DER GESUNDHEITSPLAN 2040+ FÜR DIE BESTE VERSORGUNG DER MENSCHEN IN NIEDERÖSTERREICH

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Bis 2040 wird eine halbe Million Menschen in Niederösterreich und damit knapp jede dritte Niederösterreicherin und jeder dritte Niederösterreicher über 65 Jahre alt sein. Die Zahl der über 85-jährigen wird sich in den nächsten 25 Jahren mehr als verdoppeln. Die Geburten gehen stark zurück und die Baby-Boomer-Generation geht in Pension. Dieser demografische Wandel erfordert gerade im Gesundheitsbereich dringendes Handeln.

Mit dem Gesundheitsplan 2040+ wird die medizinische und pflegerische Versorgung in Niederösterreich nicht nur langfristig gesichert, sondern auch gezielt weiterentwickelt. Erste Maßnahmen greifen und bringen spürbare Verbesserungen für Patientinnen und Patienten.

HNÖ hilft reduziert OP-Wartezeiten für Kinder

Im Landesklinikum Klosterneuburg wurde eine neue Möglichkeit für tagesklinische Eingriffe im HNO-Bereich für Kinder geschaffen. Im Rahmen des Projekts „HNÖ hilft“ wurden bereits rund 180 Kinder operiert und ihnen damit schnell geholfen. Möglich wurde „HNÖ hilft“ durch die Bündelung der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Tulln und die dadurch frei gewordenen Kapazitäten im Landesklinikum Klosterneuburg.

Ausbau der Akutgeriatrie/Remobilisation

Die Bevölkerung Niederösterreichs wird deutlich älter – bis 2040 wird knapp jede dritte Person über 65 Jahre alt sein. Daraus ergibt sich ein wachsender Bedarf an spezialisierter Altersmedizin. Die neuen Angebote in Niederösterreichs Kliniken unterstützen die Menschen bestmöglich bei ihrer Genesung und am Weg zurück in ihr häusliches Umfeld. Aktuell gibt es diese in den Landeskliniken Waidhofen/Thaya, Melk, Mödling, Klosterneuburg und Stockerau. Weitere Angebote sind noch in Planung.

Neue NÖ Gesundheitsklinik Gmünd

Die NÖ Gesundheitsklinik Gmünd bietet künftig an sieben Tagen pro Woche und rund um die Uhr medizinische Erstversorgung durch notfall-medizinisch qualifiziertes Personal. Der Notarztstützpunkt inklusive Hubschrauberlandeplatz bleibt erhalten und sorgt weiterhin für schnelle Hilfe im Notfall. Die fachärztliche Versorgung wird deutlich ausgebaut. Ein ambulantes OP-Zentrum für Eingriffe, die keinen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt benötigen, wie Augenoperationen oder orthopädische Eingriffe, entsteht. Patientinnen und Patienten mit Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen chronischen Beschwerden werden eine noch engere Begleitung erhalten. Und auch nach Operationen oder Erkrankungen bleibt die Betreuung wohnortnah.

Projekt „HerzMobil“ für eine bessere Betreuung nach dem Spitalsaufenthalt

Im Universitätsklinikum Wiener Neustadt wurde ein Pilotprojekt für die engmaschige Betreuung von Menschen mit Herzinsuffizient nach deren Entlassung gestartet. Es hilft, Komplikation früh zu erkennen, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und die Lebensqualität nachhaltig zu steigern. Der weitere Ausbau ist in Planung.

Bündelung von Leistungen für höhere Qualität, mehr Sicherheit und die beste Ausbildung

In Zeiten knapper werdender personeller Ressourcen, einem zunehmenden Bedarf an individualisierter Medizin und Fachexpertinnen- und experten sowie dank des medizinischen Fortschritts ist es notwendig vorhandene Strukturen zu überdenken und wo nötig anzupassen. Das gelingt uns durch die Bündelung von Leistungen, wie etwa in der Geburtshilfe, um Fallzahlen zu erhöhen und damit die Qualität in der Versorgung für die Patientinnen und Patienten zu erhöhen. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren, weil sie Sicherheit in ihrem Tun erhalten und die Auszubildenden darauf vertrauen können, dass sie an Standorten mit gebündelter Expertise die beste Ausbildung erhalten.

Eine neue, moderne Versorgungsstruktur für das Weinviertel entsteht

In Niederösterreich wird Gesundheitsversorgung nicht mehr in isolierten Standorten, sondern ganzheitlich in Regionen gedacht. Häuser stehen nicht für sich, sondern sind Teil eines regionalen Versorgungsnetzes. Ziel ist es, dass Patientinnen und Patienten zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, von der richtigen Person behandelt werden – flächendeckend und auf hohem Niveau. Wie bei allen Maßnahmen des Gesundheitsplan, bleiben bis zur Fertigstellung dieses Generationenprojekts in 10 bis 15 Jahren alle Strukturen wie gewohnt.

