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Umweltgemeinderat Hans Hintersteiner und Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr präsentieren die einstimmig angenommene Resolution (Bild: ZVG)

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Umwelt

St. Valentin: Plastikfrei per GR-Beschluss

Sankt Valentin im Bezirk Amstetten sagt Einweg-Kunststoff den Kampf an: Eine neu beschlossene Resolution soll für Unternehmen und Zivilpersonen strengere Richtlinien für die Einhaltung bringen.

Sankt Valentin ist bereits seit mehr als 18 Jahren Teil des Klimabündnisses und hat sich damit einhergehend für die Implementierung von nachhaltigen Initiativen entschlossen. Diese sind bereits sehr umfassend und sollen dazu beitragen, die Umwelt zu schonen und vorhandene Ressourcen zu schützen. Doch St. Valentin geht noch einen Schritt weiter: Eine am 27. September 2018 beschlossene Resolution sieht eine umfangreiche Initiative zur Vermeidung von Kunststoff vor.

Einstimmiges Ergebnis

Alle 33 Gemeinderatsmitglieder zeigten sich mit den neuen Plänen einverstanden: Einstimmig angenommen wurde die Resolution, die in Zukunft im gesamten Ortsgebiet einen Rückgang von Plastik-Verpackungen, Sackerl und Ähnlichem vorsieht. Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr begründet die Initiative: "Weltweit steigt die Verschmutzung durch Kunststoff, was in naher Zukunft zu massiven Problemen führen wird. St. Valentin möchte deshalb einen neuen Weg gehen und zahlreiche Maßnahmen setzen, die diesem Trend entgegenwirken." Ortschefin Suchan-Mayr ergänzt: "Nicht nur als Bürgermeisterin, sondern auch als Mutter ist es mir persönlich ein Anliegen, in diese Richtung zu denken - man muss nur an die Müllinseln im Meer denken. Man muss im kleinen Rahmen beginnen, Aktionen in diese Richtung zu setzen."

Dass die Resolution einstimmig angenommen wurde, freut Suchan-Mayr besonders: "Es ist schön, dass in solchen Belangen niemand blockiert. Wir waren uns auch schnell einig, dass wir eine echte Resolution erstellen und die Ambitionen nicht nur mit formlosen Bitten meinerseits an die Unternehmen verfolgen wollen."

Bewusstsein schaffen

Begonnen werden soll die Umstellung bei gemeindeeigenen Projekten: Bei örtlichen Festivitäten oder Veranstaltungen soll gänzlich auf Einweg-Verpackungen, wie Folien oder die bekannten PET-Flaschen verzichtet werden. Hierzu wird in den kommenden Wochen ein Leitfaden von der Gemeinde St. Valentin publiziert, der praxisnahe Tipps zur "plastikfreien" Umsetzung eines Festes geben wird.

Auch sollen Plastik-Sackerl aus den Supermärkten der Stadt verschwinden. Anlässlich dieses Bestrebens wird die Zivilbevölkerung dazu angehalten werden, eigene Beutel zum Einkaufen zu verwenden. Im Rahmen der Vorstellung der Resolution präsentierten Bürgermeisterin Suchan-Mayr und Umweltgemeinderat Hans Hintersteiner eine eigens bedruckte "Kollektion" von wiederverwendbaren Stoffbeuteln.

Unternehmen mit zentraler Rolle

Nicht nur die Zivilbevölkerung soll mit der neuen Resolution in Kontakt kommen. Auch die örtlichen Unternehmen werden in Zukunft aktiv in den Prozess der Kunststoffvermeidung eingebunden. Ortschefin Suchan-Mayr erläutert, dass die örtlichen Unternehmen angeschrieben und darum gebeten werden, den Weg der Gemeinde mitzugehen und selbst vom exzessiven Einsatz von Plastik und Kunststoffen abzusehen. "Es ist nicht garantiert, dass die Unternehmen bei dem Vorhaben mitgehen, aber ich hoffe auf rege Beteiligung auch unter den Unternehmerinnen und Unternehmern.", sagt die Ortschefin.

Vorbildwirkung

Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr hat abgesehen von der positiven Resonanz in der Gemeinde einen weiteren Grund zur Freude. Sie berichtet, dass bereits einige Ortschefs Kontakt zu ihr aufgenommen haben, um am Beispiel der St. Valentiner Resolution selbst Akzente gegen die Kunststoffverwendung zu setzen vorhaben. Der Vorstoß der niederösterreichischen Gemeinde soll Anhaltspunkt für weitere zukunftsträchtige Initiativen sein.

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