Erhöhte Gefahr von Menschenhandel
Die Nothilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine hat zu einer außergewöhnlichen Welle der Solidarität geführt. Freiwillige, Privatunternehmen und verschiedene Organisationen und Gruppen haben sich bereit erklärt, die aus der Ukraine fliehenden Menschen zu unter-stützen, unter anderem durch kostenlose Beförderung, private Unterbringung, Dolmetschdienste oder Hilfe beim Zugang zu Dienstleistungen oder bei der Arbeitssuche. Gleichzeitig birgt das Engagement einer großen Zahl von Freiwilligen und Organisationen insbesondere in Phasen der Akuthilfe auch gewisse Schutzrisiken. Zu diesen gehören unter anderem mangelnde Professionalität und fehlende Einhaltung grundlegender humanitärer und Schutzprinzipien, mangelnde Verantwortungsstruktur und Koordination, die Verbreitung von ungenauen und Falschinformationen an Betroffene sowie ein erhöhtes Risiko von geschlechtsspezifischer Gewalt, Menschenhandel und andere Formen des Missbrauchs, auch durch organisierte und/oder transnationale kriminelle Netzwerke.Empfehlungen für Gemeinden
Um diesen Gefahren vorzubeugen, empfiehlt das Hohe Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen Österreich (UNHCR) vordringliche Maßnahmen, die im Wirkungsbereich der Gemeinden bestmöglich gefördert werden sollen:- Alle Initiativen, inklusive in der Vermittlung von Unterkünften tätige Internetportale, und nicht in etablierten NGOs organisierte Freiwillige sollten dazu angehalten werden, bestehende Standards für Freiwilligenarbeit, Sicherheitsüberprüfungen sowie Kinderschutz anzuwenden. Beispielhaft sei in diesem Zusammenhang auf die Standards von Caritas und Diakonie verwiesen.
- Bekanntmachung von Empfehlungen für die Freiwilligenarbeit sowie von „Do‘s and Don’ts für Freiwillige“ (siehe Downloads)
- Wachsamkeit hinsichtlich der Motive und Aktivitäten Freiwilliger, besonders bei Personen, die mit Flüchtlingskindern arbeiten oder Flüchtlinge direkt aus der Ukraine oder dem ukrainischen Grenzgebiet abholen und dann in private Unterkünfte bringen. Siehe dazu auch die von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vor allem für Ersthelfer*innen entwickelten Tools „Indikatoren für Menschenhandel am Bahnhof“ und „Empfehlungen zur Vorbeugung von Menschenhandel bei der privaten Wohnraumvermittlung“.
- Information für (noch nicht registrierte) Ukrainer*innen durch die Meldebehörde zu den Themen Erfassung für den vorübergehenden Schutz, Beantragung der Grundversorgung und Schutz vor Gewalt (unter Downloads in russischer Sprache), einschließlich Menschenhandel sowie Ausbeutung, um sicherzustellen, dass alle Flüchtlinge über ihre Rechte und Pflichten Bescheid wissen, da erfahrungsgemäß immer wieder Informationsdefizite bestehen bzw. Falschinformationen kursieren. Siehe dazu etwa die UNHCR Help Page.
-REDAKTION (Quelle: UNHCR Österreich)
Indikatoren_UKR_Menschenhandel_2022 Wohnraum_UKR_Menschenhandel_2022 Do’s and Don’ts für Freiwillige 10 Empfehlungen_Freiwilligenarbeit Gewaltschutzfolder (russisch) UNHCR Help Page UNHCR Österreich


