07:36 Uhr  //  KW 07  //  Sonntag, 18. Februar 2018  //  4 Kollegen online

Bürgermeister Reinhold Höflechner und die beiden mobilen Gemeindearbeiterinnen Silke Kohek und Barbara Weber (v.l.) bemühen sich, den Straßer Bürgern die Amtsgeschäfte zu erleichtern. (Bild: ZVG)

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Soziales

Straß: Bürgerservice kommt zu Bürgern

Die Bürgerservicestellen der Gemeinde Straß in Steiermark werden ab sofort durch einen mobile Bürgerservice ergänzt. Dieser ermöglicht den Bürgern der steirischen 5.000-Einwohner Gemeinde die Erledigung ihrer Amtsgeschäfte von zuhause aus.

Steigendes Alter und eingeschränkte Mobilität machen vielen Bürgern den Amtsgang schwer. In der steirischen Gemeinde Straß möchte man diesen Entwicklungen entgegen wirken und mit einem mobilen Bürgerservice den Gemeindebürgern entgegenkommen. So soll vor allem älteren Personen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität eine Hilfestellung für die Erledigung ihrer Amtsgeschäfte geboten werden. Seit dem ersten Februar können die Straßer Bürger amtsgeschäftliche Dienstleistungen damit nun ganz einfach von zuhause aus in Anspruch nehmen.

"Wenn die Leute nicht zu uns kommen können, fahren wir eben raus zu den Leuten"

"Ausschlaggebend für die Idee des mobilen Bürgerservices waren die vielen Gespräche mit älteren Menschen bei Jubiläen und Geburtstagen", erklärt Bürgermeister Reinhold Höflechner, "Gerade die älteren Bürger kommen durch Einschränkungen in der Bewegung nicht mehr aufs Amt und sind zudem mit den komplizierten Formularen überfordert." So wurde der Beschluss zur Einführung eines mobilen Bürgerservices gefasst, der zu den Bürgern nachhause kommt. Insgesamt dauerte der Prozess von der Idee bis zur Umsetzung und der Schulung des Personals etwa ein halbes Jahr.

Seit erstem Februar kümmern sich nun zwei Gemeindemitarbeiterinnen neben ihrer Arbeit in der Bürgerservicestelle auch um die amtsgeschäftliche Hilfestellung bei den Bürgern zuhause: Vom Ablesen des Wasserzählers über das Ausfüllen von Formularen bis hin zur Beantragung eines Meldezettels können fast alle Dienstleistungen des stationären Bürgerservice auch bei den Bürgern daheim angeboten werden. Dass der Bedarf für diesen Service auf jeden Fall gegeben ist, weiß der Bürgermeister aus Gesprächen mit älteren Bürgern.

Überschaubare Mehrkosten

Mit dem mobilen Bürgerservice erweitert die Gemeinde das bestehende Angebot der stationären Bürgerservicestellen in Straß, Obervogau, Vogau und Spielfeld. "Über die letzten Jahre ist eine Versorgungslücke enstanden, die wir mit dem mobilen Bürgerservice schließen wollen", so Höflechner.

Der Service ist für die Einwohner der Gemeinde kostenlos. Die Mehrkosten, die der Gemeinde durch die Fahrt- und die Beschaffungskosten der nötigen Hardware entstehen, nimmt der Bürgermeister zum Wohl der Gemeindebürger gerne in Kauf. "Die Mehrkosten sind überschaubar und können von unserem normalen Budget locker gedeckt werden. Unsere Bürger sind uns das auf jeden Fall wert", so der Bürgermeister.

Positive Resonanz

Mit der angebotenen Hilfestellung ist Straß neben Linz, Krems und Guntramsdorf eine von vier österreichischen Gemeinden, die ihren Bürgern einen derartigen Service zur Erledigung ihrer Amtsgeschäfte anbieten. In der Steiermark nimmt die Gemeinde Straß eine Vorreiterstellung ein und sorgte damit für eine große mediale Resonanz, die den Bürgermeister überraschte: "Ich habe wirklich nicht mit so viel Resonanz gerechnet. Die Medien und andere Bürgermeisterkollegen haben mich begeistert angerufen, dabei wollte ich mit dem mobilen Bürgerservice eigentlich nur meinen Bürgern eine kleine Hilfestellung bieten."

Am ersten Einsatztag konnten bereits einige Anfragen für einen Hausbesuch des mobilen Amtsgeschäfts entgegen genommen werden. Wie sich die Anfragen und damit der Arbeitsaufwand in nächster Zeit entwickeln, bleibt abzuwarten. Höflechner schätzt, dass etwa fünf bis maximal zehn Prozent der Bevölkerung den Service nutzen werden.

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