19:28 Uhr  //  KW 42  //  Sonntag, 22. Oktober 2017  //  17 Kollegen online

Die Autoren Martin Reiter, Joseph Miedl und Johannes Ausserladscheiter (v.r.) bei der Präsentation der ersten Auflage des Buches mit dem damaligen EU-Ratsdirektor und heutigem Lebensminister Andrä Rupprechter im Rat der Europäischen Union in Brüssel. (Bild: ZVG)

Dieses Buch zeigt die Erfolge bei der Regionalentwicklung anhand des Beispiels Triestingtal auf.

Im Zuge der LEADER-Periode 2007-13 arbeitete man im Triestingtal an einer Vielzahl an Maßnahmen, die sich in kurz-, mittel- und langfristige Projekte gliedern lassen.

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Buchtipp

Starke Regionen, starkes Europa

Die Regionalentwicklung ist ein Erfolgsbaustein der Europäischen Union. Welche theoretischen Ansätze und welche praktischen Umsetzungsbeispiele es in Österreich gibt, haben drei Autoren in ihrem in zweiter Auflage erschienenen Buch "Starke Regionen, starkes Europa" analysiert.

Die regionale Vielfalt ist eines der wesentlichsten Kennzeichen der Europäischen Union. Diese anzuerkennen und auszubauen ist ein grundlegender Ansatz der europäischen Regionalpolitik. Ziel ist es dabei, die unterschiedlich entwickelten Regionen einander anzugleichen und ihre Potenziale zu heben. Das Buch der drei österreichischen Autoren Johannes Ausserladscheiter, Joseph Miedl und Martin Peter Reiter widmet sich der Geschichte der europäischen Regionalpolitik und fokussiert sich im Wesentlichen auf das LEADER-Projekt in der Region Triestingtal. Zusatz in der zweiten Auflage, die im Jahr 2015 erschien, sind noch weitere Best-Practice-Beispiele aus anderen Regionen.

Umfangreiche Zusammenarbeit im Triestingtal

Nach einem Schnellüberblick über die Geschichte der Europäischen Union auf übersichtlichen elf Seiten, folgt eine nähere Betrachtung der theoretischen Ansätze zum Europa der Regionen. Praktischer wird es bei der Beschreibung der LEADER-Region Triestingtal. In der Förderperiode 2007-2013 arbeiteten die zwölf Triestingtalgemeinden in den Bereichen regionale Bildungsstrategie, Wirtschaftsplattform,  Tourismus und Familienfreundlichkeit zusammen. Eine wesentliche Forderung, die sich daraus ergab, ist die mit einer Machbarkeitsstudie unterfütterte Forderung nach einem Breitbandausbau in der Region.

Durch diese Zusammenarbeit gab es zahlreiche Erfolge, die gefeiert werden konnten. So wurde die Region, die die Heimat von 35.000 Einwohnern bildet, die erste zertifizierte familienfreundliche Region und auch als "lernende Region" war man Vorreiter in Österreich.

Hilfreicher Einstieg und Ideengeber

Der grundsätzliche Aufbau gleicht einer wissenschaftlichen Arbeit mit theoretischem Unterbau, der Formulierung einer Forschungsfrage, der Beschreibung des Umfelds und schließlich der Analyse. Gerade im Hinblick auf die zukünftige Ausrichtung der Europäischen Union bilden die Regionen ein wichtiges Fundament und sollten auch in einer reformierten EU einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Außerdem ist das Buch für alle mit dem Thema Regionalpolitik befassten Politiker ein guter Einstieg. Es gibt eine Übersicht über die Themenlage und zeigt auch, dass Zusammenarbeit über die eigenen Gemeindegrenzen hinweg durchaus einen großen Mehrwert haben kann.

Einzig der in der zweiten Auflage hinzugefügte Teil scheint nicht mehr ganz zum Rest des Buchs zu passen. Man merkt, dass das Buch nun nicht mehr "aus einem Guss ist". Im angefügten Best-Practice-Teil werden kurze Beschreibungen von Projekten geliefert, bei denen die Autoren teilweise persönlich involviert waren. Dabei werden Projekte wie jenes einer transnationalen Strategie gegen die Abwanderung von gut ausgebildeten jungen Frauen. das Reittouristische Entwicklungskonzept im Biosphärenreservat Bliesgau, die Jakobswege oder der Regionalverein Carnica Region Rosental vorgestellt. Etwas irritierend sind dabei die großteils kommentarlos hinzugefügten Fotos, Zeitungausschnitte oder Ausschitte aus Broschüren. Dabei fragt man sich am Ende des Buches, welchen Input mehrere Seiten mit Kochrezepten zum Projekt der Heidelbeergärten Fröhlerhof in Tirol nach Vorbild der Inkas haben.

Es wäre auch interessant, nun, einige Jahre nach dieser gemeinsamen Anstrengung im Triestingtal, eine weitere Analyse zu lesen, ob die damaligen Projekte umgesetzt werden konnten bzw. von welchen umgesetzten Maßnahmen die Region bis heute profitiert. Das lässt auf Teil zwei des Buches hoffen.

Infos zum Buch:

Herausgeber: Miedl, Ausserladscheiter, Reiter
Erscheinungsjahr: 2015
Verlag: Edition Tirol
Seitenzahl: 188
ISBN: 978-3-85361-170-8

Bestellung nur mehr bei Autoren möglich:

Europa Studien
c/o Dr. Johannes Ausserladscheiter
Avenue d'Auderghem 224
1040 Bruxelles

ODER

Europa Studien
c/o Martin Reiter
St. Gertraudi 16
6235 Reith i. A.

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