Opas und Papas packen an – Wie Schleedorf Kosten spart

300.000 Euro würde der Kindergartenumbau kosten – doch Schleedorf zeigt, was möglich ist, wenn Förderungen klug genutzt werden und die Bevölkerung selbst mit anpackt: So konnten die Kosten für die Gemeinde auf rund 30.000 Euro gesenkt werden.

„Frage nicht: Was kann meine Gemeinde für mich tun, sondern: Was kann ich für meine Gemeinde tun?“ In Schleedorf wird dieser Gedanke gerade ganz praktisch gelebt. Mehr als 25 Freiwillige helfen derzeit beim Umbau des bestehenden Kindergartens mit. Gemeinsam schaffen sie Platz für eine neue Kleinkindbetreuung – und entlasten damit das Gemeindebudget erheblich.

Ein Bedarf, der immer größer wurde

Schleedorf ist eine wachsende Gemeinde. Gleichzeitig war die Salzburger Gemeinde bislang eine der wenigen, die noch keine eigene Kleinkindbetreuung anbieten konnte. Eine Bedarfserhebung brachte schließlich Gewissheit: Es braucht ein Betreuungsangebot für die Kleinsten. Für Bürgermeisterin Martina Berger steht dabei nicht nur die Infrastruktur im Mittelpunkt, sondern vor allem die Wahlfreiheit der Familien.

„Wir wollen den Eltern diese Möglichkeit geben, damit sie echte Wahlfreiheit haben. Heutzutage ist das einfach unerlässlich.“ Für die 1.170-Einwohner-Gemeinde war allerdings schnell klar: Die neue Einrichtung wird finanziell eine große Herausforderung. Die notwendigen Räumlichkeiten entstehen durch die Erweiterung beziehungsweise den Umbau des bestehenden Kindergartengebäudes.

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg

Die geschätzten Kosten für den Um- und Ausbau liegen bei rund 300.000 Euro. Für eine kleine Gemeinde ist das ein beträchtlicher Budgetposten. Umso wichtiger war es, alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

Die Gemeinde nutzt sämtliche verfügbaren Förderungen von Bund und Land. Gleichzeitig setzt sie auf etwas, das sich nicht in Fördertabellen abbilden lässt: die Eigenleistung der Bevölkerung. Neben den Bauhofmitarbeitern unterstützen mehr als 25 Freiwillige die Arbeiten. „Ausmalen, Bodenlegen, Grundanstrich, Putzen – sprich, alle einfachen Bauarbeiten, die man selbst machen kann, haben wir selbst erledigt“, erzählt Berger. Auch die Bürgermeisterin selbst ist fast täglich auf der Baustelle.

Aus Opas werden Mitgestalter

Die große Unterstützung aus der Bevölkerung hat Berger selbst überrascht und berührt. „Da sind Opas dabei, Väter von Kleinkindern, Vereinsobleute, unsere Landwirte, welche das Bauholz spendeten und völlig unabhängig davon Menschen, die helfen wollen. Das zeigt, was wir für eine tolle Gemeinschaft sind.“

Und diese Gemeinschaft macht sich auch finanziell bemerkbar: Aller Voraussicht nach können die tatsächlichen Kosten für die Gemeinde von rund 300.000 auf nur etwa 30.000 Euro reduziert werden. Die neue Kleinkindbetreuung soll schon Anfang Oktober fertig sein und acht Ganztagesplätze anbieten. Dann wird auch endgültig sichtbar, wie viel Schleedorf durch Förderungen, Eigenleistung und gemeinsames Engagement einsparen konnte.

Sicher ist aber schon jetzt: Eine Gemeinde steht und fällt mit den Menschen, die bereit sind, sie mitzugestalten.

Von: Eva Schubert

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