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Bildung

01.06.2023

Bessere Ausbildung für Kindergarten-Assistentinnen

Um den Fachkräftemangel in der Elementarpädagogik unter Kontrolle zu bekommen, hat Bildungsminister Martin Polaschek die Initiative „Elementar +“ vorgestellt. Sie soll dazu beitragen, künftige Fachkräfte auszubilden und das Berufsbild der Assistenzkräfte in Kindergärten und Kinderkrippen attraktiver zu gestalten.

Das Herzstück der Initiative ist ein dreijähriges, berufsbegleitendes Angebot, das ab Herbst 50 Ausbildungsplätze an der Universität Graz zur Verfügung stellen wird. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen in ihrem Beruf weiterarbeiten und gleichzeitig eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten. Das Angebot „Elementar+“ richtet sich an Personen, die bereits als Assistenzkräfte in Kindergärten oder Kinderkrippen tätig sind. Durch die Teilnahme an dem Programm haben sie die Möglichkeit, einen vollwertigen Abschluss als gruppenführende Pädagogin zu erhalten.

Die Ausbildung findet sowohl an der Universität Graz als auch in den Kindergärten und Kinderkrippen statt, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiten. Dabei soll ein starker Praxisbezug hergestellt werden. Zwei bis dreimal im Jahr blocken die Teilnehmenden zwei Tage, um mit den Pädagoginnen vor Ort zu arbeiten, Inhalte zu entwickeln und zu reflektieren. Ergänzt wird dies durch monatliche Gruppentreffen in den Einrichtungen, bei denen verschiedene Themen bearbeitet werden.

Die Eckpunkte von Elementar+

Die Qualifizierungsmaßnahme „Elementar+“ durchläuft aktuell die notwendigen Genehmigungen. Sie ist auf ganz Österreich ausgerichtet und soll im Spätherbst 2023 starten. Für den ersten Durchgang sind 50 Plätze vorgesehen. Die Absolvierung des Lehrgangs ist für die Teilnehmenden kostenlos. Das Bildungsministerium übernimmt zur Gänze die Kosten des Angebots.

Zielgruppe

Die Bundesinitiative eröffnet neue Wege für bereits in elementaren Bildungseinrichtungen Beschäftigte, um einen vollwertigen Abschluss als gruppenführende Pädagogin bzw. Pädagoge zu erlangen. Angesprochen werden sollen insbesondere jene, die in den Kindergärten und Krippen schon als Helfer/innen oder Assistent/innen arbeiten und vielleicht sogar schon eine Gruppe leiten.

Ablauf

Der insgesamt dreijährige Universitätslehrgang wird berufsbegleitend und in Regionalgruppen durchgeführt. Das ermöglicht die Vereinbarkeit von einer Tätigkeit in einer Krippe oder einem Kindergarten sowie der Teilnahme am Bildungsprogramm. Teilnehmer/innen ohne Matura absolvieren im ersten Jahr die Studienberechtigungsprüfung und können damit den Uni-Lehrgang als qualifizierte Elementarpädagog/in abschließen.

Inhalte

Am Anfang stehen Grundlagen für die Arbeit mit den Kindern. Dazu zählen zum Beispiel: Wie richte ich Lernumgebungen ein? Wie gestalte ich meine Beziehung zu den Kindern und auch zwischen den Kindern? Darauf setzen dann weitere essenzielle Themen wie Teamentwicklung und institutioneller Kinderschutz oder die didaktische Gestaltung des Alltages auf.

Am universitären Zentrum für Professionalisierung der Elementarpädagogik mit den Standorten Berlin und Graz kann auf eine breite Expertise in der Qualifizierung elementarpädagogischer Fachpersonen zurückgegriffen werden. Durch die Konzipierung und Durchführung diverser Bundesinitiativen und Projekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden Erfahrungen gebündelt und für die universitäre Weiterbildung aktiviert.

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