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"Natur im Garten" Tipp

Steinreiniger als Herbizidersatz? Besser Finger weg!

Seit mehreren Jahren verweist „Natur im Garten“ bereits auf das Verbot Unkrautvernichter auf versiegelte Flächen auszubringen. Durch die Sachkundeausbildung, die Aufzeichnungspflichten laut Pflanzenschutzgesetz und die möglichen Strafen sind die Gemeinden auf der Suche nach Alternativen.

Findige Firmen bieten „Straßen- oder Steinreiniger“ offen als mögliche Mittel an. Doch erstens wirkt es nicht gut, zweitens ist es ebenfalls nicht erlaubt und drittens werden diese teilweise umweltschädlichen Mittel völlig überteuert angeboten.

Nur zugelassene Pflanzenschutzmittel einsetzen

War bei Ihnen auch schon ein Vertreter für Straßenreiniger? Sicher hat er nicht darauf hingewiesen, dass die Straßen so dreckig sind, sondern explizit auf die Unkraut vernichtende Wirkung hingewiesen. Das steht ja auch auf der Packung: „Vorsicht! Vernichtet Unkraut“ oder „Nicht auf Pflanzen gelangen lassen, da diese geschädigt werden können“. Ein subtiler Hinweis auf eine verbotene Anwendung. Denn nur zugelassene, bei der AGES registrierte Mittel dürfen zum Pflanzenschutz eingesetzt werden. Da aber keine Produkte auf versiegelten Straßen, Wegen oder Plätzen zugelassen sind meinen die Hersteller von Reinigern eine Marktlücke gefunden zu haben.

Wirkstoffe dieser Straßenreiniger sind Ätzkali, Nonansäure oder Natriumchlorat. Gerade letzteres ist als Unkrautmittel („UnkrautEx“) schon lange verboten und darf nicht angewendet werden. Es ist für Menschen giftig und in Gewässern eine große Belastung mit langfristiger toxischer Wirkung. Auch hat dieser Stoff die Auflage: „Nicht in das Grundwasser, in Gewässer oder in die Kanalisation gelangen lassen. Trinkwassergefährdung bereits beim Auslaufen geringer Mengen in den Untergrund.“ Es kommt aber in den Kanal, wenn es auf Straßen ausgebracht wird. Unglaublicherweise werben die Firmen mit „reinem Sauerstoff“ der umweltfreundlich sein soll. Natriumchlorat (nicht verwechseln mit Natriumchlorid, das wäre Kochsalz) wirkt über eine gesundheitsschädliche Chlorverbindung!

Nicht zugelassene Mittel sind nicht erlaubt

Und Vorsicht: wer zur Unkrautbekämpfung Mittel einsetzt, die keine Zulassung haben, kann Ärger kriegen. Folgendes Szenario wäre denkbar. Aufgrund einer Meldung bei der Bezirkshauptmannschaft wird ermittelt, dass in der Gemeinde ein nicht zugelassenes Mittel gespritzt wurde und damit wird der §4 Abs. 1 des NÖ Pflanzenschutzmittelgesetzes verletzt. Bestraft wird der der das Mittel ausgebracht hat.

Dass die angebotenen Reiniger keinerlei Wurzelwirkung haben wird gerne von den Firmen verschwiegen. Warum also zur Chemie greifen? Flämmen, Wildkrautbürsten, Heißwasser oder andere Verfahren wirken mindestens genauso und sind erlaubt! Zudem werden die Reiniger zu exorbitanten Preisen angeboten. Die Inhaltsstoffe wären nach Recherche von „Natur im Garten“ 200-mal günstiger im Chemikalienhandel erhältlich.

Finger weg also von dubiosen Reinigern.

Mehr Informationen erhalten Sie beim Grünraumservice von „Natur im Garten“: Telefon 02742/74333 oder https://www.naturimgarten.at/gemeinde

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