Fundamt verkauft Fundstücke als Überraschungsboxen

Das Fundamt der Stadt St. Pölten startet mit der „Surprise Fundbox“ ein innovatives Projekt und bringt Fundsachen, die nicht innerhalb der gesetzlichen Frist von ihren Besitzer:innen abgeholt werden, ein zweites Leben.

Jährlich werden tausende Gegenstände beim Fundamt St. Pölten abgegeben. Allein im Jahr 2025 wurden insgesamt 4.438 Fundgegenstände registriert. Während rund 45 Prozent erfolgreich an ihre rechtmäßigen Besitzer:innen zurückgegeben werden konnten, verbleibt eine erhebliche Anzahl an Objekten, deren Eigentümer:innen nicht ermittelt werden können oder die nicht abgeholt werden. Nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist gehen diese Gegenstände in das Eigentum der Stadt über – aber was tun, mit den vielen zurückgelassenen Dingen?

Das Fundamt St. Pölten geht ab sofort neue Wege in der nachhaltigen und effizienten Verwertung von Fundsachen: Mit den sogenannten „Surprise Fundboxen“ werden nicht abgeholte Fundgegenstände in attraktive Überraschungspakete verwandelt und warten darauf neue Eigentümer:innen zu finden.

„Mit den neuen Surprise Fundboxen wird diesen Gegenständen nun eine zweite Chance gegeben – nachhaltig, kostengünstig und mit einem gewissen Überraschungseffekt für die Käufer:innen“, freut sich Martin Koutny, Leiter der Stabsabteilung Bürgerservice und Einwohnerangelegenheiten, über das Projekt.

Die „Surprise Fundboxen“ sind direkt beim Fundamt im St. Pöltner Rathaus erhältlich.

Überraschung mit Mehrwert

Die Boxen sind in drei Größen – S, M und L – erhältlich und werden zu Preisen zwischen 20 und 100 Euro angeboten. Käufer:innen wählen vor Ort ihre bevorzugte Preiskategorie und erhalten eine versiegelte Box mit einem sorgfältig zusammengestellten Inhalt. Dabei gilt: Der geschätzte Wert der enthaltenen Gegenstände beträgt mindestens das Doppelte (oft auch ein Vielfaches) des bezahlten Preises.

Der Inhalt der Boxen bleibt bis zur Öffnung ein Geheimnis. Möglich sind unter anderem Kleidung, Modeschmuck, Musikinstrumente, Alltagsgegenstände oder Freizeitartikel. In seltenen Fällen können auch sogenannte „Golden Tickets“ enthalten sein, die zum Erhalt größerer Fundstücke wie Fahrräder oder E-Scooter berechtigen.

Sorgfältige Auswahl und Transparenz

Die Zusammenstellung der Boxen erfolgt durch Mitarbeiter:innen des Fundamtes nach dem Vier-Augen-Prinzip. Jeder enthaltene Gegenstand wird dokumentiert, bewertet und transparent erfasst. Dinge, die keiner Verwendung mehr zugeführt werden können, werden vorab aussortiert.

Der Erwerb der Surprise Fundboxen erfolgt ausschließlich vor Ort und ist auf Privatpersonen beschränkt. Pro Person können maximal vier Boxen pro Quartal erworben werden. Zur Sicherstellung der Nachvollziehbarkeit ist beim Kauf ein gültiger Ausweis vorzulegen, und die Übernahme wird schriftlich bestätigt.

Die Boxen werden ausdrücklich ohne Gewährleistung verkauft. Es besteht kein Anspruch auf Funktionalität, Vollständigkeit oder bestimmte Inhalte. Rückgabe und Umtausch sind ausgeschlossen.

Nachhaltigkeit trifft Innovation

Mit dem Projekt verfolgt die Stadt St. Pölten mehrere Ziele: Neben der Reduktion von Lagerbeständen und Verwaltungskosten steht insbesondere die nachhaltige Wiederverwendung von Gegenständen im Fokus. Anstatt ungenutzt zu bleiben, finden viele Fundstücke so neue Eigentümer:innen.

Zugleich schafft das Format ein modernes Einkaufserlebnis – vergleichbar mit dem Prinzip digitaler Second-Hand-Plattformen, jedoch lokal, physisch und mit einem besonderen Überraschungsfaktor.

Ein Blick in die Zukunft

Die Einführung der Surprise Fundboxen ist Teil einer umfassenden Überarbeitung der Fundamtsordnung, die 2026 in Kraft treten soll. Diese basiert auf aktuellen gesetzlichen Anpassungen sowie dem neuen Leitfaden für das Fundwesen des Bundesministeriums für Inneres und eröffnet neue Möglichkeiten zur effizienten und nachhaltigen Verwertung von Fundsachen.

Von: Stadt St. Pölten

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