinden als Dienstgeber können hier aber aktiv werden und auch für die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter etwas tun.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind oft mit einem hohen Niveau an psychischen Anforderungen und Belastungserleben konfrontiert. Laut einer Mikrozensus-Erhebung der Statistik Austria von 2013 klagten vier von zehn befragten Mitarbeitern (40,3%) in Österreich über ein Risiko für psychische Probleme an ihrem Arbeitsplatz. Im öffentlichen Dienst sind es mehr als 43 Prozent Betroffene. Psychische Erkrankungen stehen bereits auf Platz zwei der häufigsten Ursachen für Krankenstand.

Was sind psychische Belastungen?

Psychische Belastung ist nach der Norm EN ISO 10075 "die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken".

Was sagt das Gesetz dazu?

Der Gesetzgeber ist hier eindeutig, z.B. NÖ Bedienstetenschutzgesetz steht: "Der Dienstgeber ist verpflichtet, die für Sicherheit und Gesundheit der Bediensteten bestehenden Gefahren zu ermitteln und zu beurteilen. Es sind sowohl die physischen als auch die psychischen arbeitsbedingten Gefahren und Belastungen zu erfassen."

Im steiermärkischen  Bedienstetenschutzgesetz steht beispielsweise: "Der Dienstgeber ist verpflichtet, für Sicherheit und Gesundheitsschutz der Bediensteten in Bezug auf alle Aspekte, die die Arbeit betreffen, zu sorgen und erforderlichenfalls Schutzmaßnahmen zu treffen." Ähnliche Formulierungen finden sich auch in den Gesetzen anderer Bundesländer.

Evaluierung psychischer Belastungen als erster Schritt

Mit der Evaluierung psychischer Belastungen, einer Maßnahmenableitung und – umsetzung kann jede/r Bürgermeister/in, jede/r Amtsleiter/in einen Beitrag leisten die Gesundheit der Kolleg/innen zu erhalten und zu verbessern. Dadurch können in der Gemeinde die Ausfallszeiten gesenkt und die Motivation gesteigert werden.

Was wird evaluiert?

Gegenstand der Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen sind ausschließlich die Bedingungen/Verhältnisse, unter denen Arbeit stattfindet. Im Detail sind dies: 

  • Arbeitsaufgabe und Tätigkeiten (z. B. Umgang mit schwierigen Kunden, hohe Verantwortung, Daueraufmerksamkeit bei Überwachungstätigkeiten, ...)
  • Arbeitsorganisation (z. B. Arbeitstempo, Pausengestaltungen, unklare Zuständigkeiten, häufige Unterbrechungen, ...)
  • Arbeitsumgebung (z. B. Lärm, Klimabedingungen, Beleuchtung und Belichtung, Arbeitsmittel und Arbeitsstoffe, Software, ...)
  • Organisationsklima (z. B. Führungsverhalten, Kommunikation, Handlungsspielräume, ...)

Sie können die Belastungen mittels Fragebogen (einfach auch online) oder mittels moderierter Workshops ermitteln.

Was passieren kann, wenn die psychische Gesundheit vernachlässigt wird

Wird im Betrieb nicht auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter/innen geachtet, so können die Folgen massiv ausfallen:

  • Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit
  • Ermüdung, Sättigung, Monotonie, Stress, Erschöpfung (Schlagwort "Burnout")
  • Zunahme von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Muskel-Skelett Systems, des Magen-Darm-Systems
  • Verstärkter Konsum von Nikotin, Alkohol, etc.

Kosten einer Evaluierung

Ein Evaluierung kostet, je nach Größe der Gemeinde und der Ergebungsmethode zwischen 1.800 und 6.000 Euro. Pro Mitarbeiter/in kann mit Kosten zwischen 30 und 40 Euro kalkuliert werden. Wenn die Präventionszeiten zu 25 Prozent an Arbeitspsychologen/innen oder sonstige Fachkräfte vergeben werden, ist die Evaluierung mitunter sogar kostenneutral.

Keine Förderungen, aber Preisnachlass bei Projektstart vor Ende 2019

Förderungen für Gemeinden oder Städte gibt es derzeit noch nicht. Die Firma Pentaplus gewährt aber bei einem Projektstart vor Ende 2019 einen Kostennachlass von 500 Euro.

 

Zum Autor des Artikels:

Mag. Armin Schwartz-Just arbeitet bei Pentaplus, einem Unternehmen, das Organisationen und Betriebe dabei unterstützt, ein gesundes, motivierendes und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen. Darunter finden sich auch Gemeinden. Das Team von Pentaplus setzt sich aus Psychologen und Organisationsentwicklern zusammen.

Bei weiteren Fragen zum Thema wenden Sie sich bitte direkt an Armin Schwartz-Just:

Mag. Armin Schwartz-Just
0699/177 000 06
Armin.schwartz(at)pentaplus.eu

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