10:35 Uhr  //  KW 38  //  Freitag, 20. September 2019  //  2485 Kollegen online

Brixlegg ist eine der zehn Pilotgemeinden, die sich mit Unterstützung der Tiroler Landesregierung an den Klimawandel anpassen wollen. (Bild: ZVG)

Der Brixlegger Bürgermeister Rudolf Puecher sagte sich: "Do samma dabei!" (Bild: ZVG)

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Klimawandelanpassung

Tirols Gemeinden werden klimafit

Das Land Tirol fördert Risikoanalysen für zehn Pilotgemeinden, die sich dem Klimawandel effizienter anpassen wollen, mit insgesamt 114.000 Euro. Gemeinsam mit Experten arbeiten die Bürgermeister aus, wie sie auf die veränderten Klimabedingungen früh genug reagieren können.

Tropennächte, Trockenheit, Starkregen und Rutschungen: Konsequenzen des Klimawandels, die zahlreiche Orte vor Herausforderungen stellen. In Tirol fanden sich zehn Pilotgemeinden, die auf veränderte Klimabedingungen und mögliche Szenarien für ihre Gegend frühzeitig reagieren wollen und jetzt "klimafit" werden. Das Projekt "Lebens- und Wirtschaftsraum Tirol - Unterstützung für Gemeinden in Zeiten des Klimawandels" wird vom Land Tirol gefördert. Initiatoren des Projekts sind Klimabündnis Tirol, Energie Tirol und alpS, das Zentrum für Naturgefahrenmanagment.

Bürgermeister agiert vorausschauend

"Do samma dabei!" Das sagte sich Rudolf Puecher, Bürgermeister der teilnehmenden Gemeinde Brixlegg. "Für uns ist das sehr interessant, dass man vorzeitig auf Sachen reagieren kann, dass wir wissen, was auf uns zukommt, wo wir Rücksicht nehmen müssen", sagt Puecher über die Motivation, sich als Pilotgemeinde zu melden. Die Risikoanalysen wurden aber erst vor kurzem abgeschlossen. "Konkrete Maßnahmen sind im Moment noch keine geplant", so Puecher.

Steinschläge und Wassermassen von oben

Das 3.000 einwohnerstarke Brixlegg im Bezirk Kufstein spürt bereits die Auswirkungen des Klimawandels. "Hauptsächlich geht's um Naturereignisse und Unwetter. Früher hat's über längere Zeit dahingeregnet, jetzt häuft sich, dass schlagartig riesige Wassermassen daherkommen. Auch Steinschlag tritt häufiger auf", erklärt Bürgermeister Puecher. Veranlasst durch den tragischen Todesfall einer Frau durch Steinschlag im Nachbarsort, nahm sich die Gemeinde dem Thema verstärkter an und sicherte Risikostellen vermehrt mit Netzen.

Schmelzender Permafrost birgt Gefahren

Alpenregionen stehen vor einem weiteren dringlichen Problem: dem Abtauen des Permafrostbodens. In Tirol gibt es ab einer Höhe von 2.400 Metern Permafrostgebiete, also Boden- oder Gesteinsschichten, die dauerhaft gefroren sind. Auf Grund der Klimaerwärmung drohen Bereiche aufzutaun, die Folgen davon können katastrophal sein: Steinschlag, Vermurungen, hohe Wasserabflüsse und bröckelnder Untergrund. Außerdem wird beim Auftauen der gefrorenen Schichten Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Somit gelten Permafrostböden als eine der bedeutensten Kippelemente der globalen Erwärmung.

114.000 Euro für Risikoanalyse

Das Land Tirol unterstützt die engagierten Pilotgemeinden mit insgesamt 114.000 Euro. "Ich freue mich, dass das nötige Bewusstsein für die Anpassung an den Klimawandel gestärkt wurde und bereits erste positive Auswirkungen der konzipierten Maßnahmen erzielt werden konnten", sagt Klimaschutzlandesrätin LHStvin Felipe. Das Förderbudget macht eine erste Infowelle inklusive Risikoanalyse möglich. Die begünstigten Gemeinden sind Arzl im Pitztal, Brixlegg, Galtür, Gnadenwald, Innsbruck, Karrösten, die Erlebnisregion Ried, Prutz und Pfunds, die Sonnenregion Hohe Tauern (mit Matrei, Prägraten und Virgen), Stams und Wörgl.

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