Dekarbonisierung der Altglaslogistik

Routenoptimierung und alternative Treibstoffe: Ersparnis von 600 Tonnen Emissionen. Vor fünf Jahrzehnten wurde in Österreich die öffentliche Altglassammlung etabliert. Das ökonomisch wie ökologisch begründete Ziel war es, Glasverpackungen nicht zu deponieren, sondern der Glasindustrie als Rohstoff zur Verfügung zu stellen.

Seither wurden knapp 8 Millionen Tonnen Altglas als Rohstoff für die Herstellung neuer Glasverpackungen eingesetzt. Auf diese Weise konnte der Abbau natürlicher Rohstoffe reduziert werden, darunter insbesondere 5 Millionen Tonnen Sand, der Hauptrohstoff für Glasverpackungen. Ohne Altglassammlung wären in den vergangenen Jahrzehnten gut 19 Millionen m³ natürliche Rohstoffe erforderlich gewesen.

Umweltschutz und Energiesparen dank Glasrecycling

Das Schmelzen von Altglas benötigt erheblich weniger Energie als das Schmelzen der Primärrohstoffe. Pro 10 Prozent Altglas bei der Herstellung neuer Glasverpackungen werden 2,5 Prozent Energie und 5 Prozent CO₂-Emissionen eingespart. Insbesondere in Zeiten hoher und schwankender Energiepreise stellt dies einen wirtschaftlich und ökologisch wichtigen Faktor für die Industrie dar.

Green Logistics: Schrittweise Dekarbonisierung der Altglaslogistik

Austria Glas Recycling setzt seit vielen Jahren konsequent auf eine umweltfreundlichere Altglassammlung in Österreichs Städten und Gemeinden. Wie Geschäftsführer Dr. Harald Hauke erläutert, konnten dadurch die jährlichen CO₂-Äquivalent-Emissionen erheblich gesenkt werden.

Dies gelang insbesondere durch:

  • Steigerung der Sammeleffizienz
  • Spritspartrainings und Öko-Drive-Schulungen für die Fahrer der Spezial-LKWs
  • Einsatz umweltfreundlicher LKW-Klassen
  • Verwendung alternativer Treibstoffe anstelle von Diesel

Individuelle Transportwege und optimierte Logistik

Das in den Glascontainern gesammelte Altglas wird in manchen Regionen direkt mit speziellen Sammel-LKWs zu den Glaswerken transportiert. In den meisten Regionen erfolgt zunächst eine Zwischenlagerung auf Umladestellen, von denen das Altglas anschließend mit Transport-LKWs zu den Werken gebracht wird.

Das Zusammenspiel von Zwischenlagerung und Transport wurde in den vergangenen Monaten weiter optimiert. Dadurch konnte die Transporteffizienz um rund 19 Prozent gesteigert und der CO₂-Ausstoß reduziert werden. Zudem setzen die Altglastransporteure zunehmend auf den alternativen Treibstoff HVO100 (100 Prozent Hydrotreated Vegetable Oils/hydrierte Pflanzenöle) anstelle von herkömmlichem Diesel.

Laut DI Eva Koller, Geschäftsführerin von Austria Glas Recycling, konnten durch die gesteigerte LKW-Transporteffizienz und den Einsatz von HVO100 im Jahr 2025 insgesamt 620 Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart werden. Dies entspricht den Emissionen einer rund 3,9 Millionen Kilometer langen PKW-Fahrt beziehungsweise etwa 2.900 Fahrten von Wien über Innsbruck nach Bregenz und wieder retour.

Bild: Dr. Harald Hauke und DI Eva Koller, Geschäftsführung Austria Glas Recycling, vor Glascontainern für Weiß- und Buntglas.

Fotocredit: Austria Glas Recycling/Daniel Willinger

Effizienzsteigerung bei der Altglaslogistik: ökonomisch und ökologisch wertvoll

Je sauberer und emissionsärmer Altglas gesammelt und transportiert wird, desto höher ist der Umweltnutzen des Glasrecyclings.

Auch Dr. Daniel Resch, Geschäftsführer des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes (ÖWAV), unterstreicht die Bedeutung dieser Maßnahmen. Die Abfallwirtschaft spiele seit vielen Jahrzehnten eine zentrale Rolle für den Umweltschutz und die Kreislaufwirtschaft. Der Einsatz des alternativen Treibstoffs HVO100 stelle einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Altstofflogistik dar.

Optimierungsmaßnahmen, die aus ökologischen Überlegungen angestoßen werden, stärken zugleich die finanzielle Stabilität des österreichischen Sammel- und Verwertungssystems für Glasverpackungen. Davon profitieren sowohl Entsorgungsunternehmen und Gemeinden als auch jene Unternehmen und Industriebetriebe, die Lebensmittel, Getränke, Kosmetika und Arzneimittel in Glasverpackungen auf den Markt bringen.

Von: I.WEIPPL (Quelle: AGR, entgeltliche Einschaltung)

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