Theresa Steiner

Natur im Garten

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Umwelt

09.05.2022

Ragweed – ein Neophyt der Allergien auslöst

Ragweed (Ambrosia artemisiifolia) sollte sowohl in Privatgärten als auch im öffentlichen Grünraum verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Es handelt sich hierbei nämlich um einen Neophyten, der gesundheitliche Probleme in Form von Allergien verursachen kann.

Typische Reaktionen bei Allergikern sind gerötete Augen, eine laufende Nase bis hin zu Asthma – Anfällen. Die Beschwerden treten während der Blütezeit von Ragweed von August bis Anfang Oktober auf.

Die Einschleppung dieses Neophyten erfolgte über Getreideimporte aus Nordamerika, wo die Ambrosie in den weiten Prärien heimisch ist. Ragweed ist in Österreich v.a. im Weinviertel, Industrieviertel, Burgenland und der Oststeiermark verbreitet.

Die Pflanze ist einjährig, erreicht aber trotzdem Wuchshöhen von bis zu 1,5m. Der verzweigte, behaarte Stängel ist oft rötlich gefärbt. Die gestielten Laubblätter sind doppelt fiederteilig, an der Basis der Pflanze gegenständig und in oberen Teilen wechselständig angeordnet.

In Privatgärten sind die Problemzonen häufig unter Futterhäuschen zu finden, weil billiges Vogelfutter mit Ragweedsamen verunreinigt sein kann. Das kommt daher, weil es als Unkraut auch häufig auf Sonnenblumenfeldern wächst. Offene Bodenflächen, die leicht verunkrauten, bieten weitere Möglichkeiten des Vorkommens. Im Garten ist das sofortige Ausreißen die einfachste Möglichkeit Ragweed am Blühen und Fruchten zu hindern.

Im öffentlichen Grünraum sind klassische Ausbreitungswege entlang von Wegen, Straßen oder Bahndämmen im Auge zu behalten. Ein heißer Tipp für Ragweedstandorte sind generell „gestörte“ Flächen, wie Lagerplätze oder Baustellen. Deshalb sollte man danach trachten offene Bodenstellen nach Bauarbeiten sofort zu begrünen, um Ragweed keinen Raum zu geben.

Die Bekämpfung größerer Bestände erfolgt in erster Linie durch die Mahd – jedoch nicht zu früh und zu oft, weil dies zu bodendeckendem Wuchs und Verzweigungen führt. Somit kommt es trotzdem – wenn auch eingeschränkt – zur Blüten- und Fruchtbildung. Ein zu später Schnitt hingegen führt zur Verschleppung von Samen mit den Mähgeräten. Folglich ist eine möglichst oberflächennahe Mahd kurz vor der Blütezeit Mitte Juli und danach noch einmal Mitte August, sowie in milden Regionen Mitte September zu empfehlen, weil die Pflanze aus Achselknospen wieder austreiben kann.

Nähere Informationen zum Thema RAGWEED finden Sie auf unserer Homepage unter

https://www.naturimgarten.at/ragweed.html

Der Link zum Infoblatt „Neophyten“: https://www.naturimgarten.at/files/content/files/neophyten-im-gruenraum.pdf

Weitere Infos erhalten Sie beim Grünraumservice am “Natur im Garten” Telefon 02742/74 333

– I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

 

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