Bürgermeister macht Schulzentrum klimafit, Land verweigert weiteren Ausbau

Josef Waltl, Bürgermeister von Wies ist mit seiner Gemeinde der Zeit voraus: Während ganz Österreich über kühle Klassenräume, Klimageräte für Schulen oder Beschattungsmaßnahmen für Schulgebäude diskutiert, hat der Ortschef in seiner Gemeinde bereits seit 2024 einen Teil seines Schulzentrums hitzeresistent gemacht.

Wie hat er das gemacht? „Wir haben in unserer Gemeinde ein Pilotprojekt gestartet, in dem die Südost-Wände des Gebäudes auf einer Fläche von 320 Quadratmetern mit Pflanzen begrünt und beschattet wurden. Das Projekt wurde von der Boku wissenschaftlich begleitet und von der EU und dem Land durch Leader-Mittel unterstützt. Die Kosten betrugen € 123.000 Euro und wurden zu 60% gefördert, erzählt Josef Waltl. Die Erfolge in der dritten Periode seit der Installierung der Beschattung: Während die Temperaturen in normalen Klassenzimmern im Hitzesommer 2026 37 Grad betrugen, waren es in den Räumen mit der Pflanzen-Beschattung nur 28 Grad. „Für uns ist das ein absolut zukunftsträchtiges Projekt. Die Kosten haben sich gegenüber dem Einbau von Klimaanlagen in zehn Jahren amortisiert“, ist der Ortschef der 4.264 Einwohner großen Gemeinde überzeugt.

Nachdem jedoch erst ein Teil des Schulzentrums klimafit gemacht wurde, reichte Bürgermeister Waltl die nächsten vier Abschnitte bei der „Leader-Stelle Schilcherland“ ein. Die gesamten Projektkosten belaufen sich auf € 564.00., wobei hier neben der Begrünung auch bauliche Maßnahmen für eine Nachtdurchlüftung der Klassenräume vorgesehen sind. Das Projekt wurde von der Projektauswahlgruppe positiv bewertet, was mit einer Förderung von € 250.000,- verbunden wäre. Doch das Land legte sich quer. Die Begründung: Das Projekt sei nicht wirtschaftlich. Bürgermeister Walt ist verärgert und versteht die Welt nicht mehr. „Wie kann es sein, dass im Jahr 2026 derartige Klimaprojekte einfach nicht unterstützt werden? Was muss noch alles passieren?“, fragt sich Waltl. Und wie könne man sich gegen ein derartiges Projekt wehren, wenn eine natürliche Beschattung billiger ist, als Strom für Klimaanlagen oder Ressourcen zu verbrauchen? Doch so schnell gibt sich der Ortschef von Wies nicht geschlagen. Er will das ganze anfechten und wenn notwendig bis zur EU gehen. Immerhin ist Wies ein Vorbild für die natürliche Kühlung von Schulgebäuden österreichweit.  Fortsetzung folgt.

Von: Sotiria Peischl, Kommunalnet Redaktion

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