13:26 Uhr  //  KW 42  //  Dienstag, 17. Oktober 2017  //  1209 Kollegen online

Wasser und Wein spiel(t)en in Sooß seit jeher eine große Rolle. (Bild: ZVG)

Auf dem Brunnen ist das Sooßer Gemeindwappen zu sehen: Kirche, Weintrauben und Flachsbrechel sind darauf abgebildet. (Bild: ZVG)

Erinnert der Kirchturm wirklich an einen Leuchtturm? (Bild: ZVG)

Die älteste Ansicht der von Sooß im Badener Burgfrieden 1670. (Bild: ZVG)

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Sooß: Was steckt hinter dem Gemeindenamen?

Soße und Braten - Sooß und Baden. Hungrige Ausflügler verschlägt es seit jeher an diesen besonderen Ort. Zur Entstehung des Namen der Gemeinde Sooß gibt es verschiedene Theorien.

Die Gemeinde Sooß im Bezirk Baden ist nachgewiesen über 800 Jahre alt und war früher einmal viel größer. Es soll sogar eine Stadt gewesen sein und schon zur Zeit der Herrschaft der Römer bestanden haben. Den Namen gab der Marktgemeinde keine spezielle hier erfunden Soße, eine interessante Geschichte hat die Gemeinde aber trotzdem.

Wie kam die Soße nach Sooß?

Verantwortlich für den Namen der Gemeinde könnte die lateinische Bezeichnung "Sassa ad tres fontes", was übersetzt "Ort bei den drei Brunnen" bedeutet, sein. "Sassa" leitet sich wiederum vom althochdeutschem Wort "saza" ab, das soviel wie Ansiedlung bedeutet. Tatsache ist, dass diese drei Brunnen auch wirklich vorhanden sind. Der erste befindet sich am Fuße des Sooßer Lindkogels, der zweite mitten im Ort und der dritte auf der ehemaligen Viehweide neben der Badener Straße. Bei Ausgrabungen wurden auch Siedlungsreste in der Nähe aller drei Brunnen gefunden.

Eine andere Version von der Entstehung des Ortes besagt, dass sich der Name Sooß aus dem Wort "sazza" oder "sozze" herleitet. Dies sei der Name eines Herrengeschlechts, dessen Stammschloss in der Nähe von Melk gewesen sein soll. Sooß selbst ist dann aus der Siedlung entstanden, die sich um das dort befindliche Schloss gebildet haben soll.

Brunnen oder Schlossherren?

Welche Version nun die richtige ist, lässt sich nicht genau belegen. Jedoch scheint die erstangeführte Erklärung die zutreffendere zu sein. Wahrscheinlich hat sich die Siedlung auf Grund der vorhandenen Wasserversorgung entwickelt. Darauf deutet auch die Bauweise der Gemeinde hin: Sooß ist ein typisches Straßendorf, die drei Brunnen sind weit auseinandergezogen vorhanden. Außerdem gibt es keinerlei Anzeichen auf ein Bestehen eines Schlosses in früherer Zeit.

Erstmalig erwähnt wird Sooß in einem Traditionsbuch des Stiftes Heiligenkreuz um 1200. Wichard von Zebingen hatte dem Stift einen Weingarten in Sooß geschenkt.

Sooß als Teil des Badner Burgfriedens

Sooß hatte immer eine enge Verbindung zur Nachbargemeinde Baden. In wirtschaftlicher Hinsicht waren die Bewohner der beiden Gemeinden überhaupt gleichgestellt. Sooß gehörte auch zum Badner Landgericht und musste seine Verbrecher am dritten Tag nach der Festnahmen, wie sie "mit Gürtel umfangen waren", abliefern. Als Entschädigung für die Voruntersuchung durfte sich Sooß das Obergewand des Häftlings behalten und dieser wurde nur mit der Kleidung, die mit dem Gürtel zusammengehalten wurde, nach Baden übergeben.

Das Schelmenloch als Attraktion

Für die Besucher der kaiserlichen Sommerresidenz Baden wurde Sooß als Ausflugsziel beworben: "Niemand wird Sooß verlassen, ohne sich angenehm unterhalten zu haben", heißt es 1816 in einem Fremdenführer zur "Unterhaltung der Curgäste in Baden".

Eine Schauersage war im Umlauf und zog viele Schaulustige an: "Soos wurde 1529 von den Türken gräßlich zerstört, von den Bewohnern blieben nur neun am Leben. Unweit von Soos befindet sich im Gebirge eine sehr geräumige Höhle, welche, weil sie oft der Schlupfwinkel von liederlichem Gesindel war, das Schelmenloch genannt wird; in ihr bargen sich auch die Bewohner von Soos, als die Türken ihre Häuser zerstörten; sie wurden aber unglücklicher Weise entdeckt und mittels Rauch erstickt."

Bei einer lokalhistorischen Untersuchung 1876 wurden tatsächlich mehrere Gegenstände, wie Gabel, Rasiermesser und ein großer Schlüssel, aus dem 15. bis 17. Jahrhundert gefunden. Die Höhle wurde um 1880 jedes Jahr von hunderten Ausflüglern besucht.

Sooß heute

1957 wurde Sooß zur Marktgemeinde erhoben, heute leben hier 1.059 Menschen. Der Ort ist vom Weinbau geprägt. Die gute Bodenbeschaffenheit und das milde Klima erlauben die Pflanzung von qualitativ hochwertigen Weinsorten.

Ein Leuchtturm im Sooßer Meer?

Immer wieder werden in Sooß Fossilien gefunden, die sichtlich einer Meeresfauna oder –flora angehören. Die Bevölkerung, die im 19. Jahrhundert noch nichts von einem seit Millionen Jahren verlandeten Tertiärmeer wusste, zog daraus einen originellen Schluss: Es muss hier einmal ein Meer gewesen sein, und der Unterbau des Kirchturms, der sich vom Rest des Turms baulich deutlich absetzt, war damals ein Leuchtturm!

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