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"Natur im Garten" Tipp

Ragweed – ein Neophyt der Allergien auslöst

Neophyten sind Pflanzen welche aus anderen Erdteilen zu uns gelangt sind und sich hier ausbreiten. Panik ist jedoch fehl am Platz, denn von 1000 eingeführten Arten etablieren sich nur 10 dauerhaft und nur eine Art führt zu unerwünschten Auswirkungen auf die Natur.

Einer dieser problematischen Fälle ist die einjährige, krautige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), auch Ragweed oder Traubenkraut genannt. Sie erreicht Wuchshöhen bis zu 150cm, der behaarte Stängel ist reich verzweigt, die Laubblätter sind meist doppelt fiederteilig.

Die Einschleppung dieses Neophyten erfolgte bereits vor mehreren Jahrhunderten über Getreideimporte aus Nordamerika, wo die Ambrosie in den weiten Prärien heimisch ist.

Heute erfolgt die Einschleppung über Futtermittel die Sonnenblumenkerne enthalten und mit Ambrosia – Samen verunreinigt sind. Daher kommt das Traubenkraut oft an Stellen vor, an denen im Winter Vogelfütterung stattfand. Das kann im Garten, in Parks oder Schulhöfen sein. Häufige Ausbreitungswege der Samen stellen auch Straßen oder Bahndämme dar.

Das Problem an der Ausbreitung der Pflanze ist ihr hohes allergenes Potenzial. Sowohl der Hautkontakt mit der Pflanze, als auch die winzig kleinen Pollenkörner können starke allergische Reaktionen beim Menschen auslösen. Der extrem kleine Pollen kann mit der Atemluft tief in die Bronchien gelangen und entzündliche Prozesse hervorrufen. Typische Reaktionen sind gerötete Augen, laufende Nase bis hin zu Asthma – Anfällen. Die Beschwerden bei allergischen Patienten treten in der Blütezeit der Ambrosie, nämlich August bis Anfang Oktober auf.

In der Gemeinde sollte man deshalb vor allem an den oben erwähnten Plätzen wie Vogelfutterstellen, Wegränder, Straßenränder und Böschungen ein offenes Auge für diese Pflanze haben, da sie durch ihre allergene Wirkung beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichtet.

Kleinere Bestände sollten mit der Wurzel ausgerissen werden, am besten noch vor der Blüte, da eine Pflanze mehrere tausend Samen bilden produzieren kann, welche im nächsten Jahr wieder als Pflanzen wachsen können. Größere Bestände sollten mindestens zwei Mal pro Jahr gemäht werden (Mitte Juli und Ende August). Als Ziel gilt die Blüten- und Samenbildung zu verhindern. Leider kann das Mähen zu niedrigem, bodendeckenden Wuchs führen, der – wenn auch eingeschränkt – trotzdem zur Blütenbildung führen kann. Nachhaltiger wirkt eine mehrmalige Behandlung der Bestände mit Heißwassergeräten oder anderen thermischen Geräten, welche dieses einjährige Kraut abtöten.

Nähere Informationen zum Thema „Neophyten“ finden Sie auf unserer Homepage unter www.naturimgarten.at/neophyten

Mehr Information erhalten Sie beim Grünraumservice von „Natur im Garten“: Telefon 02742/74333 oder https://www.naturimgarten.at/gemeinden

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