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Natur im Garten

NaturimGartenTipps

14.09.2020

„Kein Platz für Grün“ – Kletterpflanzen machen`s möglich

Wo nicht genügend Raum für Bäume oder Sträucher vorhanden ist, sind Kletterpflanzen an Häusern, Mauern oder Zäunen willkommene Alternativen. Grüne Fassaden kühlen das Mikroklima, reinigen die Luft und reduzieren die Lärmbelastung. Begrünungen wirken sich zudem nachweislich positiv auf das Wohlbefinden der Bevölkerung aus.

Fassadenbegrünungen sind aber nicht nur in Städten sondern auch in ländlichen Ortszentren extrem sinnvoll. Oft wird argumentiert Gemeinden seien von Grün umgeben, von Wäldern und Wiesen und eine Begrünung innerorts sei überflüssig. Zwar ist die Wirkung vom umgebenden Grüngürtel auch in der Gemeinde zu spüren, die wichtigen Pflanzmaßnahmen sollten aber das unmittelbare Umfeld betreffen. Nur die Abkühlung unmittelbar vor Ort wirkt!

Für das nachträgliche Begrünen im Bestand gibt es unterschiedliche Umsetzungsformen. Am einfachsten ist die Begrünung mit Selbstklimmern, also Pflanzen die ohne Klettergerüst auskommen und direkt an der Mauer haften, wie der Efeu oder die Jungfernrebe. Eine entsprechende Statik und eine geeignete, intakte Oberfläche sind hierbei Grundvoraussetzungen.

Ranksysteme bei gedämmten Fassaden

Bei wärmegedämmten Fassaden ist der Einsatz von Ranksystemen ratsam, damit das wachsende Gewicht der Pflanzen nicht zum Problem wird. Als Bepflanzung  kommen Gerüstkletterer wie Geißblatt oder Blauregen infrage. Sie haften nicht direkt an der Fassade des Bauwerkes sondern brauchen entsprechende Rankhilfen. Auf diese Weise wird die Gefahr einer Beschädigung der Fassade minimiert. Für jede Kletterform gibt es passende Kletterhilfen. Der starkwüchsige Blauregen etwa braucht besonders stabile Systeme. Dies ist entscheidend für den Erfolg der Fassadenbegrünung. Die Kletterrose als Spreizklimmer braucht waagrecht verlaufende Latten oder Drähte, das Geißblatt als Schlinger senkrechte Drähte. Auch der Abstand der Kletterhilfe zum Mauerwerk muss auf die jeweilige Pflanze abgestimmt werden. Als Faustregel gilt bei Pflanzen mit dünnen Trieben (z.B. Clematis) 10 cm Abstand zur Fassade einzuhalten, bei Pflanzen mit dickeren Trieben und höherem Pflegeaufwand (z.B. Rosen) 15 cm und bei Arten mit verholzenden Trieben (z.B. Blauregen) mindestens 20 cm Abstand zum Mauerwerk einzuhalten.

Höhe beachten

Bei der Auswahl der Kletterpflanzen ist außerdem ihre potenzielle Wuchshöhe zu bedenken. Manche Arten wie Geißblatt oder Blaugurkenwein erreichen lediglich Höhen von bis zu sechs Metern, während die Dreilappige Jungfernrebe problemlos in Höhen von zwanzig Metern vordringen kann, also bis in das fünfte oder sechste Stockwerk eines Hauses. Der Blauregen (Wisteria sinensis) kann beachtliche 10-15 Meter Höhe erreichen.

Die richtige Beratung durch einen Fachbetrieb ist entscheidend für eine gelungene Fassadenbegrünung. „Natur im Garten“ hat eine Reihe von Partnerbetrieben, welche Sie in gärtnerischen Fragen unterstützen können. Näheres dazu finden Sie unter https://www.naturimgarten.at/unser-angebot/unsere-partnerbetriebe.html

Mehr Information erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

 

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