Pflegekaskade als Leitbild
Im Zentrum des Papiers steht das Modell einer Pflegekaskade: zuerst Vorsorge und Unterstützung im Alltag, dann mobile und niederschwellige Angebote, danach Tagesbetreuung, Kurzzeit- und Übergangspflege sowie betreubare Wohnformen und Entlastung für Angehörige; schließlich stationäre Pflege dort, wo sie notwendig ist. Der Gemeindebund macht damit nochmals deutlich: Gute Pflegepolitik beginnt nicht erst beim Heimplatz, sondern früher – bei Gesundheitsförderung, Barrierefreiheit, Mobilität, Orientierung und alltagstauglichen Unterstützungsstrukturen. Und diese müssen wie in einem Bausteinsystem – auch flexibel und dem Bedarf entsprechend – zusammenstellbar sein. Ebenso müssen die Rahmenbedingungen für altersgerechtes Wohnen und Leben auch frühzeitig geschaffen werden.Finanzierung ehrlich neu ordnen
Ein zentrales Thema des Beschlusses ist auch die Finanzierung und effiziente Organisation von Pflege und Betreuung. „Wer es mit guter Pflege ernst meint, muss auch ehrlich über ihre Finanzierung sprechen. Es wird in Zukunft mehr Mittel brauchen, aber auch klarere Zuständigkeiten und eine faire Lastenverteilung. Die Gemeinden sind Lebensraum und „Früherkenner“ von Problemstellungen. Sie dürfen aber nicht dauerhaft die Lückenbüßer eines Systems sein, nur weil sie die Dinge oft als erste klar beim Namen nennen“, so Pressl. Weil die Pflegefinanzierung auf Sicht immer stärker unter Druck gerät, fordert der Gemeindebund eine faire und langfristig tragfähige Finanzierung, mehr Mittel im System, klare Zuständigkeiten sowie eine offene und ehrliche Debatte darüber, welchen Beitrag Pflegebedürftige im stationären Bereich unter fairen und sozial ausgewogenen Rahmenbedingungen selbst leisten können. Mit dem nun beschlossenen Positionspapier bringt der Österreichische Gemeindebund die kommunale Perspektive in die weiteren Verhandlungen mit Bund, Ländern und allen Partnern im System ein. Ziel bleibt ein Altern in Würde – mit mehr Vorsorge, verlässlicher Unterstützung und einer Pflegepolitik, die näher bei den Menschen ist.– REDAKTION (Quelle: Gemeindebund)
Hier finden Sie das Positionspapier zum DownloadPositionspapier_Pflege_BUVO_18.03.2026