Die zwei Schwerpunktkliniken in Mistelbach und Stockerau werden spezialisierte Leistungen für höchste Qualität durch routinierte Expertinnen und Experten bieten. In Hollabrunn wird ein moderner Gesundheits- und Pflegecampus entstehen. Zusätzlich zur Schule für Gesundheits- und Krankenpflege und FH-Studienplätzen in Mistelbach wird es in Korneuburg einen neuen Ausbildungscampus für ausreichend Fachkräfte der Zukunft geben. Ein Ambulatorium in Hollabrunn entsteht und bietet unter anderem Erst- und Akutversorgung, fachärztliche Leistungen und ein Frauengesundheits-Zentrum. Auch tagesklinische Operationen können hier durchgeführt werden. Ein weiteres Ambulatorium ist in Gänserndorf in Planung. Ein Notarztstützpunkt-Netz sichert die Versorgung im gesamten Weinviertel ab – zu jedem Wetter und zu jeder Tageszeit. In Hollabrunn, Mistelbach, Gänserndorf und Korneuburg bieten Primärversorgungszentren allgemeinmedizinische Leistungen und allgemeinmedizinische Erst- und Akutversorgung

Klinikverbände für noch mehr Zusammenarbeit

Niederösterreichs Klinikstandorte arbeiten bereits eng zusammen und werden das künftig noch mehr tun. Diese Zusammenarbeit und verstärkte Kooperation ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die Zukunft: Niederösterreich profitiert maßgeblich davon, dass alle Kliniken und auch die Pflegezentren unter einem gemeinsamen Dach organisiert sind. Durch Verbände innerhalb der Landesgesundheitsagentur wird Expertise gebündelt und damit Qualität gesichert. Und es werden zukunftsfitte Strukturen für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für das gesamte Gesundheitswesen geschaffen.

Ausbau Roboterchirurgie

Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in Niederösterreich wird die roboterassistierte Chirurgie gezielt ausgebaut. An den Universitätskliniken Universitätsklinikum Wiener Neustadt und St. Pölten sind OP-Roboter bereits erfolgreich im Einsatz.  Mit der Etablierung am Universitätsklinikum Krems wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht, der die medizinische Versorgung im Land stärkt. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies vor allem ein Plus an Sicherheit, höchste Präzision sowie eine raschere Rückkehr in den Alltag.

Mit der Etablierung des neuen OP-Roboters am Universitätsklinikum Krems wurde ein Meilenstein erreicht, welcher zugleich der Startschuss für einen Vollausbau in allen Regionen markiert. Die Weiterentwicklung leistet einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung des Gesundheitssystems. Einerseits wird damit eine bestmögliche Erst- und Akutversorgung für die Patientinnen und Patienten durch präzise, sichere und schonende Behandlungsmethoden gesichert. Andererseits wird die Aus- und Weiterbildung gestärkt und die Attraktivität als Ausbildungs- und Arbeitsstandort für junge Medizinerinnen und Mediziner erhöht. Dabei wir auch in anderen Bereichen, wie beispielsweise in der Orthopädie auf OP-Roboter gesetzt.

Neue organisatorische Lösungen für mehr Effizienz in der Akutversorgung

Die Erstversorgungsambulanz (EVA) im Landesklinikum Baden bietet eine rasche medizinische Ersteinschätzung außerhalb der Ordinationszeiten und entlastet gleichzeitig Notaufnahmen.

Tumornetzwerk NÖ

Die Anzahl der an Krebs erkrankten Patientinnen und Patienten steigt. Je früher die Diagnose erfolgt, desto besser sind die Chancen auf Heilung. Die NÖ Kliniken haben sich im vergangenen Jahrzehnt einen in Fachkreisen anerkannten Ruf in der Krebsbehandlung aufgebaut. Ein Zentrales Hämatologisches Tumorboard stärkt jetzt die Versorgung für Krebspatientinnen und -patienten noch weiter. Künftig soll unter dem Dach eines gemeinsamen Tumornetzwerkes NÖ für alle Krebserkrankungen ein ähnliches Vorgehen etabliert werden. Im Zuge des Tumorboards werden alle relevanten Untersuchungen vorab eingemeldet und durch die Expertinnen und Experten gesichtet. Im gemeinsamen Online-Meeting wird jeder Fall gemeinsam beurteilt und die bestmögliche Behandlungsstrategie festgelegt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen die positiven Ergebnisse, eine gemeinsame Qualitätssicherung und eine kontinuierliche Weiterentwicklung des gesamten Systems.

Ausbau von Leistungen

Zudem wurden viele Leistungen in Niederösterreichs Kliniken ausgebaut, wie die Eröffnung der Palliativstationen in Hollabrunn oder Amstetten, die Eröffnung und Erweiterung der Psychiatrie am Universitätsklinikum St. Pölten oder die Eröffnung und Erweiterung der psychiatrischen Tagesklinik am Universitätsklinikum Tulln.

Informationen finden Sie auch unter: gesundheitsplan-noe.at

Von: I.WEIPPL (Quelle: NÖLGA, Entgeltliche Einschaltung)

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