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Alles geplant: "Schon am Anfang war klar, dass ich Bürgermeister werden wollte." (Bild: ZVG)

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Vom Vize zum Ortschef in Großengersdorf

Mit dem Amtsantritt von Christian Hellmer wurde am 17. Juli 2017 in der niederösterreichischen Gemeinde Großengersdorf ein Generationswechsel vollzogen. Der 48-Jährige folgt Josef Staut, der nach 22 Jahren im Dienst zurückgetreten ist. Doch hier wurde nichts dem Zufall überlassen.

"Meine Schwägerin hat mich überredet"

Seit 30 Jahren arbeitet der 48-Jährige bei der Niederösterreichischen Versicherung im Außendienst. Bevor Hellmer 2010 in den Gemeinderat gewählt wurde, hatte er mit Politik nichts am Hut. Seinen Weg in die Politik fand er durch seine Schwägerin, die Mitglied im Gemeinderat war. "Meine Schwägerin meinte, ich könnte gut reden und, dass ich viele Leute kenne. Genau das wäre wichtig für die Politik. So ließ ich mich dazu überreden", erzählte Hellmer schmunzelnd. Seine Schwägerin reichte dann einen Vorschlag beim Parteiobmann ein und schlug ihn als Kandidaten vor. Als Hellmer in den Gemeinderat gewählt wurde, begannen auch die Planungen für seine Zukunft in der Gemeinde. "Schnell war klar, dass ich irgendwann das Amt des Bürgermeisters übernehmen wollte", so Hellmer.

Nichts dem Zufall überlassen

Mit dieser Ankündigung wurde auf die Zeit des Bürgermeisteramtes hingearbeitet, da sich sonst niemand als möglicher Nachfolger Stauts zur Verfügung stellte. 2015 wählte ihn der Vorstand zum Vizebürgermeister, damit Hellmer bereits anfangen konnte, im Bürgermeisteramt mitzuarbeiten. Altbürgermeister Staut war mit dieser Vereinbarung ebenfalls einverstanden. Bei der letzten Bürgermeisterwahl 2012 hatte Hellmer bereits mehr Stimmen als Staut, doch er nahm die Wahl nicht an, da ausgemacht war, dass er erst bei der nächsten Amtsperiode Bürgermeister werden sollte.

Ortsbild ist ein wichtiger Faktor

Dank der Ära Staut sind die letzten 22 Jahre nicht spurlos an Großengersdorf vorbeigegangen. Im Gegenteil - es wurde einiges bewegt. Daran möchte Bürgermeister Christian Hellmer anschließen und hat selbst schon einige Projekte, die er in der Gemeinde umsetzen möchte. Dazu gehört unter anderem die Grundstücksteilung der Bauplätze in der Bahngasse. Die nötigen Vorbereitungen wurden bereits abgeschlossen, doch nun muss man auf die Landesregierung Niederösterreich warten. Auch die Jugend spielt in den Vorhaben des Bürgermeisters eine tragende Rolle, denn es sollen leistbare Wohnungen geschaffen werden. Ob die Gemeinde selbst oder ein Bauträger das Vorhaben umsetzt, hängt noch von einigen Faktoren wie zum Beispiel Kosten und Förderung des Landes ab.

Auch der Park im Ort soll mithilfe von einem Architekten und einer Landschaftsplanerin optimal gestaltet werden. Die Verschönerung des Ortsbildes liegt dem neuen Bürgermeister besonders am Herzen. "Ab September ist die Bildung von örtlichen Kleingruppen geplant, damit wir gezielt vor Ort auf die Wünsche und Anliegen der Bürger eingehen können", so Hellmer. Weitere Vorhaben für die Zukunft, die noch nicht ganz ausgereift sind, sind die Neugestaltung bzw. Sanierung des Gemeindehauses, der Rückbau der Hauptstraße, um Verkehrsberuhigung zu schaffen und ein Lehrpfad Biotop, der erst nach Rücksprache mit der Jagdgesellschaft konkret wird.

Auszeit in der Natur

Hellmer ist in seiner Freizeit in der Natur anzutreffen, wo er eine Auszeit von seinem Alltag genießt. Vor einigen Jahren hat er von seinen Eltern zwei kleine Weingärten übernommen und verbringt dort seine Zeit mit der Pflege der Rebstöcke. Es bestand auch die Möglichkeit, die elterliche Landwirtschaft zu übernehmen, doch dieses Angebot lehnte Hellmer ab, da er und seine Frau berufstätig sind und keine Zeit haben, sich um einen Bauernhof zu kümmern.

"Als Bürgermeister bin ich natürlich stolz darauf, die Verantwortung für Großengersdorf in den nächsten Jahren übernehmen zu dürfen. Ich werde alles daransetzen, dass die Vielfalt unserer Gemeinde mit den zahlreichen Vereinen und freiwilligen Helfern weiter bestehen bleibt. Der Zusammenhalt soll womöglich noch verbessert werden, um damit die Lebensqualität für Jung und Alt zu gewährleisten und zu verschönern", sagt Hellmer in einem Schreiben an die Bürger.

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