Invasive Gehölze: Götterbaum

In städtischen Bereichen und Siedlungsgebieten sind häufig Gehölze zu beobachten, die sich auf Brachflächen rasch ausbreiten, und selbst aus Pflasterritzen, Mauerspalten oder Gehsteigkanten herauswachsen.

Meist handelt es sich dabei um invasive oder potentiell invasive Neophyten wie den Götterbaum, Blauglockenbaum oder Essigbaum. Diese breiten sich rasant aus und verdrängen dabei heimische Gehölze, was aus Sicht des Naturschutzes nicht wünschenswert ist.

Von der Siedlung in den Wald

Diese Bäume haben sehr geringe Ansprüche an den Boden und eine hohe Resistenz gegenüber Schadstoffen und Streusalz. Das ist der Grund, warum sie sich vor allem in Siedlungsgebieten rasch ausbreiten – z.B. auf „Gstettn“ wie Gewerbe- und Industriebrachen. Die Samen keimen auch in Ritzen von versiegelten Flächen oder Mauerspalten, was zu Schäden an Bauwerken und Straßenbelägen führt. Wenn der Götterbaum vom Siedlungsgebiet erst einmal in den Wald gefunden hat, verhindert er dort die natürliche Baumverjüngung durch die Abgabe chemischer Substanzen in den Boden (Allelopathie). Im schlimmsten Fall können sich dort Reinbestände mit Götterbäumen ausbilden. 

“Ringeln” als beste Methode zur Bekämpfung

Die Bekämpfung ist schwierig, da die Bäume auf bloßes Umschneiden mit der Ausbildung vieler Stockausschläge reagieren, wodurch die Problematik vervielfacht wird. Um das zu verhindern, muss der Baum vor der Fällung durch „Ringeln“ geschwächt werden. Das heißt, es wird die Rinde in einem mindestens 10 cm breiten Streifen rund um den Stamm bis zum Holz entfernt. Ein kleiner Steg (10% des Stammumfanges) bleibt dabei stehen, um den Saftstrom nicht völlig zu unterbrechen – der Baum reagiert sonst mit Stockausschlägen. Das Ringeln sollte vor dem Spätsommer erfolgen, damit möglichst wenig Nährstoffe aus den Blättern in die Wurzeln eingelagert werden können. Im zweiten Jahr, wenn der Baum geschwächt ist, wird auch dieser Steg entfernt. Umgeschnitten wird der Baum schließlich, wenn er abgestorben ist. Eine Nachbehandlung von Stockausschlägen muss mitbedacht werden.

Neue Methode: Weichlaubholzzieher

Eine besonders elegante Methode noch junge Bäumchen zu entfernen, ohne dass sich Stockausschläge bilden, bietet sich neuerdings mit sog. Weichlaubholzziehern. Damit können Gehölze mit bis zu 30 mm Stammdurchmesser umgriffen und mitsamt Wurzel aus dem Boden gezogen werden. Das System funktioniert rein mechanisch. Beim Aufsetzen der Bodenplatte wird das Stämmchen mit der Zange gegriffen, beim Herunterdrücken des Hebelarms schließt sich diese und der Jungbaum kann mit bis zu 200 kg Zugkraft mitsamt Wurzel entfernt werden. Dadurch kommt es zu keinen Stockausschlägen.

Nähere Informationen zum Thema „Neophyten“ finden Sie auf unserer Homepage unter www.naturimgarten.at/neophyten

Von: I.WEIPPL (Quelle: Natur im Garten, Entgeltiche Einschaltung des Landes Niederösterreich)

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