ERWG

Umwelt

30.04.2021

Mobilität der Zukunft: Auf leisen Sohlen durch die Gemeinde

Landschaftspflege, Wasserversorgung, Winterdienst, Reparaturen, Straßenarbeiten, Abfallentsorgung – die Liste der kommunalen Aufgaben ist eine sehr lange. Häufig kommen dafür konventionell betriebene Nutzfahrzeuge zum Einsatz. So auch in der steirischen Energieregion Weiz-Gleisdorf und ihren zwölf Gemeinden. Durch das vom Klima- und Energiefonds geförderte Projekt „e-Kommunal Genial!“ hat sich dies für ein ganzes Jahr geändert – denn erstmals kamen elektrische Nutzfahrzeuge in den Gemeinden zum Einsatz.

„Im direkten Vergleich mit konventionellen Nutzfahrzeugen können die elektrischen in ausgewählten Einsatzbereichen mithalten.“ – Erwin Eggenreich, Weizer Bürgermeister

„Von Mai 2020 bis März 2021 haben wir in den zwölf Gemeinden der Energieregion Weiz-Gleisdorf zwei ganz unterschiedliche E-Nutzfahrzeuge getestet. Die Erfahrungen der rd. 65 Gemeindemitarbeiter und Gemeindemitarbeiterinnen waren hier sehr ähnlich. Im direkten Vergleich mit konventionellen Nutzfahrzeugen können die elektrischen in ausgewählten Einsatzbereichen ‚mithalten‘“, freut sich Erwin Eggenreich, Obmann der Energieregion und Bürgermeister der Stadtgemeinde Weiz, über die positiven Rückmeldungen im Rahmen des Projekts.

Prototyp erfolgreich getestet

Der Test mit den beiden Fahrzeugen, einem Mercedes e-Vito von Harb Weiz und dem ELION (M20) von MUP technologies, hat aber auch Verbesserungspotenziale aufgezeigt. Zum Beispiel der Bedarf eines Allrad-Antriebs oder einer größeren Akkukapazität für den Einsatz abseits der städtischen Infrastruktur. Übersichtlich zusammengefasst sind sämtliche Erfahrungen in einer Broschüre, die nun zum kostenlosen Download auf www.energieregion.at zur Verfügung steht. Aber nicht nur dort sind die Erfahrungen von Bedeutung.

„Mit dem ELION M20 hat die Energieregion Weiz-Gleisdorf einen Prototyp getestet. Die gesammelten Erfahrungen fließen nun direkt in die Produktion des ELION ein, der voraussichtlich Mitte 2021 auf den Markt kommt. Eine derartige Kooperation gab es in dieser Form noch nicht“, freut sich Christoph Stark, Stv.-Obmann der Energieregion und Bürgermeister der Stadtgemeinde Gleisdorf, über die Zusammenarbeit zwischen der Region und MUP technologies.

„Mit dem Projekt haben wir einen ersten, wichtigen Schritt gesetzt, um als Region zu zeigen, dass E-Fahrzeuge jedenfalls eine Option für die kommunalen Fuhrparke sind.“ – Nicole Hütter, Projektleiterin

Mittlerweile sind auch andere Regionen und Gemeinden auf das Projekt aufmerksam geworden, das beim VCÖ-Mobilitätspreis 2020 als TOP 5-Projekt ausgezeichnet wurde. Aber auch erste Organisationen haben nun Interesse bekommen, die E-Nutzfahrzeuge im eigenen Betrieb auszuprobieren. Auch in der Energieregion Weiz-Gleisdorf wird zukünftig auf die Erfahrungen aufgebaut, wie Nicole Hütter, Projektleiterin von „e-Kommunal Genial!“ und Mitarbeiterin der Energieregion Weiz-Gleisdorf, erläutert: „Mit dem Projekt haben wir einen ersten, wichtigen Schritt gesetzt, um als Region zu zeigen, dass E-Fahrzeuge jedenfalls eine Option für die kommunalen Fuhrparke sind. Diesen Weg gehen wir nun weiter und werden als Klima- und Energie-Modellregion alle Fuhrparke der 12 Gemeinden genau analysieren. Dadurch wollen wir aufzeigen, wie man den Fahrzeugpool Schritt-für-Schritt elektrifizieren kann“.

-REDAKTION

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