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"Natur im Garten" Tipp

Rapsöl – Ein Pflanzenschutzmittel aus der Natur

Öle werden schon lange im Pflanzenschutz verwendet. Oft wurde noch ein heimtückischer, meist recht giftiger, chemischer Stoff beigemischt um dem Schädling die ganze Härte des Gärtners spüren zu lassen, dass er zu verschwinden habe. Heute geht es aber um einen Naturstoff, der ebenfalls fantastische Wirkungen hat: Rapsöl als Pflanzenschutzmittel.

Und nein: Ihr Rapsöl aus dem Küchenkasten ist nicht zu gebrauchen. Erstens dürfen nur zugelassene Präparate zum Pflanzenschutz eingesetzt werden und zweitens lässt sich Rapsöl nur schwer mit Wasser verdünnen. Deshalb ist dem Fertigpräparat auch ein Emulgator beigefügt, ein Stoff, der Öl in Wasser quasi löslich macht. Meist ist es Lezithin aus der Sojapflanze, das wir ebenfalls in Schokolade finden, um zu verhindern, dass das Fett nach außen dringt und die Schoki schmierig-grau aussehen lässt.

Die Luft wird dünn für Schädlinge
Die Wirkung von Rapsöl ist ein rein physikalischer Effekt. Durch das Öl werden die Atemöffnungen der Schädlinge verschlossen und die Tiere ersticken. Bei Schildläusen legt sich das Öl wie ein Film über das Schild und die Laus kann so ebenfalls nicht mehr schnaufen. Diese Wirkungsweise zeigt deutlich, dass Rapsöl ein Kontaktmittel ist, und nur getroffene Schädlinge auch wirklich absterben. Alles, was danach zuwandert bleibt verschont. Somit ist das Mittel auch sehr nützlingsschonend und wird auch deshalb gerne im Bioanbau verwendet. Seine kleinen Helfer will man ja nicht gefährden.

Sonne und Öl tut der Pflanze nicht gut!
Zwei Einschränkungen sind aber zu bachten. Die erste wäre das Zusammenkommen von Öl und Sonne auf einem Blatt. Es kann zu starken Schädigungen der Blätter kommen, weshalb wir das Mittel auch eher zur Austriebsspritzung (also Gehölze mit gerade austreibenden Blättern) oder zur Anwendung an trüben Tagen/ abends empfehlen. Die zweite Einschränkung wäre das Verharzen des Öls an der Luft, was wir von hermetisch durch harziges Öl verklebten Schraubverschlüssen auf der Ölflasche in der Küche kennen. Auf dem Schädling kann also der Ölfilm rissig werden und hartnäckige Schildläuse kommen so wieder an Luft. das mineralische Paraffinöl wäre in so einem Fall der bessere Ersatz, wobei aber Rapsöl bei den meisten Schädlingen trotzdem sehr gut wirkt.

Einsatzmöglichkeiten
Rapsöl wird gegen saugende Schädlinge, wie Blattläuse, weiße Fliegen, Woll- und Schmierläuse, Schildläuse und Milben eingesetzt. Gerade die, nur im Frühjahr beim Austrieb frei lebenden Gall- und Kräuselmilben, können gut erstickt werden. Später leben diese Milbenarten in den Blättern geschützt, sind nicht mehr bekämpfbar und verursachen beulige Ausbuchtungen oder Kräuselungen der Blätter. Eine Austriebsspritzung sollte wirklich beim Austrieb („Mausohrstadium“) erfolgen und nicht früher. Was wir ersticken wollen muss atmen. Und wenn’s kalt ist und die Schädlinge vielleicht noch nicht aus ihren Eiern geschlüpft sind, schnaufen sie kaum bis gar nicht. Ersticken geht da nicht!

Mehr Information erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon(at)naturimgarten.at

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