Kleinere und mittlere Gemeinden besser dran
Beim nunmehr dreizehnten Bonitätsranking des KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung in Kooperation mit dem Gemeindemagazin „Public“ wird die finanzielle Leistungsfähigkeit aller Gemeinden aus einem Mix verschiedener Faktoren dargestellt. Basis dafür ist der KDZ-Quicktest, der ein seit vielen Jahren in der Praxis bewährtes Kennzahlenset liefert: Dabei wird analysiert, ob eine Gemeinde einen ausreichenden finanziellen Spielraum hat, um ihre operativen Auszahlungen zu decken und Investitionen zu tätigen. Neben dem laufenden Betrieb werden auch Investitionen, Investitionszuschüsse und die Verschuldung in die Analyse miteinbezogen. Mit den Kennzahlen nach differenziertem Notenschlüssel ergibt sich eine Gesamteinschätzung der finanziellen Entwicklung einer Gemeinde. Bei einem schnellen Blick auf das Gemeinderanking kann der Eindruck entstehen, dass vor allem kleinere bzw. mittlere Gemeinden sowie Gemeinden aus den Bundesländern Salzburg und Tirol besonders gute Platzierungen erreichen. So befinden sich im Ranking 2024 auf den ersten zehn Plätzen sieben Gemeinden mit 1.001 bis 5.000 EinwohnerInnen (EW) sowie vier Gemeinden aus Tirol und zwei Gemeinden aus der Steiermark sowie aus Salzburg.Salzburgs Gemeinden stehen besonders gut da
Selbst auf den ersten 50 Plätzen befinden sich 37 Gemeinden mit 1.001 bis 5.000 EW, nur acht Gemeinden mit bis zu 1.000 EW, fünf Gemeinden mit 5.001 bis 10.000 EW und keine Gemeinde mit mehr als 10.000 EW. Außerdem sind 13 Gemeinden der Top 50 aus dem Bundesland Niederösterreich sowie zehn Gemeinden aus dem Bundesland Tirol. Weiters sind jeweils neun Gemeinden aus dem Bundesländern Salzburg und Steiermark. Auch hier entsteht der Eindruck, dass vor allem kleinere bzw. mittlere sowie Gemeinden aus den genannten Bundesländern die Top-Platzierungen erreichen und somit überrepräsentiert sind.
Top Gemeinden nach Bundesland
Die jeweils Top 3 Gemeinden nach Bundesland sind: Burgenland
- Weiden am See
- Frankenau-Unterpullendorf
- Sieggraben
- Sachsenburg
- Keutschach am See
- Ardagger
- Großgöttfritz
- Orth an der Donau
- Sattledt
- Wolfern
- Helpfau-Uttendorf
- Elixhausen
- Dienten am Hochkönig
- Elsbethen
- Raaba-Grambach
- Premstätten
- Hartl
- Niederndorf
- Langkampfen
- Ebbs
- Bizau
- Reuthe
- Andelsbuch
Betrachtung nach Bundesländern

Langfristige Betrachtung des Bonitätsrankings
Beim Bonitätsranking 2024 handelt es sich um das 13. Ranking dieser Art. D.h. seit dem Jahr 2012 werden jährlich die besten 250 österreichischen Gemeinden vor den Vorhang geholt. In diesen 13 Jahren waren 22 Gemeinden jedes Jahr im Top-250-Ranking vertreten. D.h. rund 9 Prozent der Gemeinden im diesjährigen Ranking sind in den vergangenen 13 Jahren unverändert geblieben. Oder anders ausgedrückt, etwa 91 Prozent der Gemeinden des diesjährigen Bonitätsranking waren seit dem Jahr 2012 einmal bzw. mehrmals nicht im Top-250-Ranking vertreten. In dieser langfristigen Betrachtung erreicht die Salzburger Gemeinde Hallwang den ersten Platz. Der zweite Platz geht an die Tiroler Gemeinde Ebbs und den dritten Platz erreicht die niederösterreichische Gemeinde Matzendorf-Hölles. Ein vergleichbares Ranking hat es bereits im Jahr 2018 gegeben. Damals handelte es sich um die siebente Ausgabe des Bonitätsrankings. Nach den ersten sieben Jahren waren 64 Gemeinden bzw. rund 26 Prozent der Gemeinden jedes Jahr im Top-250-Ranking vertreten. Zusammenfassend zeigt sich, dass die Bonität bzw. wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von einer Vielzahl von Faktoren abhängen:- Wirtschaftskraft – bestimmt die Höhe der gemeindeeigenen Steuern wie auch der Ertragsanteile;
- Primärer Finanzausgleich – bestimmt die Höhe der Ertragsanteile;
- Demografische Entwicklung – führt zu höheren oder niedrigen Ertragsanteilen, hat auch Auswirkungen auf die Ausgabenseite;
- Transferpolitik in den einzelnen Ländern – während die Vorarlberger Gemeinden 638 Euro je EW und die oberösterreichischen Gemeinden 632 Euro je EW an Krankenanstalten-, Landes- und Sozialhilfeumlagen zahlen müssen, tragen die burgenländischen bzw. steirischen Gemeinden rund 333 bzw. 360 Euro je EW;
- Gemeindemanagement – dies hängt von der Kompetenz und Bereitschaft für eine zukunftsorientierte Ausrichtung in den einzelnen Gemeinden ab.
-Quelle: KDZ
Die Top 250 Gemeinden im Ranking Die Top 10 und Top Gemeinden je Bundesland: Listen_2024 Podcast: Die Top 250 Gemeinden Österreichs Hier geht’s zum KDZ Bericht im Gemeindemagazin


