12:32 Uhr  //  KW 51  //  Montag, 16. Dezember 2019  //  1863 Kollegen online

Göming hat erstmals einen eigenen Kindergarten. Das Besondere daran: Er wurde von Schülern für die Gemeinde geplant. (Bild: ZVG)

Bürgermeister Werner Fritz freut sich über das gelungene Projekt. Ein Kindergarten war schon lange in Planung, die Fördermittel dafür wurden aber erst 2018 genehmigt. (Bild: ZVG)

Innen musste der Kindergarten zwar minimal adaptiert werden, grundsätzlich entstand er aber so, wie von den HTL-Schülern in ihrer Abschlussarbeit geplant worden war. (Bild: ZVG)

Das Projekt wurde mit dem zweiten Platz beim Eternit-Wettbewerb ausgezeichnet. (Bild: ZVG)

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Schüler planten Kindergarten für Göming

Die 785 Einwohner kleine Gemeinde Göming im Bezirk Salzburg-Umgebung hat erstmals einen eigenen Kindergarten. Doch das alleine ist noch nicht das Besondere: Das Projekt wurde – nicht wie sonst üblich - von einer Firma geplant. HTL-Schüler aus Salzburg haben den Kindergarten für die Kleinen im Ort konzipiert. Die Gemeinde hat das Schülerprojekt nun realisiert und umgesetzt. Anfang September konnte der Betrieb gestartet werden – kürzlich fand die feierliche Eröffnung statt.

"Ich bin sehr glücklich, dass Göming endlich einen eigenen Kindergarten hat. Mit vereinten Kräften ist es uns gelungen, den Kleinsten in unserer Gemeinde einen so wichtigen Grundstein für ihr zukünftiges Leben zu schaffen", freut sich Bürgermeister Werner Fritz.

Göming hat jetzt eigenen Kindergarten

Bis jetzt mussten die Göminger Kinder in den Kindergarten der Nachbargemeinde Oberndorf gehen. "Doch die Gemeinde ist gewachsen und so haben wir 2014 dann mit den Planungen für einen eigenen Kindergarten begonnen", erzählt Bürgermeister Fritz. Doch es mangelte anfangs an Fördermitteln. Erst 2018 kam dann die Entscheidung vom Land und so konnte der Kindergarten im Jahr 2019 endlich realisiert werden.

HTL-Schüler planten den Kindergarten

Die Idee für das Kindergartenprojekt kam dabei von den drei Salzburger HTL-Schülern Florian Pölzleitner, Michael Rieger und Markus Stadler, die den Kindergarten im Rahmen ihrer Abschlussarbeit in der fünften Klasse planten. Die Vorgabe lautete damals : Ein sechs-gruppiger Kindergarten, der auf einen vier-gruppigen Kindergarten reduzierbar ist.

Ein Jahr lang zeichneten, konzipierten, rechneten und planten die drei Schüler an ihrem Projekt. 2014 schlossen sie die Schule mit Matura ab ihr Projekt landete, wie alle anderen Abschlussarbeiten auch, in den Archiven der HTL-Salzburg - bis der Kindergartenbau in Göming drei Jahre später plötzlich spruchreif wurde und das Projekt aus der Schublade geholt wurde.

Kindergarten in 5 Monaten gebaut

"Wir haben nicht nur den Zuschlag für die Umsetzung des Kindergartenprojekts bekommen, sondern hatten auch den Vorteil, mit Markus Stadler einen der drei HTL-Planer des Kindergartenprojektes bei uns als Mitarbeiter und Kenner des Projekts in der Firma zu haben", freut sich Johann Bruckmoser, Chef des gleichnamigen Bauplanungsunternehmens aus Oberndorf. "Es ist schon etwas Besonderes, wenn man weiß, dass es in einer Gemeinde einen Kindergarten gibt, den wir als Schüler geplant haben", sagt Markus Stadler, HTL-Absolvent und Planer des Kindergartenprojektes, stolz. Auch wenn das Projekt innen leicht adaptiert werden musste, weil es sonst zu teuer geworden wäre. In einer Rekordbauzeit von nur fünf Monaten wurde der Kindergarten in Göming errichtet. Zwei Millionen Euro hat die Gemeinde in den Bau investiert.

Kindergartenprojekt auch beim Eternit-Wettbewerb ausgezeichnet

Rüdiger Fritz, HTL-Lehrer im Bereich Hochbau und Projektbetreuer der damaligen Schüler, bestätigt: "Dass eine Abschlussarbeit von Schülern tatsächlich umgesetzt wird, ist eine absolute Ausnahme. Ich kann mich an keine andere reale Umsetzung eines Projekts erinnern", weiß der Lehrer aus Erfahrung. Auch wenn es durchaus üblich ist, dass die Maturaschüler reale Projekte für konkrete Örtlichkeiten annehmen und planen. Umso größer war die Freude, als die Schüler erfuhren, dass ihr Kindergarten in Göming verwirklicht wird. Und damit nicht genug: Auch beim Eternit-Wettbewerb wurde das Kindergartenprojekt eingereicht und mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.

HTL-Arbeiten auch für künftige Projekte denkbar

Auch Bürgermeister Werner Fritz zeigt sich erfreut, dass das Projekt aus der Feder von Maturaschülern stammt – also quasi von Schülern für Kinder geplant wurde. "Das hat schon einen eigenen Charm und ist sicher auch eine interessante Form der Kooperation in anderen Bereichen."

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