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"Natur im Garten" Tipp

Pyrethrum – die kleine Bio-Bombe im Naturgarten

„Biomittel taugen eh nix!“ Diesen Satz hört man öfter und er soll ausdrücken, dass alle Pflanzenschutzmittel, die für den ökologischen Landbau und/ oder Grünraum zugelassen sind an der Wirksamkeit zu Wünschen übrig lassen.

Dass diese Mittel geprüft werden und nur dann zugelassen werden, wenn sie auch wirksam sind, ist weniger bekannt. Heute stellen wir einen Wirkstoff vor, der alles vom Blatt fegt was 6 oder 8 Beine hat. Natur-Pyrethrum!

Ein Cocktail an Wirkstoffen

Natur-Pyrethrum ist der ölige Blütenkopf-Extrakt einer Chrysanthemen-Art (Tanacetum cinerariifolium), der schon seit Jahrtausenden bekannt ist. Gegen Kopfläuse, Flöhe und Schaben wurde der zerriebene Blütenkopf als „Persisches oder Dalmatinisches Insektenpulver“ bereits von den Römern eingesetzt. Und wird es sogar heute noch. Meist wird aber der gereinigte Naturstoff verwendet und der Wirkstoff dann als „Pyrethrine“ bezeichnet. Das klingt nach Plural, ist auch eine Mehrzahl, denn Pyrethrum besteht aus 6 Einzelwirkstoffen, eben den Pyrethrinen. Diese sollten nicht mit den Pyrethr-oi-den verwechselt werden, denn Pyrethroide sind synthetisch und können sehr gefährlich sein.

Kaltblütig, sechsbeinig, achtbeinig oder beschuppt?

Diese Überschrift bezeichnet es recht kurz, wo Pyrethrum eingesetzt werden kann: kaltblütige Tiere, Insekten und Spinnentiere. Aber es bezeichnet auch die Tiere, die es zu schützen gilt, wenn denn mit Pyrethrinen gearbeitet wird. Das Mittel ist fischgiftig und reptilienunfreundlich, weil beide Tierarten kaltblütig sind. Als Kontaktmittel wirkt es praktisch gegen alle Insektenarten, aber leider auch Nützlinge, wie Marienkäfer. Diese Nicht-Selektivität macht es auch zu einem Mittel, das wirklich nur mit Bedacht im Grünraum eingesetzt werden sollte. Großflächige Einsätze sollten vermieden werden.

Wirkung und Abbau

Sobald ein Insekt Pyrethrum über die Hautoberfläche aufgenommen hat, zeigt sich sehr kurze Zeit später die Wirkung. Nervenweiterleitungen werden unterbunden und die Tiere wirken benommen und zucken seltsam. Nach etwa 2-3 Minuten sind sie tot. Das klingt gruselig, doch wirkt Pyrethrum glücklicherweise ab 25° kaum mehr. Da sind Warmblüter bestens geschützt. Abgebaut ist Natur-Pyrethrum übrigens sehr schnell. Je nach Sonneneinstrahlung und Sauerstoffzufuhr ist der Stoff nach 15 Minuten bis etwa 3 Stunden abgebaut. Seine synthetischen Brüder, die Pyrethroide, brauchen Wochen bis Monate zum völligen Abbau! Allein schon deshalb ist die naturvariante die bessere Wahl.

Wo ist die Bio-Bombe einsetzbar?

Natur-Pyrethrum sollte immer das Mittel der letzten Wahl sein, denn der Schaden durch das Vernichten der Nützlingspopulationen ist größer als der Nutzen. Wenn keine Nützlinge zu erwarten sind, dann können Pyrethrine z.B. im kalten Herbst oder Frühjahr gegen Buchsbaumzünsler eingesetzt werden. Pyrethrum kann gespritzt werden, bis die Düse zufriert. Nur eben zu warm sollte es nicht sein. Aber das schützt ja auch uns.

Mehr Information bei “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per email unter gartentelefon(at)naturimgarten.at

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