akv

Finanzen

Sicherheit

25.02.2026

AKV-Analyse: Zaghafter Aufschwung, anhaltende Insolvenzwelle

Nach zwei Jahren Rezession zeigte sich die österreichische Wirtschaft 2025 zwar leicht erholt, strukturelle Belastungen wirkten jedoch weiter nach. Industriekrise und Kaufzurückhaltung setzten Unternehmen weiter unter Druck. Mit 4.189 eröffneten Firmeninsolvenzen verzeichnete Österreich das dritte Rekordpleitenjahr in Folge.

Im zweiten Halbjahr flachte der Anstieg der Insolvenzen etwas ab und stabilisierte sich, wenn auch auf hohem Niveau. Besonders betroffen war das Grundstücks- und Wohnungswesen. Die Gesamtpassiva lagen mit 11,03 Milliarden Euro weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau, während die Privatkonkurse mit 8.765 Verfahren leicht um 0,60 Prozent zurückgingen.

FIRMENINSOLVENZEN

Bereits in den Quartalsaussendungen hat der AKV EUROPA vor einem neuen Rekordpleitenjahr gewarnt. Die nun vorliegenden Ist Zahlen bestätigen diese Entwicklung. 2025 verzeichnete Österreich bereits das dritte Rekordpleitenjahr in Folge.

Insgesamt stiegen die eröffneten Firmeninsolvenzen 2025 leicht auf 4.189 Verfahren. Deutlich stärker nahmen die Verfahrensabweisungen mangels Masse zu. Die Gesamtzahl der Firmeninsolvenzen erhöhte sich damit auf 7.156 Verfahren.

  2025  2024  
Eröffnete Insolvenzverfahren 4.189 4.159 +  0,72 %
Verfahrensabweisungsbeschlüsse 2.967 2.468 + 20,22 %
Firmeninsolvenzen gesamt 7.156 6.627 +   7,98 %

Eröffnete Firmeninsolvenzen in den Bundesländern

Die Entwicklung der Firmeninsolvenzen zeigte 2025 ein regional unterschiedliches Bild. Zuwächse gab es vor allem in Oberösterreich, Salzburg sowie in Niederösterreich und Tirol. Österreichweit stiegen die eröffneten Firmeninsolvenzen dennoch um 0,72 Prozent, ausgehend von bereits sehr hohen Vorjahreswerten. Auffällig waren Wien mit einem Schwerpunkt im ersten Halbjahr durch Insolvenzen in der Immobilienentwicklung sowie Oberösterreich mit einem starken Anstieg im zweiten Halbjahr, vor allem in der Industrie.

Großinsolvenzen wie 2024 blieben 2025 aus, die Gesamtpassiva halbierten sich zwar, lagen mit 11,03 Milliarden Euro aber weiterhin auf hohem Niveau. Der AKV EUROPA rechnet daher erst 2026 mit leicht sinkenden Insolvenzzahlen, da sich eine wirtschaftliche Erholung zeitverzögert auf den Insolvenzsektor auswirkt.

PRIVATINSOLVENZEN

Im Bereich der Privatinsolvenzen zeigte sich 2025 eine stabile Entwicklung. Mit 8.765 eröffneten Schuldenregulierungsverfahren wurden um 53 Verfahren weniger als im Vorjahr verzeichnet. Insgesamt blieb die Zahl der Privatinsolvenzen mit 9.627 Verfahren nahezu unverändert.

  2025  2024  
Schuldenregulierungsverfahren 8.765 8.818 – 0,60 %
Verfahrensabweisungen 862 812 + 6,16 %
Privatinsolvenzen gesamt 9.627 9.630 – 0,03 %

Die Zahl der Privatinsolvenzen lag 2025 deutlich unter den Höchstwerten der Jahre 2018 und 2019. Wöchentlich wurden im Schnitt 169 Verfahren eröffnet. Der Rückgang spiegelt jedoch nicht die steigende Verschuldung privater Haushalte wider. Gestiegene Lebenshaltungskosten und höhere Arbeitslosigkeit erschweren eine nachhaltige Entschuldung, während Neuverschuldungen vielfach nicht verhindert werden können.

Die Gesamtpassiva der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren beliefen sich 2025 auf 1,21 Milliarden Euro, was einer durchschnittlichen Verschuldung von rund 137.700 Euro pro Verfahren entspricht.

Ausblick

Trotz steigender Arbeitslosigkeit rechnet der AKV EUROPA auch 2026 mit stabilen Privatinsolvenzzahlen knapp unter 9.000 Verfahren. Die Prognose bleibt jedoch unsicher, da mit Juli 2026 die befristete dreijährige Laufzeit von Tilgungsplänen ausläuft. Sollte es zu keiner Verlängerung kommen, wäre im ersten Halbjahr 2026 mit einem deutlichen Anstieg der Anträge zu rechnen.

Sie wollen auf der sicheren Seite sein?
Gehen Sie auf Nummer sicher und informieren Sie sich unverbindlich über eine Mitgliedschaft Ihrer Gemeinde beim Gläubigerschutzverband.
Nur 260 EUR pro Jahr:
https://www.akv.at/mitgliedschaft/gemeinden

Vereinbaren sie einen Beratungstermin unter www.akv.at

– I.WEIPPL (Quelle: AKV, entgeltliche Einschaltung)

 

MEHR ZUM THEMA

Insolvenz in der Gemeinde – so geht man am Besten vor

Gläubigerschutzverband für Gemeinden – so zahlt es sich aus

Warum immer mehr Gemeinden Betreibungen extern vergeben

© Copyright - Kommunalnet