20:13 Uhr  //  KW 47  //  Montag, 20. November 2017  //  57 Kollegen online

Schon vor Christi Geburt lebten keltisch-pannonische Einwohner im heutigen Wolfau. (Bild: ZVG)

Im Jahr 1331 wurde der Ort erstmals unter dem Namen "Bolvo" urkundlich erwähnt. (Bild: ZVG)

Das heutige Gemeindewappen zeigt das landschaftliche Zusammenspiel Wolfaus. Der blaue Wellenbalken stellt die Lafnitz dar, die gelbe Ähre links weist auf das Bauerntum hin, während der grüne Baum rechts als Zeichen des Waldreichtums und Naturschutzgebiets gilt. (Bild: ZVG)

Aufgrund der kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung wurde Wolfau am 20. September 1992 zur Marktgemeinde erhoben. (Bild: ZVG)

1992, 1995, 2007 und 2012 wurde die Gemeinde bereits zum schönsten Blumendorf des Burgenlands geehrt. (Bild: ZVG)

Der Grenzfluss, die Lafnitz, und die Stögersbach-Auen sind eines der größten Naturschutzgebiete des Bundeslandes. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten können in diesem Schutzgebiet noch existieren. ©Josef Weinzettl

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Panorama

Wolfau: Wo einst die Wölfe heulten?

Im Naturschutzgebiet Wolfaus dürften tatsächlich Wölfe gelebt haben. Dennoch herrscht um die Herkunft des Ortsnamens Verwirrung.

Durch die Wälder streunende Wolfsrudel, gegen Mitternacht ein Heulkonzert. Wer an die Herkunft des Namens der burgenländischen Gemeinde Wolfau denkt, hat sofort zahlreiche Bilder im Kopf. Das dadurch dieses Mal der Ursprung auf der Hand liegt, könnte allerdings eine Täuschung sein.

Rätsel um die Entstehung des Ortsnamens

Die Geschichte der Gemeinde lässt sich bis knapp vor dem Beginn der Römerzeit zurückverfolgen. Schon vor Christi Geburt lebten Menschen in diesem Gebiet. Die damalige Bevölkerung gehörte der keltisch-pannonischen Volksgruppe an, die aus einer Zone nördlich der Alpen kommt. Im neunten Jahrhundert wurde dann das Gebiet des heutigen Wolfau in das fränkische Reich eingegliedert und im Zug der Bayrischen Kolonisation besiedelt.

Erstmals wurde der Ort unter dem Ausdruck "Bolvo" im Jahr 1331 urkundlich erwähnt. Danach folgten etliche Versionen des Ortsnamens, der laut Vermutungen schon im 11. Jahrhundert entstanden sein soll. In zeitgenössischen Dokumenten finden sich die weiteren Ausdrücke Walho, Walfaw, Wolfaw, Valho, Balfo, Bollffaw, Wollffaw, Ballfo, Balfaw, Bolfo, Balfo und seit 1540 das heute geläufige Wolfau. Bis 1920/1921 gehörte der Ort außerdem zu Ungarn und deshalb gibt es die Ausdrücke Farkasfalva und Vasfarkasfalva aus dieser Zeit. Da die Schreibweise im Mittelalter und in der Neuzeit keinen einheitlichen Regeln folgte und verschiedene Sprachen und Dialekte verwendet wurden, ist eine linguistische Herleitung des Namens eher umstritten.

Ungarische Wurzeln Wolfaus

Ein weiterer Herkunftsansatz beschäftigt sich mit dem Offensichtlichen: Einerseits besteht die Annahme, dass einst Wölfe durch die Auengebiete entlang der Lafnitz streunten und sich Wolfau vom mittelhochdeutschen Wort Wolfouwe, also Wolfsau, ableitete. Einer weiteren Erklärung zufolge, könnte Wolfau aber auch auf die Bezeichnung Wachau und Walchenau zurückzuführen sein. Walchen und Welsche nannte man in der deutschen Sprache Siedler südländischer Herkunft. Die Bezeichnung Walchau sollte dann in das verständlichere Wolfau umgeändert worden sein.

Zuletzt zeigt sich aber, dass die Annahme, der Ortsname sei durch den Gründer Wolfaus oder einem einstmaligen Grundherren des Gebietes entstanden, am plausibelsten klingt. In der Familie der Günser und Güssinger, die hier Besitzungen hatten, findet man des Öfteren den Namen Wolf(er) und Farkas. Farkas bedeutet Wolf in der ungarischen Sprache.

Gemeindewappen mit Geschichte

Es gibt nicht nur viele Synonyme für den Ortsnamen, sondern auch etliche Besitzer der Gemeinde. Zuletzt ging das Gebiet in die Hände der ungarischen Hochadelsfamilie Batthyany und wird heute durch das Gemeindewappen gut illustriert. Ein blauer Wellenbalken stellt den Grenzfluss, die Lafnitz, dar. Während eine gelbe Ähre links das Bauerntum zeigt, steht ein grüner Baum rechts für das Zeichen des Waldreichtums und Naturschutzgebiets. Eine blaue Quadermauer macht außerdem auf das in Wolfau ansässig gewesene Handwerkertum aufmerksam. Deren blaue Farbe rundet den Zusammenfluss der Lafnitz und des Stögersbaches ab. Diese beiden Gewässer grenzen zu einem Teil das Naturschutzgebiet ein.

Das schönste Blumendorf des Burgenlands

Aufgrund der kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung wurde Wolfau am 20. September 1992 zur Marktgemeinde erhoben und bekam ein Gemeindewappen verliehen. Der Ort ist bekannt für den reichen Blumenschmuck, der Häuser und Straßen ziert und wurde deshalb in den Jahren 1992, 1995, 2007 und 2012 zum schönsten Blumendorf des Burgenlandes gewählt. Dieser Erfolg gebührt der Zusammenarbeit zwischen Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein, Gemeinde und Ortsbevölkerung.

Außerdem sind die Lafnitz und Stögersbach-Auen eines der größten Naturschutzgebiete des Bundeslandes. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten können in diesem Schutzgebiet noch existieren. Neben einer Vielzahl von Insekten sind hier ebenso stark gefährdete Vogelarten wie der Flussläufer, Eisvogel und Wiedehopf unterwegs.

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