Was zurückkommt, ist eine allgemeine Zusammenfassung. Nicht falsch – aber nicht unbedingt wirklich brauchbar. Denn die KI weiß nicht, dass es sich um eine österreichische Gemeinde handelt. Sie weiß nicht, welche Formulierungen in einem Antragsschreiben erwartet werden. Die Checkliste für Förderanträge, die die Kollegin letztes Jahr erstellt hat, müsste manuell eingefügt werden. Das Musterschreiben aus dem Archiv ebenfalls. Und das alles bei jedem neuen Gespräch von vorne. Genau dieses Problem lösen Skills.
Was ist ein Skill?
Ein Skill (Fähigkeit) ist eine strukturierte Arbeitsumgebung im Dateiformat, die der KI dauerhaft zur Verfügung steht. Im Kern ist ein Skill ein Ordner mit Dateien. Die wichtigste davon enthält die eigentliche Anweisung: Was kann dieser Skill, und wann soll er eingesetzt werden? Dazu kommen weitere Unterordner – für Referenzdokumente und Nachschlagewerke, für Vorlagen und Musterdokumente, für ausführbaren Code bei wiederkehrenden Aufgaben.
Skills folgen einem offenen Standard. Das bedeutet: Sie funktionieren nicht nur in einem einzigen Tool, sondern in allen gängigen KI-Plattformen – von Claude über ChatGPT bis zu Gemini.
Der Unterschied zum System-Prompt
Viele, die sich intensiver mit KI beschäftigt haben, kennen den Begriff „System-Prompt”. Ein System-Prompt ist ein einzelner Textblock. Er erklärt der KI, wer sie ist und wie sie vorgehen soll – mehr nicht. Was er nicht kann: Dokumente mitliefern, Vorlagen einbinden, strukturierte Checklisten bereitstellen, oder Aufgaben automatisch ausführen. Ein Skill baut darauf auf, geht aber weit darüber hinaus.
Ein Skill ist eine vollständige Arbeitsumgebung. Die Hauptanweisung entspricht dem System-Prompt – aber ergänzt um alles, was die KI für diese Aufgabe wirklich braucht: eine Referenzdatei mit relevanten Quellen, eine Checkliste mit Prüfschritten, Musterdokumente als Vorlage, und bei Bedarf ausführbare Skripte für wiederkehrende Aufgaben. Und während ein System-Prompt bei jedem Gespräch vollständig geladen wird, lädt ein Skill seine Bestandteile schrittweise – nur was gerade gebraucht wird, kommt in den Kontext.
Kurz gesagt: Ein System-Prompt ist eine Post-it-Notiz mit Hinweisen. Ein Skill ist ein vollständig ausgestatteter Arbeitsplatz.
Wie Skills geladen werden, ohne den Kontext zu verstopfen
Beim Start lädt die KI nur den Namen und die kurze Beschreibung jedes installierten Skills. Das kostet kaum Ressourcen. Erst wenn eine Anfrage zum Skill passt, liest die KI die vollständige Anweisung. Referenzdateien und Vorlagen werden nur dann geladen, wenn die konkrete Aufgabe sie wirklich braucht. Das bedeutet: Sie können viele Skills installiert haben, ohne dass die KI langsamer oder ungenauer wird. Jeder Skill kostet nur dann Ressourcen, wenn er tatsächlich gebraucht wird.
Skills lassen sich teilen
Ein Skill ist am Ende eine Sammlung von Dateien, die sich zu einer einzigen ZIP-Datei verpacken lässt. Diese ZIP-Datei kann man herunterladen, per E-Mail verschicken, auf einem gemeinsamen Laufwerk ablegen, oder auf einer Website zum Download anbieten.
Eine Kollegin entwickelt einen guten Skill für die Bearbeitung von Förderanträgen. Sie exportiert ihn als ZIP. Sie schickt die Datei an alle Gemeinden im Verband. Jede Gemeinde lädt die ZIP in ihre KI hoch – und sofort steht überall derselbe geprüfte, abgestimmte Assistent zur Verfügung. Kein Abtippen, kein Nachbauen, kein Erklären. Und wenn sich etwas ändert – neue Förderrichtlinien, neue Formulierungsregeln – wird der Skill einmal aktualisiert und die neue Version wieder geteilt.
Für Gemeindeverbände, Landesorganisationen oder das Kommunalnet eröffnet das einen interessanten Gedanken: Einmal einen guten Skill entwickeln, prüfen, und allen Mitgliedsgemeinden als Download zur Verfügung stellen.
Woher kommen Skills?
Skills können aus mehreren Quellen kommen.
Selbst erstellt — mit Hilfe der KI: Die großen KI-Plattformen haben eigene Werkzeuge zum Erstellen von Skills. Anthropic bietet einen fertigen Skill-Creator an – einen Skill, der Ihnen hilft, neue Skills zu bauen. Sie beschreiben Ihren Anwendungsfall in normaler Sprache, und der Skill-Creator führt Sie durch Aufbau und Struktur. Bei ChatGPT funktioniert es ähnlich: Im Team-Bereich können Sie die KI direkt bitten, einen Skill für eine bestimmte Aufgabe zu entwickeln. In beiden Fällen brauchen Sie kein technisches Wissen — Sie müssen wissen, was der Skill tun soll, die KI übernimmt den Rest.

