03:29 Uhr  //  KW 50  //  Freitag, 15. Dezember 2017  //  3 Kollegen online

Purgstall hat sein Schicksal selbst in die Hand genommen und ein Projekt gegen Leerstand im Zentrum initiiert. ©Marktgemeinde Purgstall

Mit sechs Hauseigentümern wurden Hausentwicklungskonzepte erarbeitet. ©Marktgemeinde Purgstall

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Purgstall sagt "Leerstand adé"

In vielen Altstädten bietet sich ein ähnliches Bild: Hauseigentümer wollen weder investieren, noch verkaufen. Purgstall startet ein Projekt gegen Leerstand.

Geht es um leerstehende Altstadthäuser, weiß man: Ohne Eigentümer/innen geht nichts. Sprich: Will eine Gemeinde ein vitales Zentrum, geht das nur in Zusammenarbeit mit den Hausbesitzern. Das war und ist auch der Marktgemeinde Purgstall bewusst.

Schlüsselobjekte im definierten Gebiet

Die Gemeinde startete im Rahmen der Stadterneuerung ein Projekt, bei dem bestimmte historische Altstadthäuser in zwei definierten Straßenzügen – sogenannte Schlüsselobjekte - einer umfassenden Bestandsanalyse unterzogen wurden. Gemeinsam mit einem ortskundigen Planungsteam werden nun neue Nutzungskonzepte entwickelt um die zum größten Teil leerstehenden Gebäude wieder mit Leben zu befüllen.

Von Purgstallern für Purgstaller

Das Projekt zeichnet sich dadurch aus, dass die Impulse zu diesem Projekt nicht von Externen kamen, sondern von den Purgstaller/innen selbst für ihre Gemeinde. Sie haben das Projekt entwickelt und die in Frage kommenden Immobilien als Mitglieder der "Steuerungsgruppe Ortskernbelebung" ausgesucht. Mittels detailliertem Leistungskatalog wurde die Planungsleistung ausgeschrieben und ein in der Region tätiges Planungsbüro als Partner gefunden.

Häuser werden gecheckt

Konkret werden mit sechs Hauseigentümern Hausentwicklungskonzepte erarbeitet. Diese beinhalten eine Analyse der Substanz, die Ermittlung des Sanierungsbedarfs für mögliche neue Nutzungen, Grobskizzen zur besseren Veranschaulichung der Gebäudepotenziale, eine grobe Schätzung der Kosten sowie mögliche Finanzierungsmodelle und Förderungen.

Das Beratungsangebot ist für Eigentümer kostenlos und umfasst in etwa 20 Stunden. Durch dieses Angebot sollen die Hauseigentümer der "Schlüsselobjekte" in Purgstall animiert werden, ihr leerstehendes Objekt zu sanieren.

Nicht nur reden, sondern tun

Bürgermeister Christoph Trampler ist es ein besonderes Anliegen, dass über den Leerstand in seiner Gemeinde nicht nur gesprochen, sondern tatsächlich saniert und umgebaut wird. "Die Gemeinde möchte die Eigentümer dabei unterstützen, Sanierungen und Umbauten tatsächlich durchzuführen. Mindestens drei bis vier Häuser im Zentrum sollen auf diesem Weg in den nächsten Jahren saniert werden, um in Zukunft wieder neuen Wohnraum in alten Häusern zu haben. Auch neue Betriebe sollen im Stadtzentrum ihre Heimat finden." Das Projekt ist auch ein Impuls für weitere Hauseigentümer/innen, aktiv zu werden.

Vom Informationsabend zum Hauseigentümer-Stammtisch

Die Gemeinde Purgstall hat im Juni 2017 zu einem Informationsabend eingeladen. Sie wurden in dem Brief über Wesen und Zielsetzung des Projekts sowie des Abends informiert. Bereits am Ende des ersten Infoabends meldeten sich sechs Eigentümer für eine Bestandsanalyse ihres Objekts an.

Vorläufiger Projekt-Höhepunkt wird eine Infoveranstaltung sein, bei der über die bisher erzielten Ergebnisse berichtet wird und die Entwicklungskonzepte den Hauseigentümer übergeben werden.
In weiterer Folge bietet die Marktgemeinde weiterführende „Hauseigentümer-Stammtische“ an. Diese Stammtische dienen sowohl der Vernetzung als auch der Betreuung weiterer Interessentinnen und Interessenten. Begleitend dazu werden Exkursionen für Hauseigentümer aus ganz Purgstall in niederösterreichische Städte angeboten, die Erfolge bei der Althaussanierung und Leerstandsbekämpfung aufweisen können.

Finanzierung und "Kümmerer" machen manches leichter

Das Projekt wurde auch bei der NÖ Stadterneuerung zur Förderung eingereicht. Durch die finanzielle Unterstützung trägt die NÖ Stadterneuerung wesentlich zur Ortskernbelebung in Purgstall bei. Die NÖ.Regional als Prozessbegleiter und Kümmerer vor Ort ist dabei ein wichtiger Partner in der Ortskernbelebung. Ein weiterer Mosaikstein im Stadterneuerungsprozess, welcher mit dem Projekt "Schlüsselobjekte" einhergeht, ist die Neugestaltung von Kirchenplatz und Hauptstraße als Begegnungszone.

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