Felix Richter

Soziales

Tirol

27.02.2020

SO:FAIR sind die Gemeinden

Viele österreichische Institutionen, Gemeinden und Länder bekennen sich zu einer sozial verantwortlichen Beschaffung. Die Initiative SO:FAIR setzt sich zum Ziel, die faire Beschaffungspraxis weiter zu verbreiten und unterstützt dabei mit Kriterienkatalogen.

Arbeitskleidung aus Fairtrade-Baumwolle, Sonnenbrillen aus Recyclingmaterialen, langlebige IT-Geräte und Bewusstseinsbildung in puncto nachhaltige Lebensmittel: So engagiert sind Österreichs Gemeinden. Die Beschaffung fair produzierter Produktekann mitunter schwierig sein. Welche Gütesiegel sind sich vertrauenswürdig, welche Hersteller verlässlich? Dabei unterstützt die Initiative für soziale und faire öffentliche Beschaffung SO:FAIR. Ziel der SO:FAIR-Initiative ist es, dass öffentliche Beschaffer nur solche Produkte aus Billiglohnländern beziehen, die unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurden.

Rat und Tat zur fairen Beschaffung

Wer verantwortungsbewusst einkaufen möchte, entscheidet sich meist für Produkte aus der Region. Doch was ist mit jenen Gütern, die aus regionalen Quellen nicht erhältlich sind? Lebensmittel, wie Kaffee und Schokolade, oder Textilien aus Baumwolle kommen aus Ländern des globalen Südens und werden oft unter prekären Bedingungen für Menschen und Umwelt hergestellt. Genau auf solche Produkte spezialisiert sich die Initiative SO:FAIR. Bei der Beschaffung unterstützt SO:FAIR mit unterschiedlichen Hilfsmitteln, wie etwa der Vorstellung von Gütesiegeln und Kriterienkatalogen, die mit Vergaberechtsexpertinnen und -experten erstellt wurden, Öffentlichkeitsarbeit und Beratung sowie dem Einsatz für rechtliche Spielräume bei der fairen Beschaffung.

Tirol für mehr Fairness

Bund, Länder und Gemeinden geben jährlich mehr als vierzig Milliarden Euro für die öffentliche Beschaffung aus. Gelingt es, die öffentliche Hand hier verstärkt zur Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Kriterien beim Einkauf zu bewegen, trägt das zu einer nachhaltigen Verbesserung in den Bereichen der Umwelt, der Arbeitsbedingungen und zur Verminderung von Armut bei. Das griff kürzlich auch die Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe, als auch der Tiroler Gemeindeverband auf. Dort wird nun verstärkt mit SO:FAIR kooperiert.

Arbeitskleidung neu gedacht

Das Unternehmen der Tiroler Gemeinden, GemNova, startete eine Partnerschaft mit SO:FAIR, dessen Schwerpunkt im Bereich Textilien liegt. Mehr als die Hälfte aller arbeitenden Österreicherinnen und Österreicher nutzt täglich spezielle Berufsbekleidung. Gemeinden beschaffen Kleidung beispielsweise für die örtliche Feuerwehr, die Küche im Altenheim oder für Arbeitskräfte des Bauhofs.

“Gerade in der Textilindustrie herrschen neben den unökologischen Produktions-, oft auch problematische Arbeitsbedingungen: Kinder- und Zwangsarbeit sind ebenso an der Tagesordnung wie überlange Arbeitszeiten, schlechte Löhne und mangelnde Sicherheit”, weiß Landeshauptmann-Stellvertreterin und Klimabündnis-Obfrau Felipe. “Wir sitzen hier am Hebel, um mit gutem Beispiel voranzugehen und unsere öffentlichen Gelder nicht in ausbeuterische, sondern zukunftsfähige Produkte zu investieren.”

Sensibiliserung für Nachhaltigkeit

“Ziel ist es nicht zuletzt auch einen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der UN zu leisten”, so Andrä Stigger, der Geschäftsführer von Klimabündnis Tirol. Die Initiative SO:FAIR setzt sich seit mehr als zehn Jahren dafür ein, sozial-faire Beschaffung voranzutreiben und besteht als Konsortium von Klimabündnis, Südwind und FAIRTRADE, gefördert von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und den Bundesländern Oberösterreich, Salzburg und Tirol.

– E. AYAZ, (QUELLE: KLIMABÜNDNIS)

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