Aus Claude selbst: Anthropic bietet eine Liste von Skills an, die man direkt nutzen kann.

Aus dem offenen Verzeichnis: Unter skills.sh gibt es bereits Tausende fertiger Skills von Unternehmen und Entwicklern. Anthropic selbst stellt dort fertige Skills für die Arbeit mit Word-, Excel-, PowerPoint- und PDF-Dateien bereit. Auch Microsoft, Google und viele andere Anbieter veröffentlichen dort ihre eigenen Skills.
Direkt zum Download: Auf playground.ikangai.com stellen wir eine Auswahl fertiger Skills bereit — als ZIP-Datei, direkt installierbar in Claude oder ChatGPT. Darunter die offiziellen Dokumenten-Skills von Anthropic und unseren Faktenchecker-Skill, entwickelt für den Gemeindealltag.
Skills in Claude nutzen
In Claude sind Skills ab dem Pro-Plan verfügbar. Sie finden die Funktion in den Einstellungen. Dort können Sie Skills hochladen, mit dem eingebauten Builder neue erstellen, eine ZIP-Datei importieren — oder den Skill-Creator-Skill nutzen, um sich beim Aufbau helfen zu lassen.

Ein besonderer Vorteil: Verschiedene Skills können verschiedenen Projekten zugeordnet werden. Das Projekt „Bürger-Kommunikation” verhält sich anders als das Projekt „Interne Berichte” — obwohl es dieselbe KI ist.
Skills in ChatGPT nutzen
In ChatGPT sind Skills ab der Team-Variante verfügbar. Auch hier gibt es einen eingebauten Builder sowie ZIP-Import und -Export. Administratoren können Skills zentral bereitstellen, sodass alle Mitarbeiter automatisch Zugang zu denselben Werkzeugen haben — ohne dass jeder einzeln etwas einrichten muss.

Kleine Hausaufgabe für diese Woche
Besuchen Sie playground.ikangai.com und laden Sie einen der verfügbaren Skills herunter. Installieren Sie ihn in Claude oder ChatGPT. Testen Sie ihn mit einer konkreten Aufgabe aus Ihrem Arbeitsalltag.
KI KOMPAKT
Skills: Die wichtigsten Punkte
Was ist ein Skill? Eine strukturierte Arbeitsumgebung im Dateiformat — Hauptanweisung, Referenzdokumente, Vorlagen, optional ausführbare Skripte. Offener Standard, funktioniert in allen gängigen KI-Plattformen.
Skill vs. System-Prompt: Ein System-Prompt ist ein einzelner Textblock mit Anweisungen — nützlich, aber begrenzt. Ein Skill ist eine vollständige Arbeitsumgebung: Anweisung plus Dokumente, Vorlagen, Checklisten und Code. Und er lädt nur, was gerade gebraucht wird.
Der größte Vorteil: Teilbarkeit. Skills werden als ZIP-Datei verpackt und lassen sich wie jedes andere Dokument weitergeben. Ein Gemeindeverband kann einen geprüften Skill einmal entwickeln und allen Mitgliedsgemeinden zur Verfügung stellen.
Skill erstellen ohne technisches Wissen:
- Claude: Skill-Creator-Skill auf skills.sh — führt Sie durch Aufbau und Struktur
- ChatGPT: KI im Team-Bereich direkt um Skill-Erstellung bitten
Woher kommen Skills?
- Selbst erstellt mit Hilfe der KI (kein Code nötig)
- Aus dem offenen Verzeichnis skills.sh — mit offiziellen Skills von Anthropic, Microsoft, Google u.a.
- Direkt von playground.ikangai.com — fertige Skills als ZIP zum Download
In Claude nutzen: Ab Pro-Plan. Einstellungen → Skills. ZIP importieren, Builder nutzen, oder Skill-Creator verwenden. Verschiedene Skills für verschiedene Projekte möglich.
In ChatGPT nutzen: Ab Team-Variante. Eingebauter Builder, ZIP-Import und -Export. Zentrale Bereitstellung durch Administratoren für alle Mitarbeiter.


