Öffentlich über Krebs sprechen
Der Moment der Diagnose im Jahr 2023 war ein Einschnitt. Doch schon früh bekommt er eine Perspektive, die ihn trägt: „Krebs bedeutet nicht automatisch ein Todesurteil. Das Ziel ist ganz klar: Leben mit dem Tumor.“
Diese Haltung prägt seinen weiteren Weg. Statt sich zurückzuziehen, entscheidet sich Leonhardsberger bewusst für Offenheit. „Ich wollte meine Geschichte selbst erzählen und nicht jemand anderer über mich.“ Eine Entscheidung, die ihm Kontrolle über die Situation gibt – und Vertrauen schafft.
Arbeiten im „Chemo-Office“
Auch im Arbeitsalltag sucht er nach Normalität. Während der Chemotherapie entsteht ein ungewöhnlicher Begriff: „Das war mein Chemo-Office.“ Mit Laptop, Telefon und viel Disziplin bleibt er handlungsfähig. Arbeit wird für ihn zur Stabilität. „Wenn man Kleinigkeiten schafft, gibt das Zuversicht.“
Die körperliche Belastung ist dennoch enorm. Schmerzen, Gewichtsverlust, Einschränkungen – besonders in den ersten Wochen. Doch schon kleine Verbesserungen geben Hoffnung: „Da merkt man plötzlich – es könnte positiv ausgehen.“
Auch das Umfeld verändert sich. Anfangs überwiegen Mitleid und Sorge, später wächst der Respekt. „Das hat sich gewandelt in Richtung Bewunderung“, erzählt Leonhardsberger. Besonders wichtig ist für ihn der Rückhalt im Team: Kollegen übernehmen Aufgaben, unterstützen und entlasten. Gleichzeitig wird ihm bewusst, wie entscheidend persönliche Ressourcen sind. Bewegung, Schlaf und bewusste Pausen werden fixer Bestandteil seines Alltags. „Zeit für sich selbst ist ganz wesentlich – egal ob krank oder gesund.“
Tipps für Umgang mit Betroffenen
Auch im Umgang mit anderen Betroffenen hat er klare Worte. Viele hätten Hemmungen, das Thema anzusprechen. Seine Empfehlung ist einfach: „Man kann fragen: Ist es okay, darüber zu reden? Damit kann man keinen Fehler machen.“
Erfolgsmodell Gemeindekooperation
Neben den persönlichen Einblicken richtet Leonhardsberger den Blick auch auf strukturelle Themen. Als Obmann eines Gemeindeverbands zeigt er, wie Zusammenarbeit konkret funktioniert. 40 Gemeinden bündeln Aufgaben, sparen Kosten und entlasten ihre Verwaltung. „Wenn man gemeinsam arbeitet, wird vieles einfacher und günstiger.“
Am Ende bleibt eine klare Botschaft: Krankheit verändert den Blick auf das Leben – aber sie nimmt nicht die Möglichkeit zu gestalten. Oder wie Leonhardsberger es selbst formuliert: Es geht nicht darum, alles zu kontrollieren – sondern „Schritt für Schritt weiterzugehen“.
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