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Große Flächen können schnell und effektiv durch Flämmen unkrautfrei werden. Aber Geduld ist gefragt. © Steinert, GARTENleben GmbH

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"Natur im Garten" Tipp

Unkräuter am Friedhof: jetzt flämmen!

Kieswege, gerade auf Friedhöfen immer noch sehr beliebt, sind die pflegeintensivsten Flächen, was die Unkrautregulierung angeht. Wegeneugestaltung wäre das Beste, aber das geht nicht überall und nicht sofort. Hier das wichtigste zur Unkrautfreihaltung auf Kieswegen.

Ende März denkt fast niemand an Unkrautbekämpfung und tatsächlich ist noch wenig Grün zu sehen. Doch was bereits wächst, hat meist überwintert und versucht durch stärker werdende Sonne Kraft zu tanken um weiter zu wachsen und zu blühen. Eine Hitzebehandlung der Blätter macht diesem Wurzelunkraut oft den Garaus. Und nicht nur dem.

Samen im Kiesbett: die erste Unkrautgeneration

Denn was Sie nicht sehen können, sind unzählige kleine Samen, die im Kies auf Wärme warten um keimen zu können. Vogelknöterich, Hühnerdarm (Vogelmiere) und einjährige Gräser bilden Unmengen an Samen aus, die ab April keimen. Diese erste Unkrautgeneration schon im Samenstadium zu bekämpfen schafft kein Unkrautmittel. Nur Hitze ist hier effektiv und gerade das günstige Abflämmen lässt die Samen aufpoppen wie Popcorn. Selbstverständlich funktioniert das Flämmen auch bei bereits gekeimten Pflanzen, jedoch sollten diese nicht zu groß sein. Dann müsste mechanisch bekämpft werden.

Fast 2000° gegen unerwünschten Bewuchs

Moderne Abflammgeräte verbinden zwei Effekte: hohe Temperatur an der Flammenspitze und niedriger Gasverbrauch. So schaffen es manche Geräte auf nahezu 2000° C und benötigen nicht ganz ein Kilogramm Gas pro Stunde. Noch sparsamer und nahezu geräuschfrei arbeiten die Infrarotgeräte, die jedoch nicht ganz so mobil eingesetzt werden können. Für lange Wege sind sie ideal, zwischen den Gräbern aber leider kaum einsetzbar.

Keine Angst vor Materialschäden

Geflämmt wird durch ein kurzes Überstreichen der Fläche. Nichts muss schwarz verkohlt werden, denn bereits 60-70° C lassen alles Grün absterben. Auch Moose und schmierige Algen. Wenn Sie unmittelbar nach dem Flämmen die Fläche anfassen und sich die Finger verbrennen, dann war das zu lange! Lediglich handwarm sollte der Kies sein. Deshalb ist auch keine Grabeinfassung, kein Baum oder Strauch gefährdet, wenn richtig geflämmt wird.

Bereits höher gewachsene Pflanzen mit der Pendelhacke entwurzeln und kurzen Bewuchs flämmen. Nach etwa zwei Jahren muss sehr viel weniger Arbeit in die Unkrautbekämpfung gesteckt werden, denn der Unkrautdruck durch das Abtöten der Samen macht sich dann bemerkbar.

Ab Ende März sollte spätestens mit dem Flämen begonnen werden.

Fragen zur Friedhofspflege und anderen Grünflächen beantwortet gerne der Grünraumservice von „Natur im Garten“ unter 02742-74 333 oder gartentelefon(at)naturimgarten.at

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