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Breitbandanschlüsse

Zeit zu baggern ♥

Ultraschnelle Breitbandnetze benötigen eine geeignete Leerrohr-Infrastruktur, in der die Lichtwellenleiterkabel geführt werden. Die technischen Parameter der Leerrohre sollten einen problemlosen Betrieb über einen Zeitraum von 50 Jahren ermöglichen. Die Glasfaserkabel müssen dabei mindestens 25 Jahre einwandfrei funktionieren. Deshalb sollten ausschließlich Komponenten mit zertifizierter Qualität verwendet werden und die betrauten Firmen für den Einbau die nötige Fachkompetenz nachweisen.

Die Standardverlegung erfolgt in der offenen Bauweise in Gräben (Künette). Eine Standard-Künette hat üblicherweise eine Abmessung von 30 cm Breite und 70 cm Tiefe. Je nach Vorgaben der Gemeinde und abhängig von anderen Gegebenheiten sind auch andere Dimensionen wie 40/80 oder 50/100 cm üblich. Kabelschutzrohre werden in einer Regelverlegetiefe von 0,6 m auf der Grabensohle einlagig ausgelegt. Stromführende Kabel und Kupferkabel werden in der Regel tiefer verlegt. Zu stromführenden Kabeln und Gasleitungen sind Schutzabstände einzuhalten. Leerrohre können neben der Standardverlegung mit einem Bagger auch mittels Grabenfräse oder Kabelverlegepflug verlegt werden.

Alternativ kommen beispielsweise folgende Verlegemethoden zur Anwendung:

  • Verlegung durch Einpflügen: Es ist dies eine kostengünstige Verlegemethode, die auf Wiesen, unbefestigten Flächen und auch im Wald anwendbar ist. Die Verlegeleistung kann mehrere Kilometer pro Tag betragen. Mit einem Verlegepflug wird in einem Vorgang ein Schlitz durch Bodenverdrängung hergestellt, in den in einem Arbeitsgang ein oder mehrere Leerrohre und ein Warnband eingebracht werden.
  • Verlegung durch Grabenfräse: Eine spezielle Verlegemethode wurde von Straßenbauexperten in Kooperation mit der technischen Universität Wien entwickelt. Das Fräsverfahren kann im Asphalt sowie auch in Bodenklassen 6 und 7 eingesetzt werden. In einem Arbeitsgang wird eine Künette mit einer Tiefe von 50 bis 70 cm und einer Breite von 15 bis 18 cm eingefräst, bis zu drei Micro-Rohrverbände werden eingelegt und mit Feinmaterial umhüllt. Gleichzeitig wird ein Warnband verlegt und die Künette mit dem ausgefrästen Material wieder verschlossen. Danach erfolgt ein spezielles, mehrlagiges Verdichtungsverfahren, welches die Tragfähigkeit des Banketts mindestens auf das Ausgangsniveau bringt.
  • Verlegung im Schlitzgraben (Trenching): Bei der Verlegung im Schlitzgraben wird ein Schlitz in die oberen bituminös gebundenen Schichten von befestigten Verkehrsflächen gefräst, in den erdverlegbare Mikrorohre eingelegt werden. In der Regel handelt es sich hier um Punkt-zu-Punkt LWL-Verbindungen. Der Schlitz wird dann unmittelbar danach mit einer Vergussmasse verschlossen. Die Mindestwerte für Überdeckung und Restdicke in der Asphaltschicht sind von der Belastung abhängig. Diese Verlegemethode verspricht kurze Bauzeiten und niedrigere Kosten gegenüber der Verlegung in der üblichen Künettenbauweise. Das Verfahren hat eine Bauleistung von ca. 600 m pro Tag. Alle 600 m bis 800 m sind Schächte für das Einblasen der LWL-Kabel notwendig, die neben der Fahrbahn eingebaut werden.

Weitere Methoden sind: Verlegung in Abwasserkanälen, Grabenlose Verlegung mit Erdrakete, Spülbohrverfahren und die Befestigung auf Strommasten.

Einen umfangreichen Überblick zu den genannten Verlegemethoden bietet der Planungsleitfaden des BMVIT: https://www.bmvit.gv.at/service/publikationen/telekommunikation/downloads/planungsleitfaden_outdoor_ua.pdf

Das hierfür eingerichtete „Breitbandbüro“ des BMVIT bietet interessierten Gemeinden die Möglichkeit der telefonischen als auch schriftlichen Beratung zu Förderungen und Fördergebieten, sowie eine Grobkostenanalyse.

Breitbandbüro des BMVIT als Erstberatungsstelle: telefonisch unter (0)1 711 62 65 0 bzw. (0)800 21 53 59 und per E-Mail an breitbandbuero(at)bmvit.gv.at.

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