Hortensien sind eine durstige Pflanzengattung. Ihr reichliches, weiches Laub welkt rasch bei Wassermangel. In Ostösterreich müssen wir aber mit immer häufigeren und längeren Trockenperioden rechnen. Folglich raten wir davon ab, Hortensien auf sonnigen und trockenen Standorten neu anzupflanzen.
Hortensien bevorzugen saure Standorte
In kalkhaltigen Böden – die vorherrschende Bodenart in Ostösterreich – wachsen sie zwar, die Blätter sind aber häufig chlorotisch.Ein weiterer Minuspunkt: Bei manchen beliebten Hortensienarten bestehen die Blütenstände nur aus sterilen Blüten, diese enthalten weder Nektar noch Pollen. Der ökologische Wert ist aber auch bei anderen Arten mit fertilen Blüten nicht sehr hoch.
Die bekanntesten Arten sind die klassischen „Muttertagsstöckerl“ Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) und Tellerhortensie (H. serrata) mit rosa, blauen oder weißen Blüten. Die blaue Blütenfarbe ist nur an kalkfreien Standorten möglich. Ist dies nicht gegeben, färben sich die Blüten zu rosa um. Tellerhortensien werden – je nach Sorte – gerne von Bienen und Wildbienen beflogen.
Im kommunalen Bereich werden eher die höher wachsenden Strauchhortensien gepflanzt
Dazu gehören unter anderem Eichblatt-, Rispen- und Samthortensie. Die Blütenstände dieser Arten bestehen aus sterilen (die größeren, auffälligen) und fertilen (kleinen) Blüten. Strauchhortensien haben je nach Sorte einen geringen bis mittleren Wert für Insekten.
Eine regelrechte Modepflanze der vergangenen Jahre ist die Schneeballhortensie (H. arborescens), etwa die Sorte „Annabelle“. Sie besteht leider nur aus sterilen Blüten.

Etwas toleranter bezüglich des pH-Wertes des Bodens ist die Kletterhortensie, eine schöne Kletterpflanze für halbschattige Standorte. Sie wächst langsam, aber dicht, mit attraktiven weißen Blüten, die von Bienen genutzt werden.
Klimafitte Alternativen
Hortensien sind vor allem wegen ihrer langanhaltenden Blüte im Sommer beliebt. Eine klimafitte Alternative dazu sind sommerblühende Sträucher und Halbsträucher, die aus warmen und trockenen Regionen stammen. Durch die milderen Winter gibt es immer mehr Arten, die bei uns in klimabegünstigten Lagen überdauern.

Da wären beispielsweise die Halbsträucher Blauraute (Perovskia) und Bartblume (Caryopteris), die mit einer blaulila Blütenfülle in den Sommermonaten beeindrucken und wahre Insektenmagneten sind. Oder der noch selten gepflanzte Buschklee (Lespedeza) mit einer üppigen Blüte aus langen, purpur-rosa Trauben von Spätsommer bis in den Herbst. Diese Arten werden etwas über einen Meter hoch und müssen im Frühling kräftig zurückgeschnitten werden.
Schon länger bei uns etabliert sind die Japanischen Spiersträucher (Spiraea japonica) mit ihrem schönen, halbkugeligen Wuchs und einer rosa, roten oder weißen Blüte. Oder der Fingerstrauch (Potentilla fruticosa), mit gelben, orangeroten oder weißen Sorten.
Sie alle kommen mit sonnigen und trockenen Lagen gut zurecht, sind ökologisch wertvoll und attraktiv. Das macht sie zu einer empfehlenswerten Alternative zu Hortensien.
Eine ausführliche Beschreibung der genannten Arten sowie von vielen anderen ökologisch wertvollen Straucharten finden Sie im „Natur im Garten“ Heckennavigator unter www.willheckehaben.at.
Weitere Informationen erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.


