09:40 Uhr  //  KW 51  //  Mittwoch, 19. Dezember 2018  //  2539 Kollegen online

In Teil 3 der Blackout-Expertentalk-Reihe geht es um die Gemeinden und wie sie vorsorgen können. © larshallstrom - Fotolia.com

Herbert Saurugg hat als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr begonnen, sich mit dem Thema der Blackout-Vorsorge zu beschäftigen. Er war Gründungsmitglied der Cyber Security Austria und begleitet zahlreiche Gemeinden dabei, sich auf einen Blackout vorzubereiten. (Bild: ZVG)

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Blackout

Teil 3: Was kann die Gemeinde machen?

In der steirischen Gemeinde Feldbach gibt es ein Pilotprojekt, wie sich Gemeinden auf ein Blackout vorbereiten können. In Teil 3 berichtet Herbert Saurugg davon und gibt Erfahrungen an andere Gemeinden weiter.

Handy, Computer, Mobilität sind nur einige Beispiele, um aufzuzeigen, dass unser Alltag immer stärker von der Elektrizität abhängt. Was aber, wenn dieses enge Energieversorgungsnetz einmal ausfällt und als Kettenreaktion ein oder mehrere Länder außer Gefecht setzt? Mit diesem Fall setzt sich Herbert Saururgg schon seit vielen Jahren auseinander und er versucht, Strategien zu entwickeln, wie man für den Fall der Fälle am besten vorsorgen kann. In diesem Teil des Interviews geht es darum, wie Gemeinden vorsorgen können.

Herr Saurugg, was können Gemeinden machen, um sich auf ein Blackout vorzubereiten?

Ich begleite in der südoststeirischen Stadtgemeinde Feldbach ein Forschungsprojekt zum Thema Blackout-Vorsorge. Anfang September 2018 haben wir einen Flyer an alle Haushalte verteilt. Darin informieren wir die Menschen, was sie im Fall eines Blackouts erwarten müssen. In einen weiteren Teil werden wir ihnen Hilfestellungen anbieten, wie sie vorsorgen können. Teile davon haben wir ja bereits hier im letzten Beitrag angesprochen.

Wir haben auch mit den unterschiedlichen Stakeholdergruppen, wie Lebensmittelversorgung, Gesundheitswesen, Einsatzorganisationen oder Funkamateure Workshops durchgeführt. Damit wurden zahlreiche lokale Aktivitäten angestoßen. Weitere werden folgen. Etwa mit den Schulen, damit auch hier geklärt wird, wie im Fall des Falles vorzugehen ist, wenn nichts mehr funktioniert. Wir haben auch einen Fragebogen zur Selbstevaluierung der Robustheit der eigenen Organisation entwickelt. Dieser Fragebogen richtet sich an die verschiedenen Organisationen, Betriebe, Unternehmen und Einrichtungen, die für die kommunale Versorgung von besonderer Bedeutung sind. Er dient zur Feststellung der eigenen Robustheit im Hinblick auf einen möglichen weitreichenden Infrastrukturausfall.

All diese Informationen und Hilfestellungen können in jeder Gemeinde übernommen und wiederverwendet werden. Es muss nicht jeder das Rad neu erfinden. Zudem sind auf meiner Homepage eine Reihe von weiteren Leitfäden für die Vorbereitung auf ein Blackout zu finden. Einer adressiert auch speziell die Gemeinden. Diese Hilfestellungen bieten Anregungen für die eigene Auseinandersetzung. Sie müssen natürlich noch auf die jeweiligen lokalen Bedürfnisse angepasst werden. Entscheidend ist die Kommunikation mit den unterschiedlichen Akteuren. Vor allem auch, um mögliche falsche Erwartungen zu korrigieren.

Aus meiner Sicht gibt es mehrere zentrale Punkte, die man sich in den Gemeinden ansehen sollte:

  • Die Sicherheits- und Krisenkommunikation
  • Die dezentrale Selbstorganisation (Selbsthilfe-Basen)
  • Die Wasserver- und Abwasserentsorgung
  • Die Gesundheits(not)versorgung
  • Die Lebensmittel(not)versorgung
  • Die Wärmeversorgung im Winter

Die einzelnen Punkte werden in den nächsten Beiträgen näher behandelt.

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