Große oder kleine Reform
Das Minimalziel muss sein, den vor allem demografisch und gesellschaftlich bedingten, steigenden Personalbedarf, der im Jahr 2030 allein im Langzeitpflegebereich um gut 20.000 Personen höher sein wird als heute, zu decken. Und es müssen rasch konkrete Schritte zur Lösung verschiedener akuter Problemlagen gesetzt werden, die sich meist in Form von zu hoher Intensität und Überforderung zeigen – sei es auf Seiten der Angehörigen oder des Pflegepersonals. Das gilt es jedenfalls sicherzustellen. Aber selbst dieser vermeintlich kleine Wurf ist angesichts der kurz- bis mittelfristig leeren Kassen eine große Aufgabe, denn Maßnahmen wie die folgenden werden Geld kosten:- Ausbildung (Stichwort: Pflegelehre)
- Monetäre und nicht monetäre Anreize zum Neu-, Quer- und Wiedereinstieg und auch Verbleib im Pflegeberuf
- Größere Unterstützung der pflegenden Angehörigen (Entlastung im Pflegealltag, Erhöhung des Pflegegelder vor allem bei demenziellen Krankheiten, eine bessere sozialrechtliche Absicherung etc.)
- Stärkung der Lebensqualität der Pflegebedürftigen (z.B. Einsamkeit durch altersgerecht aufbereitete elektronische Kommunikationsmittel vermindern)
- Stärkere Koordination und das punktuelle Heben von Effizienzpotenzialen (Stichwort: Pflegekräfte können oft viel mehr, als sie derzeit dürfen)
Weitere Schritte der Taskforce
Nachdem im Spätsommer der analoge wie auch der digitale Beteiligungsprozess zur Pflegereform (der Sozialminister und sein Ressort haben eine Vielzahl an Gesprächen geführt und rund 3300 digitale Fragebögen mit unterschiedlichen Vorschlägen und Anliegen „eingesammelt“) als erste Phase abgeschlossen wurde, wird bis Jänner zu den fünf großen Themenfeldern (Leistungen, Personal, Pflegebedürftige, Angehörige sowie Finanzierung und gemeinsame Steuerung) in mehreren Arbeitsgruppen über konkrete Maßnahmen beraten. Bereits danach soll es in die Umsetzung gehen.
-K. GSCHWANDTNER


