Auf welche Bäume sollen wir künftig setzen?

Schon jetzt leiden Straßenbäume unter Trocken- und Hitzestress. Im heurigen Rekordsommer waren vielerorts Bäume mit herbstlichem Erscheinungsbild an den Straßen zu sehen. Ein Zeichen, dass sie ums Überleben kämpfen ….

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass der heurige Sommer ein Vorgeschmack auf die künftige klimatische Situation ist. Deshalb ist es wichtig, sich bei der Planung der grünen Infrastruktur darüber Gedanken zu machen.

Die Sache betrifft jedoch nicht nur Trockenheit und Temperaturextreme. Stadtbäume an exponierten Stellen leiden auch unter Streusalzbelastung, verdichteten Böden und anderen Schadstoffen aus dem Verkehr. Gleichzeitig müssen sie frosthart sein, denn trotz aller Problematik leben wir in den mittleren Breiten und nicht am Mittelmeer. All das müssen die „Stadtbäume der Zukunft“ aushalten können.

Deshalb gilt es zunächst einmal, unabhängig von der Baumart, für möglichst gute Standortbedingungen zu sorgen. Viel zu oft steht den Bäumen zu wenig Wurzelraum zur Verfügung. Als Mindestvolumen werden in Fachkreisen 12 m³ angegeben.

Abgesehen davon muss die Anwuchspflege mit Gießen in den ersten Jahren gewährleistet sein. Expertinnen und Experten sind sich jedoch einig, dass wir dem Klimawandel innerstädtisch nur begegnen können, wenn wir auch auf fremdländische Gehölze aus wärmeren Erdteilen, wie Zürgelbaum oder Gleditschie zurückgreifen. Das soll aber nicht dazu führen, nur auf eine Baumart zu setzen. Spitze Zungen benennen manche Ortschaften etwa als „Zürgelhausen“, weil sie nur mehr diesen robusten Baum pflanzen.

Es ist wichtig, auf Vielfalt zu setzen, Krankheiten und Schädlinge können sonst rasch einer gesamten Allee den Garaus machen. Man denke nur an das Ulmen- oder das Eschentriebsterben oder die Russrindenkrankheit am Bergahorn. Fachkreise empfehlen, möglichst viele Baumarten zu durchmischen und in einer Ortschaft nur 10 % einer Art zu pflanzen. So kann das Risiko besser gestreut werden.

Auch unter den „klimafitten“ Baumarten gibt es leider keine „eierlegende Wollmilchsau“

Welcher Baum sich am besten eignet, hängt stark vom jeweiligen Standort ab. Zukunftsbäume wie der Feldahorn oder der Französische Ahorn eignen sich für sonnige, kleinere Standorte.  Die Silberlinde entwickelt sich hingegen zu einem großkronigen Baum und ist daher ein idealer Alleebaum, ebenso wie Zelkove oder Schnurbaum. Pyramiden-Hainbuchen kommen auch an schattigeren oder windausgesetzten Standorten gut zurecht. Die Baum-Felsenbirne (Amelanchier arborea ‘Robin Hill‘) kommt sogar mit so ungünstigen Bedingungen, wie sie in großen Trögen oder Containern herrschen, zurecht. 

Als salzverträglich an belasteten Standorten gelten etwa Gleditschie und Feldahorn.

Nähere Infos auch unter www.willbaumhaben.at

Von: I.Weippl (Quelle: Natur im Garten, entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

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