Selbstklimmer, Ranker oder Winder – die unterschiedlichen Strategien von Kletterpflanzen

Aufgrund der zunehmenden Hitze und dem steigenden Bedürfnis nach Beschattung wird es im Kommunalbereich immer beliebter, Kletterpflanzen zu verwenden. Damit eine Bepflanzung gelingt, spielt die Wahl der richtigen Kletterhilfe eine wichtige Rolle.

Sich unter einem grünen Blätterdach abkühlen können oder mit einer begrünten Fassaden Gebäude vor dem Aufheizen schützen: Das sind Themen, die angesichts steigender Temperaturen und längerer Hitzeperioden immer wichtiger werden. Mit Kletterpflanzen ist beides möglich, vorausgesetzt man bietet diesen die passende Aufstiegshilfe an.

Bild 1, Bildtext: Verschiedene gerüstkletternde Arten an einer vorgehängten Fassadenbegrünung.
Copyright: © Gerlinde Koller „Natur im Garten“

Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Kletterhilfen wie Seile, Pfosten, Gitter oder Netze. Bei der Planung ist es nicht nur wichtig, die passende Art der Rankhilfe zu wählen, sondern auch die Gewichts- und die Zugbelastung entsprechend der Pflanzenart zu dimensionieren. Arten wie Efeu oder Blauregen können ein hohes Gewicht erreichen und Zugkräfte entwickeln, die Kletterhilfen, die nicht stabil genug sind, beschädigen oder zerstören können. Das ist auch ein relevantes Sicherheitsrisiko, weshalb die Kletterhilfen entsprechend sorgfältig auf die Belastungen durch die jeweilige Kletterpflanzenart abgestimmt werden müssen.
Selbstverständlich sind noch weitere Faktoren, wie die Wahl der zum Standort passenden Kletterpflanzen-Art, der passenden Wuchshöhe sowie die fachgerechte Pflanzung und Pflege entscheidend für eine erfolgreiche Bepflanzung.

Bei den Kletterpflanzen wird nach ihrer Kletterstrategie in sogenannte „Selbstklimmer“ und „Gerüstkletterer“ unterschieden. Erstere besitzen Haftorgane, mit denen sie sich ohne zusätzliche Hilfe am Untergrund festhalten können. Dazu gehören Efeu oder Mauerkatze. Sie können Wände oder Kletterobjekte bewachsen.

Bild 2, Bildtext: Die Mauerkatze wächst ohne Kletterhilfe an Wänden hoch.
Copyright: © Margit Benes-Oeller

Bei den Gerüstkletterern gibt es mehrere unterschiedliche Strategien. Sogenannte „Spreizklimmer“ entwickeln lange Triebe, mit denen sie sich in der Umgebung verankern. Bekanntes Beispiel ist die Kletterrose. Sie brauchen breite, gitterartige und stabile Rankgerüste als Kletterhilfe.

Hingegen können „Winder“ oder „Schlinger“ sowie „Blatt-“ und „Sprossranker“ sich gut an Drähten, Netzen und Gittern festhalten. Winder oder Schlinger, wie etwa Kiwi oder Klettergurken, drehen ihre Triebe rund um die Kletterhilfe für einen festen Halt. Blatt- und Sprossranker bilden feine Triebe zum Festhalten aus, wie etwa der Echte Wein oder Klematis-Arten.

Bild 3, Bildtext: Wilder Wein kann an verschiedenen Rankgerüsten wachsen.
Copyright: © Gerlinde Koller

Wir empfehlen eine Fachplanung sowohl für die Auswahl der Kletterpflanze(n) als auch des Gerüstes, damit beide optimal aneinander angepasst sind. Das gilt insbesondere für Pflanzungen an schwierigen Standorten in innerörtlichen Lagen. Bei Gebäudebegrünungen empfehlen wir außerdem, die ÖNORM L1136 einzuhalten.

Für Gemeinden in Niederösterreich gibt es die Möglichkeit einer kostenlosen Beratung zur Begrünung von Gemeindegebäuden sowie des direkten Umfelds. Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter: https://www.naturimgarten.at/beratung-begruenung-von-gemeindegebaeuden.html

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union im Programm IBW/EFRE- & JTF 2021-2027  kofinanziert.

Detaillierte Beschreibungen der Standortbedürfnisse sowie der passenden Rankhilfen erhalten Sie im Kletterpflanzen-Navigator unter www.kletterpflanze.at.

Ein Webinar zum Thema „Vielfalt der Kletterpflanzen“ findet am 27. November 2026 um 9:00 Uhr statt. Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter: https://www.naturimgarten.at/webinare-869.html.

Weitere Informationen zum Thema Grünraum erhalten Sie beim “Natur im Garten” Grünraumservice unter der Telefonnummer 02742-74333 oder per E-Mail unter gartentelefon@naturimgarten.at.ter in den niedrig liegenden Regionen Ostösterreichs ausbreiten. Wir empfehlen, die natürlichen Feinde der Schnecken durch eine naturnahe Grünraumgestaltung zu fördern. Spitzmäuse, Maulwürfe, Amphibien, Vögel und Insekten helfen dabei, ihr Auftreten zu begrenzen.

Von: I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, Entgeltliche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

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