Gerhard Bachmann ist stolzer Bürgermeister der burgenländischen Gemeinde Deutsch Jahrndorf im äußersten Dreiländereck von Österreich, Ungarn und der Slowakei gelegen. Lange Jahre war die Gemeinde durch Abwanderung geprägt. „Mittlerweile sind wir stabil bei 660 Hauptwohnsitzern und 250 Nebenwohnsitzern“, sagt Gerhard Bachmann. Weiter und schneller wachsen will die Gemeinde jedoch nicht, weil auch der notwendige Ausbau der Infrastruktur enorme Kosten mit sich bringen würde.
Befeuert hat den starken Zuzug der Gemeinde der Ausbau der A6 und A4, sowie die Bahntrasse nach Wien. „Jetzt ist man von uns in 35 Minuten mit dem Zug in Wien oder in 30 Minuten in Bratislava. Wir liegen plötzlich nicht mehr am Ende der Welt, sondern im Speckgürtel“, sagt der Ortschef. Das hat auch die Gemeinde wieder zu einem attraktiven Wohlfühlort gemacht: Es gibt einen Kindergarten, eine Volksschule, einen Bäcker, zwei Kirchen, ein Wirtshaus, die Feuerwehr, den Sportverein und bald auch einen Nahversorger. Auch auf die Wasserversorgung und den Müllverband ist die Gemeinde stolz. Den Amtsleiter teilt sich Deutsch-Jahrndorf mit Gattendorf. „Der ehemalige Amtsleiter ist letztes Jahr plötzlich verstorben, da haben wir uns überlegt was wir machen und uns dann für eine Amtsleiter-Kooperation mit der Nachbargemeinde entschieden“, erzählt Gerhard Bachmann. Ein neuer Amtsleiter hätte die Gemeinde 80.000 Euro gekostet, jetzt teilen sie sich die Kosten und haben 40.000 Euro übrig. „Mit diesen 40.000 werden wir jetzt den Nahversorger in Deutsch Jahrndorf realisieren“, freut sich der Ortschef über die Win-win-Situation.
Generell ist Gerhard Bachmann ein sehr praktischer Mensch, der nie das Problem, sondern immer die Lösung sieht. „Wir machen bei uns in der Gemeinde eigentlich fast alles selber. Egal was es ist“, sagt der Ortschef. Ob es die Kläranlage oder der Kanal ist, die Arbeiten werden vom Gemeindepersonal und vom Bürgermeister erledigt. „Eine Ausschreibung und die Arbeit der Firma wäre für uns viel zu teuer. Das machen wir lieber selber“, so Bachmann. Und das ist auch sicher sein Geheimrezept, wieso die Gemeinde heute so gut dasteht, seit fünf Jahren schuldenfrei ist und die nächsten zehn Jahre nicht viel investieren muss. „Wir haben uns das fleißig erarbeitet. Wir wissen, wo zu sparen ist und diese Tipps gebe ich auch gerne an meine Bürgermeister-Kollegen weiter“, sagt der Ortschef stolz.
Und wie kommt es, dass gerade Deutsch Jahrndorf die Großtrappen Gemeinde ist? „Naja, in Österreich gibt es in Summe 800 von den schwersten Flugvögeln der Welt. Und alleine 500 davon leben bei uns im Dreiländereck der Gemeinde“, weiß der Bürgermeister, der auch im Landtag für Land-, Forstwirtschaft, Fischerei und Jagd zuständig ist. In der Gemeinde gibt es eigene Brachflächen für die Tiere, die streng unter Naturschutz stehen. „Touristen kommen immer wieder und bestaunen die Tiere, für die Bevölkerung sind die Vögel nichts ungewöhnliches, sie gehören einfach zu uns dazu“, sagt Gerhard Bachmann. Apropos bekannt: Ab November wird die Gemeinde und der Bürgermeister einen höheren Bekanntheitsgrad im Burgenland und über die Landesgrenzen hinaus erlangen: Gerhard Bachmann wird nämlich als Nachfolger von Erich Trummer, gemeinsam mit Roman Kainrath die Doppelspitze im burgenländischen Gemeindeverband antreten. Wir wünschen auf diesem Weg alles Gute und viel Erfolg!


