Wie kann die Verwaltung digitaler und effizienter werden und gleichzeitig menschlich bleiben? In dieser Folge von Amtsgeheimnisse – der Gemeindebund-Podcast spricht Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl mit Staatssekretär Alexander Pröll über die Digitalisierung der Verwaltung und ihre Bedeutung für die Gemeinden.
Im Mittelpunkt stehen die ID Austria, die bessere Vernetzung von Verwaltungsdaten und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Auch die geplante Gemeindedatenplattform, digitale Souveränität und der sichere Umgang mit Daten werden diskutiert. Für Alexander Pröll steht fest: „Ohne Daten ist Digitalisierung nichts“. Deswegen plädiert Pröll für eine bessere Datenqualität in einer modernen Verwaltung, mit klar definierten Schnittstellen und einem gemeinsamen Datenmanagement. Ziel ist, dass Bürgerinnen und Bürger Informationen nur einmal angeben müssen und Behörden bereits vorhandene Daten nutzen können – unter Wahrung des Datenschutzes.
ID Austria als zentraler, digitaler Entrypoint
Zum Thema ID-Austria sagt der Staatssekretär im Podcast-Gespräch: „Die ID Austria ist die zentrale digitale Entrypoint für Bürgerinnen und Bürger zur Verwaltung.“ Demnach soll die digitale Identität zum zentralen Zugang für Verwaltungsleistungen werden. Pröll spricht über die Weiterentwicklung der ID Austria, zusätzliche digitale Services und das Ziel, Amtswege einfacher und zugänglicher zu gestalten. Parallel zur digitalen Welt, verweist Pröll auf kostenlose Workshops zur digitalen Kompetenz und die Bedeutung persönlicher Unterstützung für jene, die digitale Services nicht nutzen können oder wollen.
Und wie sieht es mit den Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz aus? „Ich bin prinzipiell ein Optimist und sage, wir sollten uns auf die Chancen fokussieren und natürlich bei den Risiken schauen, dass wir es managen“, so der Staatssekretär. KI kann laut Pröll helfen, wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren, die Produktivität zu steigern und angesichts knapper Personalressourcen neue Handlungsspielräume zu schaffen. Gleichzeitig braucht es einen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken und Regulierung.
Digitales Leben kann soziales Miteinander nie ersetzen
Aufhorchen lässt der Staatssekretär mit seinem Plädoyer für die Gemeinschaft in einer immer stärker digitaler werdenden Welt: „Eine Gemeinde, ein Ort lebt sehr stark davon, dass man zusammenkommen und sich auch austauschen kann. Das wird Digitalisierung nie ersetzen“, sagt Alexander Pröll. Für Pröll bedeutet Fortschritt nicht, sämtliche Lebensbereiche zu digitalisieren. Digitale Lösungen können Angebote sichern und Abläufe erleichtern, sollen aber das soziale Miteinander in den Gemeinden nicht ersetzen.
Ein wichtiger Schwerpunkt des Gesprächs ist auch die geplante Gemeindedatenplattform. Dafür wurden acht Millionen Euro für die kommenden drei Jahre seitens des Bundes zugesprochen. Das Vorhaben soll bessere Datengrundlagen und gemeinsame Standards schaffen, um die Zusammenarbeit zwischen Österreichs Gemeinden zu erleichtern. Langfristig sollen Verwaltungsprozesse effizienter werden, während die Eigenständigkeit und Identität der einzelnen Gemeinden erhalten bleibt.
Die aktuelle Podcast-Folge ist unter https://gemeindebund.at/services/gemeindebund-podcast/ sowie auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar.



