Warum Hernsteins neuer Bankomat in einer Holzhütte steht

In Hernstein gibt es erstmals einen Bankomaten – der in einem Holzhäuschen steht. Wie es dazu kam und warum sich andere Gemeinden etwas abschauen können, erzählt Bürgermeisterin Michaela Schneidhofer.

Hernstein hat rund 1.500 Einwohnerinnen und Einwohner und liegt etwa 50 Kilometer südlich von Wien im Bezirk Baden in Niederösterreich. Einen Bankomaten, geschweige denn eine Bank gab es hier nie – bis heute. „Der Wunsch war immer da und auch schon mein Vorgänger hat diesbezüglich viele Gespräche geführt“, erzählt Bürgermeisterin Michaela Schneidhofer. Das Problem war immer: Die Gemeinde hätte für einen Bankomaten jährlich einen großen Teil mitfinanzieren müssen – kaum stemmbar für das 1.500-Seelen-Dorf.

Als die Österreichische Nationalbank daher Anfang 2025 in Kooperation mit dem Österreichischen Gemeindebund beschloss, die Bargeldversorgung in den Gemeinden zu sichern und in ländlichen Gebieten bis zu 120 neue Geldautomaten aufzustellen, war für Hernstein die Chance gekommen.

Mit einfachen Mitteln alle Voraussetzungen erfüllt

Um für einen Geldautomaten der Nationalbank in Frage zu kommen, muss eine Gemeinde mehrere Voraussetzungen erfüllen: am betreffenden Standort muss ein Stromanschluss gegeben sein sowie die Möglichkeit für einen Internetanschluss. Außerdem braucht es ein geeignetes Gebäude bzw. einen Platz für den Bankomaten. Das sei glücklicherweise eine Sache der Auslegung mit Einbezug der konkreten Bedingungen in der jeweiligen Gemeinde, meint Bürgermeisterin Schneidhofer.

Das Ergebnis: eine kleine Holzhütte mit Öffnung für den Bankomaten – zu einem kostengünstigen Preis von der Gemeinde selbst errichtet.

Bankomat ist Teil von Gesamtkonzept

Der Bankomat passt sich perfekt ein in die Umgebung, denn im gleichen Zug wurde der Platz mitten im Ortskern von Hernstein neugestaltet. Früher stand hier das alte Feuerwehrhaus, der Müllplatz und das wenig schmucke POP-Glasfaser-Verteilergebäude. Das ist jetzt anders. Heute befindet sich im generalsanierten Feuerwehrhaus ein neuer ADEG-Markt, das Abfallsammelzentrum wurde optisch in den Hintergrund gerückt und der Betonblock, in dem sich der Internetverteiler befindet, wurde mit Holz verkleidet. Dort befindet sich auch der nagelneue Bankomat. „So konnten wir mit wenig Aufwand eine flexible Lösung schaffen und mussten nicht viel Geld investieren“, so Bürgermeisterin Michaela Schneidhofer.

Das Beste daran: Sollte der Bankomat einmal nicht mehr benötigt werden, kann die Holzhütte für andere Zwecke verwendet werden.

Von: Eva Schubert

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